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	<title>Blogboys &#187; Gesellschaft</title>
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	<description>Vérollet . Ridder . Freise</description>
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		<title>Der Newsroom von Rivva</title>
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		<pubDate>Wed, 05 Aug 2009 10:15:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>markus.freise</dc:creator>
				<category><![CDATA[Featured]]></category>
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		<description><![CDATA[Der Druck, den der News-Fluss im Internet verbreitet, wird zunehmend größer. Ein kleines Tool will den jetzt kanalisieren.

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			<content:encoded><![CDATA[<p>Kürzlich laß ich irgendwo den Einwand, dass die bisherigen Medien wie Fernsehen oder Zeitung im Hinblick auf das Verbreiten von Nachrichten auch deshalb in Frage gestellt werden müssten, weil diese zuallererst bestimmen, welche Nachrichten sie ihrem Publikum präsentieren wollen und somit bereits eine Selektion stattfindet. Sprich: Ein umfassender Überblick der Nachrichten ist nicht möglich.</p>
<p>Andererseits ist es aber doch wohl so, dass es dem menschlichen Hirn &#8211; und hier kann ich nur von meinem sprechen, das prinzipiell aber noch prima funktioniert &#8211; mit dem Nachrichtenstrom, den es uns das Internet bietet, nicht mehr klarkommt. Hier dem Internet per se die Schuld zu geben, ist natürlich naiv und würde einem höchstens einen Wohnberechtigungsschein in der WG von Frau von der Leyen einbringen. Dennoch: Gerade meine Generation hat es sich zu eigen gemacht, dass Information, die abrufbar ist auch abgerufen werden muss. Es könne ja was verpasst werden.</p>
<p><a href="http://www.blogboys.de/wp-content/uploads/2009/08/435291754_0446c233b3_b.jpg" rel="shadowbox[post-2389];player=img;"><img class="aligncenter size-large wp-image-2390" title="435291754_0446c233b3_b" src="http://www.blogboys.de/wp-content/uploads/2009/08/435291754_0446c233b3_b-560x315.jpg" alt="435291754_0446c233b3_b" width="560" height="315" /></a></p>
<p>Wie immer und so schön: Die Wahrheit liegt in der Mitte. Heißt: Ich möchte schon bestimmen, was mich interessiert. Aber irgendeine Form von Vorselektion sollte schon stattfinden. Habe ja nur ein Leben. Und dessen Tage haben 24 Stunden, die bereits gut gefüllt sind. Da bin ich bei dem ganzen Denken über dieses Thema nach einigen Wochen &#8211; die unter anderem Twitter-Askese bedeuteten (Dazu ein andernmal vielleicht mehr <a href="http://www.markus-freise.de/">hier</a>) &#8211; heute <a href="http://rivva.de/newsroom">über den Newsroom von Rivva</a> gestolpert, der scheinbar genau das hier macht:</p>
<p><strong><a href="http://rivva.de/newsroom">Der Newsroom von Rivva</a> nimmt sich die Liste der am meisten verlinkten Blogs und Newsportale aus dem deutschsprachigen Raum und von dort die zumeist verlinkten Artikel und bildet daraus eine feine Übersicht der heißen Themen des Moments – vom Tellerrand der deutschen Netzkultur-Szene betrachtet. </strong></p>
<p>Etwas schöner und nerdiger wird es im hauseigenen Blog beschrieben: <a href="http://blog.rivva.de/archives/2009/8/5/rock_lobster/">Rock Lobster</a></p>
<p>Das ist doch prima und wird nun von mir beobachtet, ob dies in einem zeitlich vertretbaren Rahmen meinen Info-Durst befriedigt. Also, einfach mal reinschauen. Was zur Zeit dort online ist, atmet noch den Hauch einer Frühgeburt, hat aber definitv das Zeug ein echt nützliches Tool zu werden:</p>
<h2 style="text-align: center;"><strong><a href="http://rivva.de/newsroom">Der Newsroom von Rivva</a></strong></h2>
<p>[via einer Empfehlung im Feed-Reader von <a href="http://anmutunddemut.de">_ben</a>.]</p>


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		<title>Werbepause im Schützengraben</title>
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		<pubDate>Tue, 30 Jun 2009 15:57:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rouven</dc:creator>
				<category><![CDATA[Featured]]></category>
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		<category><![CDATA[Krieg]]></category>
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		<description><![CDATA[Das Prinzip des "Nation Building" erfreut sich nach wie vor größter Beliebtheit unter den - vornehmlich - westlichen Staaten

<h2>Verwandte Beiträge:</h2><ol><li><a href='http://www.blogboys.de/2008/11/16/globales/lesenswert-1-sie-werden-angesprengt.html' rel='bookmark' title='Permanent Link: Lesenswert (1): Sie werden &#8220;angesprengt&#8221;'>Lesenswert (1): Sie werden &#8220;angesprengt&#8221;</a></li><li><a href='http://www.blogboys.de/2008/12/17/globales/stell-dir-vor-es-ist-krieg.html' rel='bookmark' title='Permanent Link: Stell Dir vor: Es ist Krieg!'>Stell Dir vor: Es ist Krieg!</a></li><li><a href='http://www.blogboys.de/2008/11/17/globales/in-sachen-sie-werden-angesprengt.html' rel='bookmark' title='Permanent Link: In Sachen: Sie werden angesprengt'>In Sachen: Sie werden angesprengt</a></li></ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Das Prinzip des &#8220;<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Nationenbildung">Nation Building</a>&#8221; erfreut sich nach wie vor größter Beliebtheit unter den &#8211; vornehmlich &#8211; westlichen Staaten, um Ländern mit vermeintlich rückständigen Formen die Demokratie näher zu bringen. Auch die Bundesrepublik betätigt sich bekanntlich seit geraumer Zeit (Achtung: Ironie) <a href="http://www.welt.de/die-welt/article3985853/Drei-Bundeswehrsoldaten-in-Afghanistan-gefallen.html">auch in Afghanistan sehr erfolgreich auf diesem Gebiet</a>.</strong></p>
<p><center><img src="http://www.blogboys.de/wp-content/uploads/2009/06/3655142790_14b5f228d3.jpg" alt="3655142790_14b5f228d3" title="" width="500" height="375" class="alignnone size-full wp-image-2294" /></center></p>
<p>Nun kosten diese und andere Unterfangen der Regierung jede Menge Geld. Geld, das sich <a href="http://www.tagesschau.de/inland/rekordverschuldung108.html">aus nicht näher bestimmbaren Bankgründen plötzlich immer rarer in den Staatskassen blicken lässt</a>*. <a href="http://www.wildbits.de/2009/06/30/werbepause-im-schuetzengraben/">Thomas</a> hatte daher die rettende Idee für unseren Bundeshaushalt:</p>
<blockquote><p>Daher bietet es sich an, die Uniform für andere Zwecke freizugeben. Was sich in der Formel Eins, im Radrennsport und in zahlreichen anderen Sportarten bewährt hat, könnte auch bald für die Bundeswehr umgesetzt werden: Sponsoring und die Vermietung von Teilen der Uniform als Werbefläche.</p>
<p>Noch vor dem Herbst könnte in Afghanistan das Team Deutsche Telekom stationiert werden. Selbstverständlich wird auch anderen Firmen die Möglichkeit zu werben offenstehen:</p>
<p>    &#8220;Wir schießen schnell dank versatel&#8221;. </p></blockquote>
<p>Sponsoring für unsere Bundesarmee böte Vorteile in vielerlei Hinsicht: Unzweifelhaft ist der finanzielle Zugewinn der augenfälligste Nutzen. Denn wollen wir wirklich die jüngst aufgenommene Schuldenlast unseren Kindern überlassen? Es geht um unsere KINDER!! Diese Argument dürfte schließlich neuerdings jeden Zweifel ausräumen.<br />
Noch dazu können sich die zu demokratisierenden Völker gleich an die Symptome einer freien Marktwirtschaft gewöhnen. Thomas gibt gleich noch einige weitere Vorschläge für Werbeslogans, wie diese für den Schützengraben angepasst werden müssten. Z.B.:</p>
<blockquote><p>Visa, die Freiheit nehm ich dir. </p></blockquote>
<p>Oder auch sehr wirkungsvoll:</p>
<blockquote><p>Snickers. Wenn der Einsatz wieder länger dauert. </p></blockquote>
<p>Ich finde, dieses ist eine ganz hervorragende Idee für eine bessere Welt, die nur noch medial breit gestreut an die Regierung herangetragen werden müsste. Würde hier jemand eine ePetition ernsthaft unterstützen? Oder hätte noch weitere Vorschläge für die Werbeindustrie, damit sie es nicht so schwer hat?</p>
<p>Ich habe noch einen:</p>
<blockquote><p>Colgate Gel. Damit Sie auch morgen noch bis an die kraftvollen Zähne bewaffnet sein können.</p></blockquote>
<p><strong>Link</strong>: <a href="http://www.wildbits.de/2009/06/30/werbepause-im-schuetzengraben/">Wildbits &#8211; Werbepause im Schützengraben<br />
</a></p>
<p>*<span style="font-size:75%">Ich empfehle übrigens zur Staatsverschuldung <a href="http://randyridder.de/block/archives/268">die musikalische Untermalung meines Bruders</a>. Soviel Vetternwirtschaft muss mir einmal kurz gestattet sein. </span></p>
<p><span style="font-size:75%">(<a href="http://www.flickr.com/photos/soldiersmediacenter/2470532727/">Vorschaubild</a>: <a href="http://www.flickr.com/photos/soldiersmediacenter/">Army.mil</a>, <a href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/deed.de">Lizenz</a>)</span><br />
<span style="font-size:75%">(<a href="http://www.flickr.com/photos/funky1opti/3655142790/">Bild</a>: <a href="http://www.flickr.com/photos/funky1opti/">funky1opti</a>, <a href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/deed.de">Lizenz</a>)</span></p>


