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	<title>Blogboys &#187; Einsichten</title>
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	<description>Vérollet . Ridder . Freise</description>
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		<title>Ihr werdet alle sterben. Alle!</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Jul 2009 13:16:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rouven</dc:creator>
				<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
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		<description><![CDATA[Verzeiht mir diesen etwas martialisch klingenden Titel. Aber jetzt ist Michael Jackson schon fast eine Woche in den Pophimmel aufgefahren und das mediale Echo findet immer noch kein Ende.

<h2>Verwandte Beiträge:</h2><ol><li><a href='http://www.blogboys.de/2009/06/26/kultur/video/der-konig-ist-tot.html' rel='bookmark' title='Permanent Link: Der König ist tot'>Der König ist tot</a></li><li><a href='http://www.blogboys.de/2008/11/09/kultur/die-grosten-songs-aller-zeiten-1.html' rel='bookmark' title='Permanent Link: Die größten Songs aller Zeiten (1)'>Die größten Songs aller Zeiten (1)</a></li><li><a href='http://www.blogboys.de/2009/08/22/featured/hertz-879-darf-nicht-sterben.html' rel='bookmark' title='Permanent Link: Hertz 87,9 darf nicht sterben'>Hertz 87,9 darf nicht sterben</a></li></ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Verzeiht mir diesen etwas martialisch klingenden Titel. Aber jetzt ist <a href="http://www.blogboys.de/2009/06/26/kultur/video/der-konig-ist-tot.html">Michael Jackson schon fast eine Woche in den Pophimmel aufgefahren</a> und das mediale Echo findet immer noch kein Ende. Bei einem Ableben wie dem seinen verhält es sich aber auch etwas anders als bei dem anderer Stars und ich besitze sogar eine leichte Ahnung, woran das liegen könnte.</strong></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-2299" src="http://www.blogboys.de/wp-content/uploads/2009/07/3669271696_3e511b8757.jpg" alt="3669271696_3e511b8757" width="500" height="379" /></p>
<p>Fangen wir einmal so an: Es ist schon ziemlich auffällig, wie oft die Leute in den letzten Tagen davon berichten, <a href="http://www.whudat.de/?p=3830">was sie </a><a href="http://www.hermsfarm.de/blog/?p=4266">damals™ so</a> <a href="http://meistermochi.de/2009/06/4142/">alles getan</a> haben oder – Pathosalarm &#8211; empfinden, dass mit seinem Tod <a href="http://www.spreeblick.com/2009/06/26/michael-jackson-rip/">ein Teil ihrer Kindheit gestorben</a> sei. Auch ich ließ mich schließlich dazu hinreißen, von <a href="http://killefit.net/blog/2009/06/26/der-moonwalker/">meinem alten Universum-Walkman</a> zu erzählen.</p>
<p>Mit „damals™“ und „früher™“ ist dabei meistens die Blütezeit des Jacko gemeint, die 1980er Jahre. Fast alle sind sich einige darüber, dass er nicht nur künstlerisch danach abgebaut hat. Das Interesse an Michael Jackson verflog selbst bei den früher hartgesottenen Fans, in einer ständigen Tendenz nach unten, abnehmend mit der Qualität der Musik und womöglich noch befördert durch die persönlichen Skandale. Viele – und auch ich – haben ihn überhaupt nicht mehr wahrgenommen.</p>
<p>Der plötzliche Tod ist aber die absolute Singularität dieser abnehmenden Tendenz. Jetzt kommt definitiv nichts mehr von ihm.</p>