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		<title>He-Man dieselt sich ein</title>
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		<pubDate>Wed, 27 May 2009 17:50:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rouven</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Letztens bin ich Bahn gefahren. Auf dem Weg zurück von sonstwo nach Bielefeld stiegen zwei Jungen in Brackwede ein und setzten sich mir gegenüber.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Letztens bin ich Bahn gefahren. Auf dem Weg zurück von sonstwo nach Bielefeld stiegen zwei Jungen in Brackwede ein und setzten sich mir gegenüber. Ihrem Gespräch entnahm ich, dass sie zum Leinewebermarkt wollten, vermutlich Karussel fahren und süßes Zeug essen, bis ihnen schlecht wird. Dachte ich zumindest, da die beiden so sehr nach Grundschulalter aussahen. Nichts anderes hatte ich in dem Alter getan, wenn ich auf eine Kirmes ging: Autoscooter fahren und mir den Magen verderben.</strong></p>
<p>Ich vertiefte mich in meine Zeitung, da hörte ich einen der beiden von einem weiteren Vorhaben berichten, das er vor dem Gang auf den Markt in der Innenstadt erledigen wollte:<br />
<em>&#8220;Ich habe noch diesen einen 60-Euro-Gutschein von Douglas von meinem Geburtstag. Davon will ich mir erst noch einen Duft aussuchen gehen.&#8221;</em></p>
<p>Wären diese Sätze aus dem Mund eines weiblichen, vierzehnjährigen Teenies gekommen, hätte ich mich nicht gewundert. Doch für mich brach beim Hören beinahe eine Welt zusammen. Diese Jungen, die dort vor mir saßen, hatten ganz klar das Grundschulalter noch nicht verlassen. Und der eine hat tatsächlich &#8220;Duft&#8221; gesagt. Was war mit Playmobil und Lego geschehen? Was mit Pfeil und Bogen? Und wohin war das erste literarische Interesse für Lustige Taschenbücher verschwunden?</p>
<p>Womöglich war der Knirps noch nicht imstande, Konnotationen in Beleidigungen zu deuten und missverstand ein &#8220;Du stinkst!&#8221; auf dem Schulhof wortwörtlich.<br />
Oder aber ich hatte irgendetwas verpasst und He-Man und die ganze Truppe von TKKG dieselten sich jetzt mit Calvin Klein und Co. ein, fanden jetzt neue Marketingzielgruppen. Synergien usw. Anders konnte ich mir diesen Wunsch nicht erklären.</p>
<p>Wer weiß, Leute! Obacht, bald werden die Schlangen an den Kassen der Parfümerien noch um einiges länger, obwohl Ihr bis vorne hin gut gucken könnt, nur weil die Menschen vor Euch noch so klein sind.</p>
<p>Und bald darauf treffen wir Kindergartenkinder beim Kondome kaufen, nur weil Samson sich neulich eins übergezogen hat. Eine gruselige Dystopie?</p>
<p>Na, wir werden sehen&#8230;</p>
<p><span style="font-size:75%">(<a href="http://www.flickr.com/photos/northerngreenpixie/130394665/">Vorschaubild</a>: <a href="http://www.flickr.com/photos/northerngreenpixie/">northern green pixie</a>, <a href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/deed.en">Lizenz</a>)</span></p>
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		<title>Ich habe keine Angst vor Ursula, ich habe Angst vor &#8230; wie heißt Du eigentlich?</title>
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		<pubDate>Fri, 24 Apr 2009 08:18:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>markus.freise</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>
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		<description><![CDATA[Twitter, das ist ja mittlerweile so ein klein wenig der Nachrichtenticker des kleinen Mannes. Oder sein Stammtisch.

<h2>Verwandte Beiträge:</h2><ol><li><a href='http://www.blogboys.de/2009/06/22/featured/cyberwar-mit-twitter-fur-teheran.html' rel='bookmark' title='Permanent Link: Cyberwar mit Twitter für Teheran'>Cyberwar mit Twitter für Teheran</a></li><li><a href='http://www.blogboys.de/2009/08/05/featured/der-newsroom-von-rivva.html' rel='bookmark' title='Permanent Link: Der Newsroom von Rivva'>Der Newsroom von Rivva</a></li><li><a href='http://www.blogboys.de/2009/02/21/allgemeines/the-ghosts-of-abu-ghraib.html' rel='bookmark' title='Permanent Link: The Ghosts of Abu Ghraib'>The Ghosts of Abu Ghraib</a></li></ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://twitter.com/markusfreise">Twitter</a>, das ist ja mittlerweile so ein klein wenig der Nachrichtenticker des kleinen Mannes. Man muss gar nicht mehr groß durch die Web-Postillen wie SPON, Stern und Konsorten schlendern um informiert zu sein. Man ließt einfach regelmäßig und zügig durch seinen Twitter-Stream und schon weiß man, worum es geht. Wer es noch leichter haben möchte und Abends beim Small Talk mit seinen Nerd-Freunden nicht ganz blöd da stehen will, der folgt zu dem <a href="http://twitter.com/timeline/home">den Deutschen Twittertrends</a>. Die aggregieren alle Hashtags und posten dann regelmäßig die daraus resultierenden Trends. Sind das Donnerstags aktuell immer <a href="http://twitter.com/timeline/home#search?q=%23gntm">#gntm</a> und Samstags <a href="http://twitter.com/timeline/home#search?q=%23dsds">#dsds</a> oder <a href="#fcbayern">#fcbayern</a> findet sich unter der Woche aktuell nahezu immer an der Front dabei <a href="http://twitter.com/timeline/home#search?q=%23zensursula">#zensursula</a>.</p>
<p>Dieses kleine Wortspielchen haben sich findige Blogger ausgedacht. Zensur+Ursula=<a href="http://twitter.com/timeline/home#search?q=%23zensursula">#zensursula</a>. Fantastisch. Das ist das netzige <a href="http://klartext.macbay.de/Diesellog/weblog/wp-content/XContainer//wir_sind_papst.jpg" rel="shadowbox[post-2034];player=img;">„Wir sind Papst!”</a> &#8230; Thematisch geht es dabei um die mittlerweile erfolgreichen Bemühungen unserer Familienministerin Ursula von der Leyen, sogenannten <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,615378,00.html">Internetsperren für Server</a> einzurichten, auf denen sich pädophile Inhalte verbergen. In der Praxis scheint das so zu funktionieren, dass wenn man den Server ansurft ein Hinweis auf dem Monitor erscheint, der einen darum „bittet“ vom Besuch des Servers Abstand zu nehmen und dass man sich beim Fortfahren ggf. strafbar macht. Sozusagen: „Eintritt nur für erwachsene Volldeppen.” Gepflegt wird diese Liste der Server vom BKA, durchgesetzt wird das von den führenden Internet-Anbietern in Deutschlands. Die haben sich dazu verpflichtet.</p>
<p>Jeder normal denkende Mensch und jeder andere, der sich einigermaßen mit der Netzstruktur auskennt, weiß sofort: Das ist großer Kokolores. Da Pädophile sich grundsätzlich aufgrund ihrer sexuellen Neigung gar nicht im straffreiem Raum bewegen und somit mit der Androhung von Strafe wohl nicht abgeschreckt werden können, wird dieses Vorgehen zu keinerlei positivem Effekt führen. Keiner der „Betroffenen“ wird sagen: „Och! Schade. Naja, dann gehe ich halt wieder in den Garten, die Petunien gießen. Gucke ich mir halt keine nackten kleinen Mädchen an.“ Zudem: Wenn ein Server „dichtgemacht“ wird, entstehen an anderer Stelle neue, andere. Die es wieder aufzuspüren gilt. Und weil der Server ja nur „versperrt“ wird, prinzipiell aber offen bleibt, können die Inhalte vom einen auf den anderen transferiert werden und dort von neuem für Schande sorgen. Eine Hydra tut sich da auf. Überhaupt wurde das Internet ja von amerikanischen Militärs eben genau dafür entsonnen: Fallen &#8211; im Falle z. B. eines atomaren Schlags &#8211; Teiles des Netzes aus, übernehmen andere Infrastrukturen die Arbeit. Was hier rein technisch funktioniert, ist sicherlich auch das Vorgehen der Pädosexuellen in der Kommunikation an sich. Jemand sagte dazu gar in einem Radiobericht, der mir kürzlich auf einer Autofahrt unterkam, dass es soweit geht, dass mittlerweile der Austausch von Bildern wieder vermehrt auf altbewährtem Postweg mittels Fotos und CDs praktiziert wird. Also ähnlich, wie die Taliban agieren: Wenn ich die elektronischen Kommunikationswege nicht nutze, kann ich auch nicht abgehört werden.</p>
<p>Was hat das zur Folge? Ganz klar: Anstatt Aufklärung wird hier Verklärung praktiziert. Dem Unbedarften „Bürger“ wird suggeriert: Die Regierung hat das Problem im Griff und greift Frontal an. Zeit sich wieder zurückzulehnen, endlich geht es den Perversen an den sprichwörtlichen Arsch. Aber das Gegenteil ist der Fall. Stattdessen werden sie zurückgedrängt und von der Oberfläche an der sie aktuell agieren und wo man sie leichter aufspüren und bekämpfen kann, gewischt. Sie verschwinden aus dem allgemeinen Bewustsein und „Aus den Augen, aus dem Sinn.“</p>
<p>Das ist nicht gut, und das ist der einzige Grund warum das Gesetz als singuläre Maßnahme nicht gutgeheißen werden kann. Was wiederum nicht heißen soll, dass das Gesetz perse Blödsinn ist. Es ist eben nur nicht konsequent zuende gedacht. Denn wenn das BKA Wind von solchen Servern bekommt, wäre es doch rechtens, den Server abzuschalten, ja: Gar zu sprengen und auf den Mond zu schießen. Nicht einfach nur ein Schloss davor. Denn ein Schloss, das hat noch keinen Kriminellen abgehalten. Vor allem dann nicht, wenn man es mit einem Proxy und einem Klick überwinden kann. Leider scheint es da aber erhebliche Probleme zu geben, wie <a href="http://www.sueddeutsche.de/computer/536/465128/text/">dieser Artikel in der Süddeutschen</a> aufzeigt.</p>
<p>Dies ist die eine Seite der Medaille #zensursula. Dies alles ist wichtig zu bedenken.</p>
<p>Die andere Seite schließt den Kreis zum Einstieg des Artikels. Denn in einem Kommunikationskanal, in dem sich ein Trend wie #zensursula den Rang von #gntm und #dsds ablaufen lässt kann nur eins sein: Ein Stammtisch im Nirvana der Virtualität. Gar mehr: Ein Paradies für Nörgler und Besserwisser und Altkluge. Denn parallel zu der wirklich ernsthaften geführten Debatte über die oben angerissenen Argumente, die z. B. <a href="http://www.spreeblick.com/2009/04/23/auswertung-die-spreeblick-online-demo-gegen-internetsperrren/">auf Spreeblick zu dieser wundervollen Demonstration</a> führten, ist ein Aufschrei zu hören, der dümmer nicht sein kann. Da fühlen sich gleich hunderte in ihrer Freiheit eingeschränkt. Stellen neben den Hashtag #zensursula gleich noch ein #1984 und rufen den Polizeistaat aus. Twittern mir Antworten wie &#8230;</p>
<p><a href="http://www.blogboys.de/wp-content/uploads/2009/04/twitter1.jpg" rel="shadowbox[post-2034];player=img;"><img class="alignnone size-full wp-image-2039" title="twitter1" src="http://www.blogboys.de/wp-content/uploads/2009/04/twitter1.jpg" alt="twitter1" width="570" height="238" /></a></p>
<p>&#8230; und verstecken Ihr Gesicht hinter einer Nickname-Fassade. Riechen gleich wieder den potentiellen Missbrauch, der mit so einer Regierungs-Maßnahme einher geht. „Was, wenn die meinen Server dichtmachen?” &#8230; „Ja, gilt denn Informationsfreiheit nicht auch für Pädophile?” &#8230; „Ist das alles wirklich dass, was die Väter (&#8230; amerikanische Imperialisten &#8230; Anm. d. Red. ) des Internets einst wollten?” Dass Regierungsorgane regulierend eingreifen?</p>
<p>Ich weiß das alles nicht. Aber ich weiß, wie hilflos die deutsche Regierung seit jeher dem Internet gegenüber steht. Das äußert sich nicht nur in diesem holprigen Umgang mit so einem wichtigen Thema, sondern sogar augenscheinlich darin, dass jeder dahergelaufene Kommunalpolitiker glaubt, nur weil er seine Website blaumacht und ein rundes Logo hat, den Erfolg von Obama kopieren kann. Nein, ich habe keine Angst vor diesem Gesetz, weil ich weiß, wie sinnlos es ist. Weil ich weiß, dass wenn es den Pädophilen gelingt, es zu umgehen, wir Rechtschaffenen und Guten es in all seiner Dummheit schlicht ignorieren können. Wir, die moralisch den Lügnern und Agitatoren mit ihren absurden Hashtags mit stolzer Brust entgegentreten. Mit unserem Namen für unsere Freiheit und für unsere Werte einstehen und sagen „So nicht! Sonder so!” ohne sich bei ihren Stammtischparolen hinter einem Nickname verstecken zu müssen, lieber &#8230;</p>
<p><a href="http://www.blogboys.de/wp-content/uploads/2009/04/twitter2.jpg" rel="shadowbox[post-2034];player=img;"><img class="alignnone size-full wp-image-2038" title="twitter2" src="http://www.blogboys.de/wp-content/uploads/2009/04/twitter2.jpg" alt="twitter2" width="570" height="161" /></a></p>


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		<title>re:publica 09 &#8230; War&#8217;s das?</title>
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		<pubDate>Mon, 06 Apr 2009 21:33:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>markus.freise</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>
		<category><![CDATA[Die Boys]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
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		<category><![CDATA[re:publica]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich habe meine erste re:publica besucht und weiß immer noch nicht, warum.

<h2>Verwandte Beiträge:</h2><ol><li><a href='http://www.blogboys.de/2009/03/31/allgemeines/blogboys-auf-der-republica-tag-0.html' rel='bookmark' title='Permanent Link: Blogboys auf der re:publica (Tag 0)'>Blogboys auf der re:publica (Tag 0)</a></li><li><a href='http://www.blogboys.de/2009/04/26/kultur/ein-blogboy-und-berliner-nachttaxe.html' rel='bookmark' title='Permanent Link: Ein Blogboy und die Berliner Nachttaxe (Update)'>Ein Blogboy und die Berliner Nachttaxe (Update)</a></li><li><a href='http://www.blogboys.de/2009/03/13/allgemeines/das-netz-nervt-mich.html' rel='bookmark' title='Permanent Link: Das Netz nervt. Mich.'>Das Netz nervt. Mich.</a></li></ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wer lesefaul ist, dem kann ich mein Fazit meiner ersten <a href="http://www.re-publica.de/09/">re:publica &#8211; der Version 09</a> &#8211; in einem Wort liefern: Ernüchterung.</p>
<p>Mag jemand mehr lesen, dem sei gesagt: Das ist sowohl von der positiven als auch weniger positiven Seite zu betrachten.</p>
<p>Meine Erwartungen an drei Tage <span style="text-decoration: line-through;">Blogger</span>Publizieren im Internet-Konferenz in Berlin waren: Keine speziellen. Als vor einigen Monaten die Ankündigen für die re:publica in meinem Feedreader landete, waren die Blogboys noch jung und so beschlossen Mischa und ich, dass wir dort, wo die Geschichte und die Geschichten der deutschen Bloggeria erzählt werden sollten, dass wir dort auf jeden Fall hingehören. Der Umstand, dass wir beruflich da auch eventuell einiges würden abholen können, bestärkte uns in dem Entschluss.</p>
<p><a href="http://www.blogboys.de/wp-content/uploads/2009/04/dsc_1769.jpg" rel="shadowbox[post-1952];player=img;"><img class="alignnone size-full wp-image-1963" title="dsc_1769" src="http://www.blogboys.de/wp-content/uploads/2009/04/dsc_1769.jpg" alt="dsc_1769" width="500" height="361" /></a></p>
<p>Bislang umwehte die re:publica der Wind der Rebellen im publizistischen deutschen Land. Angeführt von alten Hasen wie <a href="http://www.spreeblick.com">Johnny Häusler</a>, <a href="http://saschalobo.com/">Sascha Lobo</a>, professionalisiert durch echte Pro-Blogger wie <a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/">Stefan Niggemeier</a> und <a href="http://www.netzpolitik.org">Markus Beckedahl</a>. boulevarisierd durch bloggende Nichts-Sager wie <a href="http://www.robertbasic.de/">Robert Basic</a> oder <a href="http://www.nerdcore.de">René „Nerdcore“ Walter</a>. Dementsprechend freute ich mich, einige Tage in diesen illustren Kreis einzutauchen, Teil einer Revolution zu werden, zumindest dabei zuzusehen, wie die Guillotinen über den Häuptern der etablierten Medien hochgezogen würden. Denn, so verriet es das offizielle Motto, es war auch hier scheinbar an der Zeit für Veränderungen: <strong>Shift Happens.</strong></p>
<p><strong>Also. Auf in den Zug. Ab nach Berlin.</strong></p>
<p>Die direkte Eröffnungsveranstaltung verpasste ich noch, da ich dank eines freundlichen Berliners in die falsche Bahn stieg und erst in Berlin Buch meinen Fehler bemerkte. So stolperte ich mehr oder weniger unvorbereiten in den imposanten Friedrichstadtpalast und dort in mein erstes Panel: <a href="http://programm.re-publica.de/2009/events/375.de.html">„Blogs in Deutschland. Status Quo und Ausblick”</a>. Auf dem Podium saßen sie dann: Markus Beckedahl, Stefan Niggemeier, Robert Basic und Sascha Pallmeier. <span style="text-decoration: line-through;">Angeführt</span>Moderiert von Thomas Knüwer. Es folgten dreißig Minuten illustres Reden, von dem mir in Erinnerung blieb, dass Beckedahl die ganze Zeit grinste, Basic sich arrogant auf dem Sessel fläzte, als hätte er das bloggen erfunden (Hat er nicht!), Niggemeier &#8211; neben Beckedahl &#8211; als einziger was vernünftiges zu sagen hatte (Sinngemäß: Die meisten Blogger denken zuviel nach. Die sollten mehr machen, als reden.) und Pallmeier jegliches Profil vermissen ließ. Es wurde viel geplaudert, aber wenig gesagt. Wenn, dann war es etwas, das die ganze Zeit über dem Podium schwebte: Der latente Vorwurf und das Beweinen der fehlenden Lobby für die Blogger, gar der Interessenvertretetung (an dieser Stelle sei noch einmal, auch wenn eben erst erwähnt, noch einmal der Einwand von Niggemeier erwähnt: Machen!). Ich hielt dieses Gejammer zehn Minuten aus und schritt ans Mikro: Meine Aussage, es gäbe ja doch eine Interessenvertretung für Blogger, sofern wir dem Mut hätten, uns als Journalisten zu empfinden, nämlich den <a href="http://www.djv.de/">DJV</a>. Leider sagte ich aber auch, dass man  dann ja auch einen Presse-Ausweis bekommen könnte. Danach wurde darüber geredet, ob Blogger <span style="text-decoration: line-through;">wie ich</span> in den DJV wollten, um günstiger ins Kino zu kommen und dass deswegen der DJV unter sich bleiben sollte. Überhaupt. Ich fühlte mich nicht nur missverstanden, sondern ausgeschlossen. Ein prima Start.</p>
<p>Am Ende der Diskussion stellte Knüwer die Frage, wo die deutsche Blog-Szene in einem Jahr stünde. Allgemeines Achselzucken. Denn im Prinzip wusste man ja immer noch nicht, wo sie heute steht. So ging ich aus dem Panel heraus, wie ich gekommen war. Ich ahnte nicht, dass diese 45 Minuten bereits die gesamte re:publica in sich vereinten. Viel Brei für zuviel Köche, oder so.</p>
<p>Denn so zog sich das fast durch die gesamte re:publica. Zu keinem Zeitpunkt hatte ich das Gefühl irgendetwas Neues übers Bloggen, die Verankerung von Blogs in der Gesellschaft und so weiter gehört zu haben. Keine Impulse, keine Manifeste, kein „Hurra!”. Immernurzu feierte man sich selbst ab, geiferte darüber Lessig zu kennen und den Wikipedia-Gründer gesehen zu haben. Aber an welche Stelle „Shift happen“ sollte, fragte ich mich die ganze Zeit.</p>
<p>(Ich will nicht unerwähnt lassen, dass der wohl größte Faux-pas der re:publica darin bestand, dass niemand in der Lage war ein stabiles WLAN-Netz hinzubekommen. Ich sehe ein, das ist schwierig bei 1000 Besuchern. Aber ich bin sicher: Wir sind auf dem Mond gelandet. Dann kriegen wir sowas auch hin!)</p>
<p>Die meisten der anderen von mir besuchten Vorträge waren ebenfalls unfassbar uninspiriert; so dass ich die ganze Zeit meinen Bruder anrufen wollte und ihn bitten wollte, denen mal zu zeigen wie das geht (der kann das nämlich super!). Sei es der 4Chan-Gründer moot oder Markus Hündgen, der über Video-Journalismus berichten wollte: Da wurden exemplarisch Screenshots und Videos vorgeführt. Mehr nicht. Als ob man uns für blöd verkaufen wollte. Als wären wir Karl Arsch oder Bettina Bumms, die ahnungslos vorm Medion-Rechner hocken, und den Internt-Schalter suchen.</p>
<div id="attachment_1962" class="wp-caption alignnone" style="width: 510px"><a title="Das Panel „Videojournalismus“. Viel gesehen, nix gelernt." href="http://www.blogboys.de/wp-content/uploads/2009/04/dsc_1675.jpg" rel="shadowbox[post-1952];player=img;"><img class="size-full wp-image-1962" title="dsc_1675" src="http://www.blogboys.de/wp-content/uploads/2009/04/dsc_1675.jpg" alt="Das Panel „Videojournalismus“. Viel gesehen, nix gelernt." width="500" height="336" /></a><p class="wp-caption-text">Das Panel „Videojournalismus“. Viel gesehen, nix gelernt.</p></div>
<p>Woher das alles kam, wohin das führen sollte und welche Auswirkungen diese Form des Publizierens auf die Medienlandschaft und die Gesellschaft haben sollte: Darüber kein Wort. Solche Präsentationen wie diese, die hämmert man mal eben am Abend zuvor zusammen. Aber nicht für eine Konferenz mit 1.000 und mehr Besuchern. Ich hoffe, die bekommen da kein Geld für.</p>
<p>Lediglich drei von mir besuchte Panels seien positiv hervorgehoben: Zum einen war da der sehr interessante Beitrag <a href="http://programm.re-publica.de/2009/events/419.de.html">„Social everywhere &#8211; wie das Web 2.0 die Unternehmen erobert“ vom IBM&#8217;ler Peter Schuett</a>. Der referierte darüber, wie IBM Social Media-Aspekte im Bereich der Mitarbeiter-Kommunikation nutzt. Hier fühlte ich mich als Geschäftsführer von code-x in vielerlei Hinsicht bestätigt. So hatte ich zwar wieder nichts gelernt (eventuell noch, dass etwas, das bei uns „Mitarbeiter-Workshop“ heißt, bei IBM den Titel „Innovation Jam“ trägt), aber wenigstens fühlte mich ein wenig mehr dazugehörig.</p>
<p>Das zweite sehenswerte Panel war <a href="http://programm.re-publica.de/2009/events/289.de.html">„Die sieben Todsünden im Blog-Design“ von Gerrit van Akken</a>. Gerrit machte sich gar nicht die Mühe, in belehrende Design-Diskurse zu verfallen. Vielmehr machte er, am Beispiel der sieben biblischen Todsünden, häufig gemachte Design-Fehler sichtbar. Ohne den Finger zu heben. Das war zwar auch nicht lehhreich, aber unterhaltsam. Das ich wiederum durch ein Fingerheber ein Buch gewann, sei nur am Rande erwähnte.</p>
<p>(<a href="http://praegnanz.de/weblog/kritik-an-der-republica-09">Gerrit hat übrigens auch über die re:publica gebloggt</a> und ergänzt ziemlich genau meine Meinung.)</p>
<p>Das letzte auszuzeichnende Panel besuchten wir an Tag 3. Es war auch zugleich das einzig wirklich lehrreiche: <a href="http://programm.re-publica.de/2009/events/321.de.html">„Verhaltensänderung speichern? Wie persuasives Webdesign uns beeinflusst und wie wir es nutzen können” von Sebastian Deterding</a>. Er berichtete darüber, dass wir den Schritt von der Usabiliy hin zum persuasiven Design machen müssen. Also weg davon, die Web-Interfaces so zu gestalten, dass sie leicht zu bedienen sind, sondern dahin, dass die Besucher sie bedienen <strong>wollen</strong>. Das war schön aufbereitet und inhaltlich interessant. Da hätte ich gerne noch zwei Stunden zugehört. Doch leider war nach 60 Minuten die Zeit abgelaufen. Die kommentierten Slides kann man sich auf <a href="http://www.slideshare.net/dings/verhaltensnderung-speichern-ber-persuasives-webdesign">slideshare</a> anschauen.</p>
<p>Und die re:publica für mich damit zuende.</p>
<h2>„Machen” ist das neue meckern &#8230;</h2>
<p><strong>Ich ging wie Anfangs erwähnt: Ernüchtert. Darüber, keine wesentlichen Impulse mitgenommen zu haben. Aber auch darüber, eventuell bereits alles richtig zu machen. Denn Niggemeier hat recht: Es geht ums „machen”, nicht ums übers „machen“ reden. Und das war schon immer irgendwie mein Credo.</strong></p>
<p>Ob ich 2010 wieder hinfahre? Ich denke ja. Schon alleine, weil Berlin und ich uns ineinander verliebt haben. Und eines muss man auch zugeben: Bislang war die re:publica das Treffen einer gesellschafttlichen Randgruppe. Die 09er war wohl der erste Versuch, das ganze größer aufzuziehen, professioneller. So war ich vielleicht doch dabei, als Shift happente. Aber mehr im Hinblick auf die re:publica an sich, als denn, worum sie sich drehte. Und eines muss man zugeben: Abgesehen vom fehlenden WLAN kann man niemanden wirklich etwas vorwerfen. Die Organisation lief so reibungslos, dass einem normalen Besucher wie mir, keine Störungen auffielen. Und wer, wie ich, an den Beiträgen rummäkelt, der ist ja dank der offenen Ausrichtung der Szene aufgerufen, es besser zu machen. Ich denke drüber nach. Für 2010.</p>
<p>Und wenn ich letztlich etwas positives mitgenommen habe, dann das gute Gefühl, dass da draußen in der Blogosphäre die Luft auch nicht dünner ist als hier. Soll heißen: Wer sich die Mühe macht, eigenen und relevanten Content für seine Zielgruppe zu liefern, der steht nicht schlechter da, als die selbst ernannten Altvorderen. Also: Macht mal Twitter aus und bloggt mal wieder. Denn das macht immer noch viel mehr Spaß als irgendwas.</p>
<p>(Ach, eins noch: <a href="http://www.doyoupoken.com">Poken</a> wurden auch verteilt. Das ist mal ein Käse!)</p>
<div id="attachment_1961" class="wp-caption alignnone" style="width: 510px"><a href="http://www.blogboys.de/wp-content/uploads/2009/04/dsc_1780.jpg" rel="shadowbox[post-1952];player=img;"><img class="size-full wp-image-1961" title="dsc_1780" src="http://www.blogboys.de/wp-content/uploads/2009/04/dsc_1780.jpg" alt="dsc_1780" width="500" height="335" /></a><p class="wp-caption-text">Sonnenuntergang über Berlin.</p></div>
<p>Am Ende der drei Tage genoss ich noch ein wenig Berlin, machte einen <a href="http://www.rosislam.de/">zweiten Platz beim Poetry Slam im Rosis</a> und ließ mich <a href="http://berlinernachttaxe.de/">von Michael Kessler in seiner Nachttaxe durch Berlin kutschieren</a>. Aber das ist genug Material für einen eigenen Blog-Artikel.</p>
<p>Demnächst hier, ganz unprätentios und selbst gemacht, bei den Blogboys.</p>


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		<title>Was ist ein Nerd?</title>
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		<pubDate>Fri, 03 Apr 2009 17:56:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rouven</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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		<description><![CDATA[Mario Sixtus a.k.a. "Der elektrische Reporter" stellt sich bereits seit langem Fragen über das Internet und moderne Medien.

<h2>Verwandte Beiträge:</h2><ol><li><a href='http://www.blogboys.de/2009/01/23/globales/hail-to-the-nerd.html' rel='bookmark' title='Permanent Link: Hail to the Nerd!'>Hail to the Nerd!</a></li><li><a href='http://www.blogboys.de/2009/03/31/allgemeines/blogboys-auf-der-republica-tag-0.html' rel='bookmark' title='Permanent Link: Blogboys auf der re:publica (Tag 0)'>Blogboys auf der re:publica (Tag 0)</a></li><li><a href='http://www.blogboys.de/2009/03/13/allgemeines/das-netz-nervt-mich.html' rel='bookmark' title='Permanent Link: Das Netz nervt. Mich.'>Das Netz nervt. Mich.</a></li></ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mario Sixtus a.k.a. &#8220;Der elektrische Reporter&#8221; stellt sich bereits seit langem Fragen über das Internet und moderne Medien. Neuerdings tut er dies mit Unterstützung des ZDFs und des Handelsblatts. <a href="http://www.elektrischer-reporter.de/elr/video/115/">In seiner neuesten Ausgabe</a> beschäftigt er sich mit dem Nerd, was das eigentlich ist und was diese Leute tun. Eventuell hat sich das der ein oder die andere BloggerIn bereits gefragt, auch ob er oder sie selbst zu den Nerds zählt. Viele Experten &#8211; u.a. unser Padeluun vom Bielefelder <a href="http://www.foebud.org/">FoeBuD</a> &#8211; kommen im neuen Beitrag des E-Reporters zur Sprache und zu dem Schluss: Es gab Nerds schon immer und sie sollten öfter Gehör finden.</p>
<blockquote><p>Nerds sind das wandelnde Klischee des gesellschaftlichen Außenseiters: schüchtern und unattraktiv verbringen sie die meiste Zeit vor ihrem Computer und pflegen soziale Kontakte allerhöchstens über die Tastatur. Doch die vermeintlichen Außenseiter haben der Gesellschaft längst ihren Stempel aufgedrückt. Von der E-Mail-Kultur bis zur Wikipedia: Das digitale Zeitalter ruht auf einem Nerd-gebauten Fundament. Der Elektrische Reporter begibt sich auf die Suche nach der Subkultur der Technophilen &#8211; und stellt die Frage, ob wir im Gleichschritt mit der Verbreitung des Internets nicht alle irgendwie zu Nerds werden.</p></blockquote>
<p><a href="http://www.elektrischer-reporter.de/elr/video/115/">Link zum Video</a></p>
<p>(<a href="http://www.flickr.com/photos/willsisti/411974911/">Vorschaubild</a>: <a href="http://www.flickr.com/photos/willsisti/">Flyinace2000</a>, <a href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/deed.en">Lizenz</a>)</p>


<h2>Verwandte Beiträge:</h2><ol><li><a href='http://www.blogboys.de/2009/01/23/globales/hail-to-the-nerd.html' rel='bookmark' title='Permanent Link: Hail to the Nerd!'>Hail to the Nerd!</a></li><li><a href='http://www.blogboys.de/2009/03/31/allgemeines/blogboys-auf-der-republica-tag-0.html' rel='bookmark' title='Permanent Link: Blogboys auf der re:publica (Tag 0)'>Blogboys auf der re:publica (Tag 0)</a></li><li><a href='http://www.blogboys.de/2009/03/13/allgemeines/das-netz-nervt-mich.html' rel='bookmark' title='Permanent Link: Das Netz nervt. Mich.'>Das Netz nervt. Mich.</a></li></ol></p>]]></content:encoded>
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		<title>Blogboys auf der re:publica (Tag 0)</title>
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		<pubDate>Tue, 31 Mar 2009 19:51:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>markus.freise</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>
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		<category><![CDATA[Mischa]]></category>
		<category><![CDATA[Poetry Slam]]></category>

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		<description><![CDATA[Markus und Mischa tummeln sich ab Mittwoch auf der re:publica, da wo Nerds und Publizisten kuscheln, und sind ganz aufgeregt.

<h2>Verwandte Beiträge:</h2><ol><li><a href='http://www.blogboys.de/2009/04/06/allgemeines/republica-09-wars-das.html' rel='bookmark' title='Permanent Link: re:publica 09 &#8230; War&#8217;s das?'>re:publica 09 &#8230; War&#8217;s das?</a></li><li><a href='http://www.blogboys.de/2009/03/13/allgemeines/das-netz-nervt-mich.html' rel='bookmark' title='Permanent Link: Das Netz nervt. Mich.'>Das Netz nervt. Mich.</a></li><li><a href='http://www.blogboys.de/2009/02/13/featured/mischa-bei-thalia.html' rel='bookmark' title='Permanent Link: Mischa bei Thalia'>Mischa bei Thalia</a></li></ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Auch, wenn es in den vergangenen Wochen hier etwas ruhiger zuging (das wird besser, versprochen!): Die Blogboys leben und sind gewillt, gute Blogger zu sein. Ja, sogar: Sich einen Namen in der Szene zu machen mit Qualitätsblogging fernab von Reblogging.</p>
<p>So ist es selbstverständlich, dass wir uns auf den Weg nach Berlin machen, um der <a href="http://www.re-publica.de/09/">re:publica, dem Blogger-Treffen</a> schlechthin unseren Stempel aufzudrücken oder uns mal ordentlich stempeln zu lassen. Als Botschafter der Blogboys fungieren hier der Mischa und der Markus, die ab morgen früh 10 Uhr auf der re:publica sehen, was die Szene so treibt und antreibt. Es ist unser erstes Mal und wir sind mächtig aufgeregt. Schließlich werden da die ganzen wichtigen Blogger sein. Und die, die sich für wichtig halten. Mal schauen, wie wichtig die in echt sind.</p>
<p>Aber wir sind auch aufgeregt, weil das <a href="http://programm.re-publica.de/2009/index.de.html">Programm der re:publica</a> einige wirklich spannende Theme beinhaltet.</p>
<p>Treffen werden wir da aus dem Dunstkreis der Blogboys sicherlich <a href="http://www.spitblog.de/">Lars Reineke aka spitblog</a> und <a href="http://www.agenturblog.de/">Oliver Wagner aka agenturblog</a>. Wer ist noch da? Postet uns die Kommentare voll und trefft uns auf ein Bier.</p>
<h2>Wir sind dabei, damit auch Ihr dabei sein könnt. So:</h2>
<p>Erwartet also ab morgen hier Eindrücke, Abdrücke und Meinungen zum nerdigsten Ereignissen, dass jemals über die Publizisten dieser Republik hereingebrochen ist.</p>
<p>Und natürlich wären wir völlig fehl am Platz der re:publica, wenn nicht auch Twitter glühen würde. Mischa wie immer als <a href="http://twitter.com/gibraltarjunge">gibraltarjunge</a> und ich mit meinem Account <a href="http://twitter.com/markusfreise">markusfreise</a>. Der offizielle Hashtag der re:publica ist übrigens <a href="http://search.twitter.com/search?q=%23rp09">#rp09</a>.</p>
<p>Fotos poste ich in meinem <a href="http://www.flickr.com/photos/markusfreise/">Flickr-Account</a> im Album <a href="http://www.flickr.com/photos/markusfreise/sets/72157616096937343/">re:publica 09</a>.</p>
<p>(Wer in Berlin ist und noch eine Abendveranstaltung sucht, auf der <a href="http://www.re-publica.de/09/2009/03/24/republica-party-mit-dem-schwule-madchen-soundsystem-aka-fettes-brot/">keine altgedienten Hamburger rappen</a>, kann am 1.4. gerne zur <a href="http://www.agenturblog.de/">Lesebühne Berliner Wald</a> kommen. Da sind Mischa und ich als Gast geladen. Oder am Freitag, den 3.4. ins <a href="http://www.rosislam.de/">Rosis zum Rosi&#8217;Slam</a>. Da ist Mischa Featured Poet und ich im Starterfeld. (Hey! Lars! Mach doch auch mit!))</p>


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		<title>Das Netz nervt. Mich.</title>
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		<pubDate>Fri, 13 Mar 2009 22:40:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>markus.freise</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>
		<category><![CDATA[Die Boys]]></category>
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		<category><![CDATA[Revolution]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie soll man als Informations-Junkie bei den ganzen Content-Posern noch seine Droge finden? Ein Frust-Report.

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			<content:encoded><![CDATA[<p>Ist das überhaupt irgendwem außer mir aufgefallen, dass mein letzter Beitrag „<a href="http://www.blogboys.de/2009/02/23/featured/the-pac-man-dossier.html">The Pac-Man Dossier</a>” fast einen Monat alt ist? So eine Zeitspanne habe ich noch nie zwischen zwei Beiträgen verstreichen lassen. Warum nun?</p>
<p>Ich könnte behaupten, dass mein Real Life-Job mich voll in Beschlag nimmt, ich könnte sagen, ich bin Familienvater, ich könnte sagen, ich arbeite noch immer an meinem nächsten Buch. Das alles stimmt. Aber das alles stimmte auch in den Zeiten, in denen ich bis zu drei Beiträge pro Tag herausgehauen habe. Also kann es das im Prinzip nicht sein. Es ist viel schlimmer.</p>
<p style="text-align: center;"><strong>Das Netz nervt. Mich.</strong></p>
<p>Buchse runter: Ich bin ein Junkie. Ein Informations-Junkie. Egal wo ich gehe und stehe: Ich sauge Informationen auf wie ein Schwamm gutes altes Wasser: Im Netz, unterwegs mit dem iPhone, morgens die NW. Es vergeht kein Einkauf ohne mindestens ein Magazin zu kaufen. Vom Spiegel bis zur GEE. Die Bandbreit ist vielfältig. So bin ich aufgewachsen. Das habe ich mir angeeignet. Ich liebe Informationen. Ja. Ich möchte sagen: Ich bin ein Informations-Liebhaber.</p>
<p>So war die Geburt des Web 2.0 für mich eine Offenbarung: Der Welt, jedem einzelnen Hans Dampf in allen Gassen, standen auf einmal Methoden zur Verfügung, Informationen die er hat zu publizieren. Endlich würde das nicht mehr einer Publizisten-Elite überlassen. Die Revolution war da.</p>
<p style="text-align: center;"><strong>Der Fisch stinkt vom Kopf her.</strong></p>
<p>Die Revolution ist gescheitert. (<a href="http://informationarchitects.jp/data-gourmet/">Dazu auch sehr lesenswert ein Artikel bei den Information Architects „Data Gourmet“</a>.) Einmal mehr an den Revoluzzern, den Bloggern. Vor der Demokratisierung der Information war es so, dass derjenige das Feld anführte, der eine Information als erstes publizierte. Also schickten sich die Redaktionen an, ihre besten Leute loszuschicken. Investigativ zu recherchieren. Zu bohren und zu stochern. Solange, bis sie eine Information ausgruben, die niemand anders haben würde. Um sie dann zu publizieren. In einem Magazin, einer Zeitung.</p>
<p>Magazine und Zeitungen brachten den Umstand mit sich, dass sie in einem fest gelegten Abstand von Zeit erschienen. Mindestens innerhalb von 24 Stunden. Das ließ Zeit: Ergab sich eine Story, hatte ein Redakteuer im Idealfall 24 Stunden Zeit zu recherchieren, wenn es mal flott gehen musste wenigstens einige Stunden. In dieser Zeit konnte er an Informationen kommen, die niemand anders würde haben können. Er wäre am nächsten Morgen der King. Er wäre es, der dafür sorgen würde, dass seine Zeitung sich am Kiosk verkaufen würde, während die anderen wie Eisenplatten in den Ablagen würden liegen bleiben.</p>
<p>An diesem Differenzierungs-Merkmal hat sich wenig geändert. Noch immer gilt es: Wer als erster ein Information heraushaut ist vorneweg. Wird zuerst gelesen. Wird im Feed-Reader aufgenommen. Bekommt Impressions. Holt sich eine goldene Nase via AdSense. Oder das Elixier eines jeden Bloggers: Die meisten Kommentare. Er wird gebacktracked als gäbe es kein Morgen und verlinkt, als wäre sein Blog das Zentrum aller Virtualität. Alles, was er dafür tun muss ist: Schnell sein. Schneller als die anderen.</p>
<p>Nun bringt es die Web-Technologie mit sich, dass eine Information nicht erst gesetzt, gedruckt und ausgeliefert werden muss. Was geschrieben ist, ist innerhalb von Augenblicken verfügbar. Es gilt also keine Zeit zu verlieren. Wenn eine Info aufschlägt, muss sie publiziert werden. Sofort! Vor allen anderen. Eine Recherche findet also selten statt. Und wenn dann meist sehr oberflächlich. Google. Wikipedia. Das muss genügen. Es ist keine Zeit.</p>
<p style="text-align: center;"><strong>Schlimmer noch: Es fehlt sogar die Zeit zur Reflektion. Zur Meinungsbildung.</strong></p>
<p>Denn ein wesentlicher Aspekt des Bloggens ist nicht nur das Verbreiten von Informationen sondern auch deren subjektive Auslegung. Wenn eine Information da ist, muss sie schnell ins Netz. Aber vorher muss sie noch eben schnell mit einer Meinung hinterlegt werden. Nehmen wir ein einfaches Beispiel einer Meldung, auf die ich via den Fünf Filmfreunden gestoßen bin:</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://io9.com/5169241/it-gets-remade-causing-millions-to-go-without-showering"><strong>Das Buch „Es“ von Stephen King wird neu verfilmt.</strong></a></p>
<p style="text-align: center;">(Hurra! Eins meiner Lieblingsbücher bekommt eine zweite Chance!)</p>
<p>Das, was uns <a href="http://io9.com/">i09</a> da liefert, ist prinzipiell erst einmal eine einfache Information, die für jeden Film-Interessierten von Belang sein kann. Nun wird diese Information vom Blog io9 gepostet. Leider ist es aber so, dass diese Information so gerade den Sprung über die Gerüchte-Mauer schafft und somit nur wenige Details vorliegen. Es ist gerade einmal bekannt, wer das Ding produziert. Mehr nicht. Was also tun? io9 tut das, was so viele so häufig tun: Sie nehmen das wenige was sie haben und bilden sich eine totale überflüssige Meinung, die keine ist. Sie strapazieren den Freund des Unwissenden. Sie flirten mit der Geliebten der BILD-Zeitung. Der Hure des Trash-Journalismus: <strong>Dem Konjunktiv.</strong></p>
<blockquote><p>„This movie <strong>could</strong> fall flat on its face if this role is miscast. I&#8217;m not sure who <strong>could</strong> fill Curry&#8217;s clown shoes, but if done correctly there should be a mass switchover from showers to baths and I <strong>may</strong> never sleep again.“<em> io9, <a href="http://io9.com/5169241/it-gets-remade-causing-millions-to-go-without-showering">IT Gets Remade, Causing Millions To Go Without Showering</a></em></p></blockquote>
<p>Diese Meinug ist so überflüssig wie ein vorzeitiger Samenerguss. Aber sie ist eben notwendig in einer Welt, in der nur der schnellste überlebt. io9 hat gar nicht die Chance, zu warten bis weitere Details über das Projekt vorliegen, die dazu dienen könnten eine konkrete Meinung zu haben. Vielleicht ist Heath Ledger ja gar nicht tot und spielt nach dem Joker nun eben noch Pennywise. Vielleicht aber macht auch Ben Stiller den Luftballon-Freak. Wer weiß? Keiner. Aber jeder hat eine Meinung zu diesem Unwissen.</p>
<p>Mit genausoviel Feuer werden Trailer von Filmen auseinandergenommen, die nur wenige Szenen zeigen („Das kann ja nichts werden.”), werden Bücher verrissen, von denen nur der Autor bekannt ist, wird Software bewertet, die man nur von Screenshots kennt. Alles, was bewertbar ist, wird bewertet. Zu jeder Zeit. Von jedem. Ganz gleich, wie wenig Wissen vorliegt. Es zählt nur die Meinung. Nur das Posten. Es wird nicht gefragt „Warum” sondern „Ob“ und die Antwort ist: „Flott!“.</p>
<p>Nico Brünjes karikiert dies Phänomen wunderbar in seinem Artikel „<a href="http://codecandies.de/2009/03/09/mal-ein-twitterartikel/#more-1946">Mal ein Twitterartikel</a>”: Ein Artikel, der nur ein Artikel sein will, weil ja auch Nico was zu Twitter sagen muss.</p>
<p>Und wer sogar dazu zu faul ist, sich eine Meinung zu bilden, der macht nichts anderes, als die Artikel von anderen zu verlinken. So zu tun, als wäre er Publizist in dem er einzelne Passagen quoted. Wer so etwas tut, der ist noch nicht einmal ein schlechter Publizist, der ist sogar nur Kopist. Und so gibt es mittlerweile dutzende von Blogs in Deutschland, die nichts anderes machen als sich gegenseitig zu referenzieren und damit in der Wechselwirkung obsolet zu machen. Prominenteste Beispiele sind <a href="http://www.nerdcore.de">Nerdcore</a> und <a href="http://www.i-jeriko.de/">I am Jeriko</a>. Hier geht es definitiv nur noch um die Masse an Informationen. Eine wirkliche Reflektion findet nicht statt. Sie wird auch in keinen neuen Kontext gestellt, wie wir es beispielsweise mit „Die besten Songs aller Zeit” probieren. Sie wird stumpf kopiert und oberflächlich kommentiert. Mehr geht nicht. Wie auch, wenn man gefühlte zehn Artikel am Tag posted? Diese Blogs zu konsumieren ist für einen Informations-Junkie wie die gemütliche Zigarette des Rauchers draußen vor der Kneipe im strömenden Regen: Sie liefert die Befriedigung eines Bedürfnis, die genauso schnell verflogen ist, wie man durch die Tür wieder in den Laden gehen kann.</p>
<p>Was bleibt von der Revolution? Ein riesiger Sumpf an Nicht-Informationen von einem Haufen Info-Narzissten. Und uns Informations-Junkies bleibt nichts anderes, als durchzuwaten, auf der Suche nach unseren Oasen des gekonnten Journalismus mit durchdachten Artikeln, eigenem Content und konkreten Meinungen wie das <a href="http://www.agenturblog.de">agenturblog</a>, <a href="http://parkablogs.com">Parka Blogs</a>, <a href="http://www.43folders.com/">43 Folders</a> oder <a href="http://www.alistapart.com/">A List Apart</a> tun. Die bloggen nur alle paar Tage, manchmal sogar Wochen. Dann aber richtig. Diesem Anspruch möchte ich mich nun anschließen. Also: Erwartet gerne weiterhin meine Postings hier. Jedoch in deutlich größeren Abständen als in der Vergangenheit.</p>
<p>Denn das Netz ist nur ein Medium und kein Zweck. Aber solange es das bleibt, nervt es weiter.</p>


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		<title>Die &#8220;Mit-dieser-Nachricht-kann-ich-nicht-allein-sein&#8221;-Skala</title>
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		<pubDate>Fri, 13 Mar 2009 13:25:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rouven</dc:creator>
				<category><![CDATA[Headline]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Presse]]></category>

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		<description><![CDATA[Vorgestern wusste ich nicht so recht. Ich hatte erst "etwas Lustiges" gebloggt, dann habe ich die Nachrichtenseiten geöffnet, mir fiel die Kinnlade herunter und dann nichts mehr ein.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-1870" src="http://www.blogboys.de/wp-content/uploads/2009/03/2915318327_37c056e9d5.jpg" alt="2915318327_37c056e9d5" width="500" height="332" /><br />
<strong><br />
Vorgestern wusste ich nicht so recht. <a href="http://killefit.net/blog/2009/03/11/das-medium-der-zukunft/">Nebenan</a> hatte ich erst &#8220;etwas Lustiges&#8221; gebloggt, dann habe ich die Nachrichtenseiten geöffnet, mir fiel die Kinnlade herunter und dann nichts mehr ein.</strong></p>
<p>Ich überlegte, wie ich die Ereignisse in Winnenden beschreiben würde, aber jedes Adjektiv schien nicht zu passen, auch, wenn es die Worte &#8220;dramatisch&#8221; oder &#8220;tragisch&#8221; waren. Mir fiel dann auf, dass ich ebensowenig davon sprechen durfte, &#8220;betroffen&#8221; zu sein, denn schließlich gehörte ich weder zu Opfern noch zu Angehörigen. &#8220;Ein wenig schockiert&#8221; wäre korrekter, wenn auch nicht dergestalt, dass ich plötzlich zur Salzsäule erstarrte. Denn immerhin habe ich mit einigen Leuten darüber gesprochen, und es kommt nicht oft vor, dass ich mit Leuten über Nachrichten rede, und das, obwohl ich nicht einmal Vater von zur Schule gehenden Kindern bin. Und für Analysen bin ich ebenfalls nicht der richtige Ansprechpartner. Weder bin ich Kriminologe, noch Psychologe oder gar Counterstrikespieler.</p>
<p>Je gravierender oder vielleicht auch bedrohlicher der Inhalt einer Nachricht mir erscheint, desto eher habe ich das Bedürfnis, dieses jemandem zu erzählen. Vor einer Weile habe ich einmal etwas über eine Formel zur Ermittlung eines Nachrichtenwerts gelesen. Diese war mir aber zu abstrakt und akademisch gehalten, fast wäre es etwas makaber, im Zuge dieser Ereignisse mit Mathe und Wirkung auf das Publikum  zu kommen. Gestern hatte ich dann die Idee von einer persönlichen, für mich allein bestimmten &#8220;Mit-dieser-Nachricht-kann-ich-nicht-allein-sein&#8221;-Skala, beispielsweise von eins bis sieben gehalten. Die sieben Grade sind hierfür nun natürlich völlig willkürlich gewählt, es könnten ebenso gut fünf oder neun sein. Doch zur ersten Veranschaulichung soll es genügen, hauptsache, ein Mittelwert für die durchschnittliche Tangierung ist vorhanden.</p>
<p>Bei einer 1 würde ich Neuigkeiten der Art &#8220;Oma Dornbergs Katzenhospiz erhält einen Scheck über soundsoviel Euro&#8221; einordnen. Ich habe zu Katzen ein nur virtuell gutes Verhältnis und eine Geldspende für einen solchen Verein ist allenfalls, naja, O.K. für die dort Miauenden.</p>
<p>Das vorgestrige Ereignis in Winnenden bekäme von mir den Mittelwert. Wie gesagt, ich habe dabei etwas empfunden und es hat mich zur Kommunikation bewegt. Dem Amoklauf in Alabama würde ich fast schon einen Wert darunter geben, weil: Weiter weg geschehen und eine Nachricht wie aus den USA mittlerweile gewohnt, so traurig sich das jetzt auch schreiben lässt.</p>
<p>Das Geschehen am 11.09.2001 muss eine 6 erhalten, wenn nicht sogar zwischen 6 und 7. Damals benötigte ich unbedingt jemanden in meiner Nähe. Man wusste schließlich nicht, was als nächstes passierte. Von Krieg bis Weltuntergang war alles denkbar, die liebsten Menschen wollte man irgendwie bei sich wissen, wenn vielleicht auch lediglich telefonisch möglich.</p>
<p>Die definite 7 erhielten nur Anzeichen der kommenden Apokalypse. Wird die erste Bombe gezündet, fürchtet man schließlich bereits die nächsten Explosionen. Den Untergang der Menschheit möchte bestimmt niemand alleine oder womöglich sogar auf der Arbeit verbringen. Ich glaube, es war Jim Morrison, der einmal geäußert hatte, bei den ersten Anzeichen des absoluten Endes würde er gerne &#8220;goldene Begattungen&#8221; in den Straßen sehen.</p>
<p>Ich finde, die Redaktionen könnten ruhig einmal mit meiner &#8220;Mit-dieser-Nachricht-kann-ich-nicht-allein-sein&#8221;-Skala arbeiten, ich stelle sie gerne zur Verfügung. Sie ist den freien Mitarbeitern und Praktikanten bestimmt einfacher zu vermitteln als die Theorie vom Nachrichtenwert (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Nachrichtenwert">ach guck, da ist sie ja</a>).</p>
<p>(<a href="http://www.flickr.com/photos/edenpictures/2915318327/">Foto</a>: <a href="http://www.flickr.com/photos/edenpictures/">edenpictures</a>, <a href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/deed.en">Lizenz</a>)</p>
<p><img src="http://vg02.met.vgwort.de/na/0ff1e67f0bd24d7e89eaa53981b12c66" alt="" width="1" height="1" /></p>
]]></content:encoded>
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		<title>Ein schlimmer Job</title>
		<link>http://www.blogboys.de/2009/03/01/headline/ein-schlimmer-job.html</link>
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		<pubDate>Sun, 01 Mar 2009 03:38:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rouven</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bielefeld]]></category>
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		<category><![CDATA[Arbeit]]></category>
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		<category><![CDATA[Jobs]]></category>
		<category><![CDATA[Presse]]></category>

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		<description><![CDATA[Letzte Woche lag bei uns die örtliche Zeitung an zwei folgenden Werktagen nicht im Briefkasten. Woran das liegen mag, darüber besitze ich eine leise Ahnung.

<h2>Verwandte Beiträge:</h2><ol><li><a href='http://www.blogboys.de/2009/08/05/featured/der-newsroom-von-rivva.html' rel='bookmark' title='Permanent Link: Der Newsroom von Rivva'>Der Newsroom von Rivva</a></li><li><a href='http://www.blogboys.de/2008/11/25/headline/rezession-nicht-bei-uns.html' rel='bookmark' title='Permanent Link: Rezession? Nicht bei uns!'>Rezession? Nicht bei uns!</a></li><li><a href='http://www.blogboys.de/2008/11/06/headline/dont-imagine-yoko-ono.html' rel='bookmark' title='Permanent Link: Don&#8217;t imagine Yoko Ono!'>Don&#8217;t imagine Yoko Ono!</a></li></ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Letzte Woche lag bei uns die örtliche Zeitung an zwei folgenden Werktagen nicht im Briefkasten. Der Zusteller wird womöglich nicht gewusst haben, dass es sich um ein Mitarbeiter-Abo handelt und deshalb Priorität genießt. Deswegen würde ich mich aber niemals aufregen oder Beschwerde einreichen. Ich mag mir nämlich kaum ausmalen, was für logistische Wunder zwischen dem Redaktionsschluss und der Auslieferung geschehen müssen, um den Erhalt der Zeitung zu garantieren.</strong></p>
<p><center><img src="http://www.blogboys.de/wp-content/uploads/2009/03/2239392291_8b8f2be0b7.jpg" alt="2239392291_8b8f2be0b7" title="" width="500" height="333" class="alignnone size-full wp-image-1815" /></center></p>
<p>Erstaunt bin ich aber darüber, dass ich heute Nacht nach dem Partybesuch um 3 Uhr zuhause angelangt kam und die F.A.S. im Briefkasten entdeckte. Ein paar ganz arme Säue müssen also zu dieser späten Uhrzeit ihr Werk verrichtet haben. Sonntags!</p>
<p><a href="http://www.spreeblick.com/2009/02/25/der-schlimmste-job-den-ich-je-hatte/">Johnny Häusler sprach jüngst</a> von der schlimmsten Arbeit, die er jemals wahrgenommen hatte. Auch ich habe schlimme Arbeiten verrichtet oder mich für Tätigkeiten der schlimmsten Sorte beworben. Eine davon betraf eben den logistischen Betrieb der grün gestrichenen Ortszeitung (tja, da staunt ihr, was?). Ich beschreibe das einmal am besten wie folgt:</p>
<p>Vor Jahren habe ich mich auf eine Zeitungsanzeige gemeldet. Ich hatte kein Geld, das BaföG war alle und musste meinen schlanken Balg ernähren. Die Anzeige sah danach aus, als wenn ich, mit einem einfachen Führerschein bewappnet, lediglich irgendwelche Dinge ausliefern musste. „Fahrer gesucht“ lässt auf derlei Anforderungen schließen.</p>
<p>Ich rief also seinerzeit unter der angegebenen Nummer an, es meldete sich eine tief, männliche Stimme, die anscheinend sehr überrascht über mein Interesse war. „Ja, prima,“ wurde mir bedeutet. „Komm doch am Donnerstagnachmittag vorbei, dann reden wir drüber.“</p>
<p>Am Telefon hieß es überdies, dass man als Student ganz prima eingesetzt werden könne, ginge es doch um „Überhangs“-Auslieferungen am Vormittag. Gelegentlich könnte auch ein Abend dazu kommen, da man mit einer örtlichen Zeitung zusammenarbeite.<br />
Nun gut, das klang ja eigentlich ganz nett und so erklärte man sich bereit, mal beim Inserenten (in einem Vorort von Gütersloh!) vorstellig zu werden.<br />
Ich geriet kurz vor der Vorstellung in ein Reihenhausgebiet, fand das Haus, dann die Klingel nicht, da, wie sich herausstellte, der Chef bei seiner Freundin wohnte. Nach meinem nachmittäglichen Herumstreunen um das Haus hatte er dann irgendwann einmal die Türe geöffnet und der mittedreißiger Schnurrbartträger hustete mir, er sei gerade eben erst aufgestanden. „Die Nachtarbeit.“ Ich verstand natürlich.<br />
Dort hieß es dann, es seien eigentlich ausschließlich die Fahrten am Abend, für die Personal benötigt werde und ich könne es mir ja einmal ansehen, mit den Leuten dort mitgehen. Der Chef (also er selbst) sei dann auch zugegen. Man bräuchte nur nach ihm zu rufen bei eventuellen Unsicherheiten.</p>
<p>Auf meine Nachfrage, wie lange er denn bereits diese Geschäft betreibe, erwiderte er: „Mittlerweile seit drei Jahren.“ Er sei selbst einmal angestellt gewesen, aber als die Firma bankrott ging, wurde er vor die Wahl gestellt: Entweder er übernähme sie oder würde arbeitslos. Damals hatte er sich für erstere Variante entschieden, und nachdem er nach dreißig Anfragen endlich eine Bank erwischt hatte, die ihm einen Kredit über 4.000,&#8211; Euro gewährt hatte („Beim Speditionsgeschäft wiegeln die Banken sofort alle ab.“), wäre es auf Biegen und Brechen langsam voran gegangen.</p>
<p>Der Job, wegen dem ich mich bemühte, könne allerdings nur auf 400,– Euro-Basis erfolgen, und wenn man mal mehr gearbeitet habe, dann könne man im Folgemonat „vielleicht mit Arbeit sparen“.<br />
Mit flauem Gefühl im Bauch erklärte ich mich dann dennoch bereit, mir vor Ort die Dinge tatsächlich einmal anzusehen, schließlich will man nicht arbeitsscheu oder als Drückeberger erscheinen. Interessiert war ich ja schon ein wenig, obwohl ich die nächste Frechheit wieder riechen konnte und manchmal können derlei Abgründe eine Anziehungskraft ausüben, die sonst nur schwarzen Löchern vorbehalten bleibt.<br />
Vor Ort des Zeitungsverlags um 22 Uhr angekommen, standen bereits einige der Fahrer dort, der Chef war nicht in Sicht und Rufweite. Es wurde noch kein Papier in die Wagen eingeladen und der Vorgang konnte nach Auskunft auch noch eine Weile dauern. Sämtliche Wartezeiten zählten wohlgemerkt noch nicht als Arbeitszeit.</p>
<p>Beim Beladen der unterschiedlichen Fahrzeuge musste akribisch genau auf die jeweilige Stückzahl der Pakete geachtet werden, zumal Prospekte und anderes extra verpackt waren: Man wollte ja nicht zuviel vor den jeweiligen Haltepunkten abliefern.<br />
Wie sich herausstellte, sollten die Bediensteten besagter Firma allesamt in Gegenden einer Gemeinde im Kreis Paderborn eingesetzt werden und entlang einer Route Adressen beliefern, die ihnen wahrscheinlich schon in Fleisch und Blut übergegangen waren.<br />
Einer von ihnen zeigte mir die Örtlichkeiten und Regeln, nach denen der Betrieb funktionierte, denn: Der Chef ließ sich nicht blicken.</p>
<p>Ich: “Und wie lange bist Du für so eine Tour unterwegs?“<br />
Er: „Also, ich hab’ von uns hier die kürzeste erwischt. So um 1 Uhr bin ich wieder in Bielefeld. Aber heute geht das auch mit dem Beladen recht schnell…“<br />
Ich: „Und die anderen sind noch länger unterwegs?“<br />
Er: „Ja, manche schon. Er hier [lächelt und weist auf seinen Kollegen] kommt heute bestimmt auch nicht wieder vor drei nachhause.“<br />
[Pause]<br />
Er: „Also, ich find’, es ist ein echt easy Job.“<br />
Ich: „Aber ihr macht das von Montags bis Freitags, hab’ ich das richtig verstanden?“<br />
Er: „Nee, Sonntags auch. Du kriegst doch auch Montagmorgens ne Zeitung, ne?“<br />
Sechs Tage in der Woche, Herrschaften! Nächte!<br />
Für pauschal 400 Euro im Monat!</p>
<p>Die F.A.S.-Titelblatt ist mir soeben beim Herausrupfen aus dem Briefkastenschlitz zerrissen. Das war mir aber voll wurst. Ein großes Dankeschön gebürt dem Zusteller. Er wird in dieser Stadt für diese Zeitung weitere Strecken zurückgelegt  haben müssen.</p>
<p>(<a href="http://flickr.com/photos/wheany/2239392291/">Foto</a>: <a href="http://flickr.com/photos/wheany/">wheany</a>, <a href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/deed.en">Lizenz</a>)</p>


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		<title>The Ghosts of Abu Ghraib</title>
		<link>http://www.blogboys.de/2009/02/21/allgemeines/the-ghosts-of-abu-ghraib.html</link>
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		<pubDate>Sat, 21 Feb 2009 19:31:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>markus.freise</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>
		<category><![CDATA[Globales]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
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		<category><![CDATA[Irak]]></category>
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		<description><![CDATA[Eine sehr sehenswerte Dokumentation über die Geschehnisse rund um das Gefängnis Abu Ghraib und den Schändungen die dort stattfanden.

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			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>„There is no such thing, as a little bit of torture.“</p></blockquote>
<p>Dieser Satz hat sich bei mir ins Hirn gegraben. Gesagt wurde er in einer der ergreifendsten Dokumentationen, die ich seit langem gesehen habe und die man sich &#8211; vermutlich nicht ganz „okay“ &#8211; in voller Länge via GOOGLE-Video anschauen kann.</p>
<p><a href="http://video.google.de/videoplay?docid=-82848561528142057&amp;ei=HFegSbexKp-QiQLqq-CoBg&amp;q=ghosts+of+abu+ghraib">The Ghosts of Abu Ghraib auf GOOGLE-Video schauen</a></p>
<p>(Ich verzichte hier aus Copyright-Gründen auf eine Einbettung.)</p>
<p>Sie rekapituliert noch einmal die Ereignisse rund um die Folterungen und Schändung im Gefängnis Abu Ghraib durch amerikanische Soldaten. Dabei zeichnet sie ein sehr facettenreiches Bild: Erläutert, wie aus normalen Soldaten Folterer wurden, was in Abu Ghraib geschah und welche Anstrengungen unternommen wurden, es zu vertuschen. Dazu lässt sie nicht nur Experten und Historiker zu Wort kommen. Sondern auch Täter und Opfer. Es schnürt einem so manchesmal die Kehle zu. Aber man muss das schauen. Denn die wohl furchtbarste Botschaft des ganzen ist: Hätte es diese Fotos nicht gegeben, die von den Tätern persönlich gemacht und von einem mutigen Kameraden veröffentlicht wurden, hätte niemals jemand etwas davon erfahren. Und dennoch wäre es trotzdem geschehen.</p>
<p>So bleibt man zurück. Mit dem matten Gefühl, dass es vermutlich noch unzählige Abu Ghraibs mehr gab, gibt und immer geben wird. Dass „Menschenrechte“ ein Wohlstandsphänomen sind und spätestens mit der ersten Patrone, die in einem Krieg verschossen wird, zugrunde geht. Dass so etwas wie „Würde“ dann verloren geht, wenn jemand mit deinem Lebenswillen spielt wie mit einem Gummiball, den er gegen eine Wand wirft und den du versuchen sollst, mit den Füßen zu fangen. Dass es nur eines bedarf, um aus einem einfachen Menschen einen Folterer zu machen: Macht.</p>
<p>Jegliche Achtung geht den Bach runter, wenn Kinder und Mütter und Väter getrennt werden und Väter gefoltert und Söhne sterben, weil sie keine Antworten auf Fragen haben. Schlicht, weil sie unschuldig sind. Und immer wieder kommen einem diese zwei entsetzlichen Buchstaben in den Sinn, weil man weiß, bis dahin ist es nur ein kleiner Schritt: KZ.</p>


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		<title>Die Hochkonjunktur des Recyclens</title>
		<link>http://www.blogboys.de/2009/02/13/allgemeines/die-hochkonjunktur-des-recyclens.html</link>
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		<pubDate>Fri, 13 Feb 2009 11:38:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rouven</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>
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		<category><![CDATA[Recycling]]></category>

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		<description><![CDATA[Man hat uns lange vorgegaukelt, Gewinne und Produktionen könnten ständig maximiert werden. Nun stehen wir da und sind eines Besseren belehrt worden.

<h2>Verwandte Beiträge:</h2><ol><li><a href='http://www.blogboys.de/2009/04/24/allgemeines/ich-habe-keine-angst-vor-ursula-ich-habe-angst-vor-wie-heist-du-eigentlich.html' rel='bookmark' title='Permanent Link: Ich habe keine Angst vor Ursula, ich habe Angst vor &#8230; wie heißt Du eigentlich?'>Ich habe keine Angst vor Ursula, ich habe Angst vor &#8230; wie heißt Du eigentlich?</a></li></ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Man hat uns lange vorgegaukelt, Gewinne und Produktionen könnten ständig maximiert werden. Nun stehen wir da und sind eines Besseren belehrt worden. Ringsherum stehen haufenweise Autos, die keiner kaufen mag, und in die gelben Säcke passen diese auch nicht mehr vor lauter, zuhauf konsumierter  Tetrapacks und Ravioli-Dosen.</strong></p>
<p>Bei <a href="http://www.neatorama.com/2009/02/12/pringles-can-ipod-dock/">Neatorama</a> ist ein Leser bereits einen kleinen, aber feinen Schritt weiter im Abfinden mit der drögen Situation: In Windeseile hat er aus einer Pringlesdose, ein paar alten Lautsprechern und etwas Heißkleber eine iPod-Dockstation gebastelt. </p>
<p><center><img src="http://www.blogboys.de/wp-content/uploads/2009/02/pringle-ipod-dock-1.jpg" alt="pringle-ipod-dock-1" title="" width="500" height="375" class="alignnone size-full wp-image-1673" /></center></p>
<p><center><img src="http://www.blogboys.de/wp-content/uploads/2009/02/pringle-can-ipod-dock.jpg" alt="pringle-can-ipod-dock" title="" width="500" height="375" class="alignnone size-full wp-image-1674" /></center></p>
<p>Dies ist ein Beispiel dafür, dass sich in den Zeiten des Stillstands viel eher die Chance bietet, innezuhalten und nach Alternativen umzusehen. Warum den Weltraum erforschen, wenn man auf der Erde noch immer nicht alles kennt und weiß?</p>
<p>Nun, in den Zeiten der Krise, ist mehr von solcher Innovation gefordert. Man darf die Augen vor seinem Müll nicht verschließen, dann benötigen wir auch gar keinen Fortschritt mehr. Innovatives Recycling heißt die Devise der Krise, Postmodernität at it&#8217;s best. Und dann ist im gelben Sack vielleicht auch wieder Platz für einen Touareg (oder für iPod-Dockstationen).</p>
<p><a href="http://www.neatorama.com/2009/02/12/pringles-can-ipod-dock/">Link</a></p>
<p>(<a href="http://flickr.com/photos/qny/124190014/">Vorschaubild</a>: <a href="http://flickr.com/photos/qny/">catweazle</a>, <a href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/deed.de">Lizenz</a>)</p>


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		<title>Zeigt her: Eure Schuhe.</title>
		<link>http://www.blogboys.de/2009/02/11/globales/zeigt-her-eure-schuhe.html</link>
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		<pubDate>Wed, 11 Feb 2009 15:10:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>markus.freise</dc:creator>
				<category><![CDATA[Globales]]></category>
		<category><![CDATA[Erkenntnise]]></category>
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		<category><![CDATA[Kaufen]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Video]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein sehr beeindruckendes Video über das elendige Ende der Wertschöpfungskette bei Kleidung am Beispiel von Schuhen.

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			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein sehr beeindruckendes Video über das elendige Ende der Wertschöpfungskette bei Kleidung am Beispiel von Schuhen.</p>


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		<title>Falten sind Orden</title>
		<link>http://www.blogboys.de/2009/01/27/allgemeines/falten-sind-orden.html</link>
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		<pubDate>Tue, 27 Jan 2009 19:59:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rouven</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
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		<description><![CDATA[Als Mann hat man es bekanntlich nicht so schwer mit dem Altern. Die paar Neckereien um das bisschen graue Haar stecken wir leicht weg]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><center><img src="http://www.blogboys.de/wp-content/uploads/2009/01/2987260527_769e4a7799.jpg" alt="" title="" width="369" height="500" class="alignnone size-full wp-image-1537" /></center><br />
<em>Rubrik &#8220;Über einen Kamm scheren leicht gemacht&#8221;</em></p>
<p>Als Mann hat man es bekanntlich nicht so schwer mit dem Altern. Die paar Neckereien um das bisschen graue Haar stecken wir leicht weg, ein bisschen Bauchansatz wird als &#8220;Wohlstandsgürtel&#8221; angesehen. Und wir wissen immerhin um einige männliche Sexsymbole, die sich in bereits weit höherem Alter befinden (Clooney, Connery etc.), ohne sich natürlich gleich mit diesen vergleichen zu wollen bzw. zu können. Aber es gibt Zuversicht.</p>
<p>Die Frau hat es demgegenüber nicht leicht: Einschlägige US-Serien und Photoshop-Makellosigkeit treibt sie immer häufiger unter die Spritze, um ihr Lächeln künftig unter völliger Puppenstarrheit einzufrieren. Wie man sich <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Botulinumtoxin">Botox</a>, &#8220;<a href="http://www.dr-bernhard-peter.de/Apotheke/Gifte/Botulinum.htm">das stärkste Gift überhaupt</a>&#8220;, freiwillig unter die Haut treiben lassen kann, bleibt mir ein Rätsel. Auch, wenn es sicher und kontrolliert vorgehen soll.</p>
<p>O.K., genug der Pauschalisierungen, es gibt schließlich jede Menge Ausnahmen. Wobei die operativen Eingriffe wahrscheinlich eher die Ausnahme bilden dürften. </p>
<p>Eine, die zu ihrem Alter steht, ist das ehemalige Topmodel <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Lauren_Hutton">Lauren Hutton</a>. <a href="http://www.faz.net/s/Rub8A25A66CA9514B9892E0074EDE4E5AFA/Doc~E4A24DCD65AAC40C496EA163368DDF1D8~ATpl~Ecommon~Scontent.html">In der F.A.S. gab die heute 65jährige ein Interview</a> und berichtete darüber, wie sie sich als für den Beruf eher untypische Frau durchgeschlagen hat, später die Werbegagen für Models erfand, dies alles jedoch nur ursprünglich für die damit finanzierten ausgedehnten Reisen tat (welche Frau traut sich schon mit 20 Jahren unter die Naturvölker der Welt?). Toughe Frau. Was muss der Herr Williamson für ein Riesenidiot gewesen sein, die 27jährige Beziehung mit ihr auf&#8217;s Spiel zu setzen?</p>
<p>Allerdings sagt Hutton einen Satz in dem Interview, bei dem ich ob seines leicht verstrahlten Klangs nicht umhin komme, zu schmunzeln. Auf die Frage, weshalb sie nie etwas mit sich habe machen lassen, antwortet sie nämlich:</p>
<blockquote><p>Unsere Falten sind doch die Orden für das Leben, das wir gelebt haben.</p></blockquote>
<p>Orden!<br />
<em>&#8220;Das hast du gut gemacht! Komm, ZACK, hier haste &#8216;ne Falte!&#8221;</em></p>
<p><a href="http://www.faz.net/s/Rub8A25A66CA9514B9892E0074EDE4E5AFA/Doc~E4A24DCD65AAC40C496EA163368DDF1D8~ATpl~Ecommon~Scontent.html">Interview bei der F.A.S.</a></p>
<p>(<a href="http://flickr.com/photos/soldiersmediacenter/2987260527/">Foto</a>: <a href="http://flickr.com/photos/soldiersmediacenter/">Army.mil</a>, <a href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/deed.en">Lizenz</a>)</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Der Tag, an dem Geschichten geschrieben wurden.</title>
		<link>http://www.blogboys.de/2009/01/20/featured/wo-warst-du-als-geschichte-geschrieben-wurde.html</link>
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		<pubDate>Tue, 20 Jan 2009 22:36:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>markus.freise</dc:creator>
				<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Globales]]></category>
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		<category><![CDATA[iPhone]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlen]]></category>
		<category><![CDATA[YouTube]]></category>

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		<description><![CDATA[Nun ist es also vollbracht und der Mann ist also Präsident. Und wir waren mal wieder dabei, als Geschichte geschrieben wurde. Nur wo?

<h2>Verwandte Beiträge:</h2><ol><li><a href='http://www.blogboys.de/2008/11/05/featured/obama.html' rel='bookmark' title='Permanent Link: Obama!'>Obama!</a></li><li><a href='http://www.blogboys.de/2008/11/16/featured/not-quite-born-in-the-usa.html' rel='bookmark' title='Permanent Link: (Not quite) born in the U.S.A.'>(Not quite) born in the U.S.A.</a></li><li><a href='http://www.blogboys.de/2009/01/19/featured/george-w-bush-midnight-regulations.html' rel='bookmark' title='Permanent Link: Bush, Schlechtmensch bis zum Schluss'>Bush, Schlechtmensch bis zum Schluss</a></li></ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nun ist es also vollbracht und <a href="https://donate.barackobama.com/page/contribute/dnc08splashnd">der Mann</a> <a href="http://www.youtube.com/watch?v=m1Yff-_9MZs">ist also Präsident.</a> Das mag nicht für jeden wichtig sein und so mancher mag dem Hype sogar auf <a href="http://www.endeneu.de/yaube/2009/01/20/muss-ich/">unterstem</a> Niveau widerstehen &#8211; nur ein Nadelstich, lieber Sven <img src='http://www.blogboys.de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' />  &#8211; aber ignorieren kann das keiner. Zumal wir uns sicher sein können, dass sich mehr ändern wird als nur die &#8211; nun wirklich sehr gelungene &#8211; <a href="http://www.whitehouse.gov/">Website des „Weißen Haus“</a>.</p>
<p>Nun waren wir also <a href="http://www.youtube.com/watch?v=HnbofkoUqm0">einmal</a> <a href="http://www.youtube.com/watch?v=KmDKhw5rWuE&amp;feature=PlayList&amp;p=A6431C0DFB2EFD5C&amp;playnext=1&amp;index=1">mehr</a> <a href="http://www.youtube.com/watch?v=Hv9L53DiQTs">dabei</a>, <a href="http://www.youtube.com/watch?v=NDNZK5MiQ1A">wenn</a> <a href="http://www.youtube.com/watch?v=86MQSbZo28Y">Geschichte</a> geschrieben wurde, wir NEON-Generation, die in sich vereint, was vom „Kalten Krieg“ übrig und von Glasnost geprägt und von 9/11 zerschlagen wurde.</p>
<p>Nun lasst uns unsere Geschichten erzählen, wo wir waren und wie wir das am heutigen Tag erlebt haben: Ich fange einfach mal an &#8230;</p>
<p><strong>Ich hätte das alles um ein Haar verpasst. </strong></p>
<p>Ein akuter, noch weniger zu ignorierender Grippe-Infekt, hatte meine Liebste außer Gefecht gesetzt. So war es nicht nur an mir, zu spätem Nachmittag Medikamente zu besorgen, sondern auch ansonsten allerlei Zeug, dass eine Familie so braucht. Also habe ich mir die beiden Mädchen gepackt und bin in die Stadt geeilt. In der Hoffnung, bis um 17 Uhr 56, der avisierten Zeit des „Oath of Office“ wieder zu Hause vor CNN zu sitzen. Leider stand ich aber um 17 Uhr 45 mitten in der Fußgängerzone, zwischen Marktpassage und City-Passage. Unsere Große bettelte bereits seit geraumer Zeit um Pizza, weil sie Hunger hatte. Und so war mein Flehen, ob wir doch nicht mal eben nach unten zu SATURN gehen könnten, zu den Fernsehern, machtlos gegen ihr herzzereissendes, hungerndes Weinen. Also gingen wir zu der kleinen Pizzeria in der Marktpassage und ich erging mich in meinem Schicksal, diesen historischen Moment später nur aus der Konserve genießen zu können. Doch kurz bevor es zu spät war, kam mir die Rettung in den Sinn. Sie hieß iPhone, viel mehr die Applikation „<a href="http://www.visuamobile.com/products/allradio">allRadio</a>“ darauf, die es mir erlaubt von egal wo hunderte von Streams von Radio Stationen aus der ganzen Welt zu hören. Dank Flatrate und EDGE sowohl sorgen- als auch rauschfrei. Also machte ich mich auf die Suche nach einem passenden News-Kanal. „<a href="http://www.dradio.de/">Deutschlandfunk</a>“ stellte ich schnell wieder ab. Da wurde bemüht sachlich und deutsch darüber diskutiert, wie nah diese Inauguration an den Krönungszeremonien despotischer Herrscher war. Keine Live-Töne. Kein Pathos. Ich wollte Nervenkitzel. Den würde ich wohl am ehesten bei einem amerikanischen Sender finden. So könnte ich auch direkt die Gefahr umgehen, den Original-Ton von irgendeinem Simultan-Dolmetscher kaputtgestottert zu bekommen. Nach einigem Suchen wählte ich dann einfach mal <a href="http://www.knau.org/">KPUB Arizona</a> aus der Liste.</p>
<p><a rel="attachment wp-att-1448" href="http://www.blogboys.de/wp-content/uploads/2009/01/iphoneobama.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-1448" title="iphoneobama" src="http://www.blogboys.de/wp-content/uploads/2009/01/iphoneobama.jpg" alt="iphoneobama" width="570" height="428" /></a></p>
<p>Und das war eine gute Wahl.</p>
<p>Pünktlich zum Eid von Biden saß ich also in der Pizzeria, mein Handy am Ohr und mein Herz an der Weltgeschichte. Dann Musik &#8211; dazu später mehr &#8211; und wir drei zogen weiter. Die Vereidigung von Obama hörte ich mir dann an, während unsere Große in so einem 50-Cent-Auto vor sich hinwackelte. Das Fahrzeug wählten wir ständesgemäß in der Form eines amerikanischen Polizeiwagens &#8211; die Alternative wäre ein quietschbuntes Etwas gewesen. Damit ich nichts verpassen würde, gönnte ich ihr das 3er-Paket für 1 Euro. So war sie glücklich. Und ich auch.</p>
<p><a rel="attachment wp-att-1449" href="http://www.blogboys.de/wp-content/uploads/2009/01/sarahobama.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-1449" title="sarahobama" src="http://www.blogboys.de/wp-content/uploads/2009/01/sarahobama.jpg" alt="sarahobama" width="570" height="428" /></a></p>
<p>Ich muss sagen: Viel schöner hätte ich es mir nicht wünschen können. Inmitten der Stadt, die meine Heimat geworden ist, mit meinen Kindern diesem Moment zu lauschen. In Frieden. Das war toll.</p>
<p>Meine Lieblings-Rand-Anekdote: Wie geil ist das, dass <a href="http://www.youtube.com/watch?v=02Ao9jyq5Vk">die Hymne zu dieser bemerkenswertesten Amtseinführung</a> eines amerikanischen Präsidenten, an die ich mich erinnern kann, von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/John_Williams_(Komponist)">John Williams</a> ist. Dem Mann, der uns <a href="http://www.youtube.com/watch?v=ACH9Vg57Wio&amp;feature=related">die Film-Musik zu Star Wars</a> geschenkt hat. Das ist Pathos Deluxe!</p>
<p><strong>Nun seid ihr an der Reihe:</strong></p>
<p>Schreibt in die Kommentare wo ihr gewesen seid, was Ihr gedacht habt, welche Fotos ihr gerade gemacht habt. Lasst uns ein Zeugnis ablegen für die Generationen nach uns, dass wir dabei waren. Los.</p>
<p><a rel="attachment wp-att-1450" href="http://www.blogboys.de/wp-content/uploads/2009/01/obamatv.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-1450" title="obamatv" src="http://www.blogboys.de/wp-content/uploads/2009/01/obamatv.jpg" alt="obamatv" width="570" height="346" /></a></p>
<p>(Foto: Watcing the inaguration of Barack Obama (20) von  <a href="http://www.flickr.com/photos/travelinlibrarian/">Travelin Librarian</a>, <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0/deed.de">CC</a>)</p>


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