<p>Beim Tod eines Menschen – heißt es so oft schwülstig – fühlen wir uns unserer eigenen Sterblichkeit bewusst. Hier verhält es sich aber noch etwas anders. Indem wir uns daran erinnern, wie unsere Lebensumstände seinerzeit gestaltet haben, merken wir obendrein, wie schnell menschliche Lebenszeit vergehen kann. Ich meine: Ich und mein Walkman zu Jackos Spitzenzeiten sind über 20 Jahre her. ZWANZIG! Vanitas vanitatum. Zwei Dekaden an uns vorübergebrettert, einfach so. Andere Leute sollen in einer solchen Zeitspanne Kinder großziehen, habe ich mal gehört.</p>
<p>Das sind ganz furchtbare Gedanken, die einen dann einholen. Es schieben sich Wolken vor die Sonne. Beschimpft mich bitte mit „Alter Sack!“, damit ich wieder zu mir komme.</p>
<p>Aber halt: Ein gutes haben die Erinnerungen neben diesen bösen Gedanken dann doch: Aufgrund Helmut Kohls medialer Allgegenwärtigkeit hatte ich bislang stets konstatiert, die 1980er seien ein sehr graues Jahrzehnt gewesen. Das stimmt ja gar nicht. Guckt Euch einmal Jacksons Musikvideos an.</p>
<p>Und jetzt ist es erst einmal gut.</p>
<p><strong>Aber apropos Walkman</strong>:</p>
<p>Der Walkman wurde vor mittlerweile 30 Jahren erfunden. Da einige von Euch vielleicht gar nicht mehr wissen, wie so ein Ding aussieht und es funktioniert, lege ich Euch <a href="http://www.einslive.de/medien/html/1live/2009/06/30/walkman-test.xml">dieses Video von einem Stiftung Warentest aus dem Jahr 1985</a> nahe. Darin seht Ihr ganz nebenbei fantastische Beispiele der damaligen Topmode (ok, hier gilt wieder: graue Eighties).</p>
<p>Sollte es Euch einmal geschehen, dass Ihr so ein Gerät wieder in die Hand bekommt, könnte es Euch wie <a href="http://news.bbc.co.uk/2/hi/uk_news/magazine/8117619.stm">diesem 13-jährigen Jungen ergehen, der seinen iPod für eine Woche dagegen eintauchen sollte</a>. Eines seiner Resumés: „It took me three days to figure out that there was another side to the tape.”</p>
<p><strong>EDIT 02.07.09</strong>:</p>
<p>Die donnerstags erscheinende ZEIT musste &#8211; wie zu erwarten war &#8211; in ihrer Printausgabe einiges nachholen. <a href="http://nurtext.zeit.de/2009/28/Jackson-Star?page=1">Aber auch dort</a> lässt sich der Autor Joey Goebel zu Rückblicken hinreißen:</p>
<blockquote><p>[...] Es wurde mir nämlich klar, dass wieder ein Stück meiner Kindheit verschwunden war. Für viele meiner Altersgruppe ist bereits der Gedanke an die Achtziger tröstlich, weil wir damals Kinder waren. Wir wurden von den Schlümpfen geweckt, gingen mit Johnny Carsons Talkshow zu Bett, und irgendwann im Lauf des Tages hatte unweigerlich Michael Jackson einen Auftritt. Ein Beleg dafür, wie sehr meine Generation dieses Jahrzehnt verehrt: Zwei der teuersten Kinofilme dieses Sommers basieren auf weiter nichts als den Spielzeugen, mit denen wir uns damals beschäftigten, Transformers und G.I. Joe.</p>
<p>Und so sagte ich zu meinen Studenten: »Jetzt sind die achtziger Jahre offiziell tot.« [...]</p></blockquote>
<p><a href="http://nurtext.zeit.de/2009/28/Jackson-Star?page=1">Link</a></p>
<p><span style="font-size:75%">(<a href="http://www.flickr.com/photos/24786798@N06/3669271696/">Bild</a>: <a href="http://www.flickr.com/photos/24786798@N06/">tleonard1</a>, <a href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/deed.de">Lizenz</a>)</span></p>
<p><img src="http://vg08.met.vgwort.de/na/e68f6834c979409bb654c1c31726403d" alt="" width="1" height="1" /></p>


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		<title>Denke dran-Rouven</title>
		<link>http://www.blogboys.de/2009/04/27/allgemeines/denke-dran-rouven.html</link>
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		<pubDate>Mon, 27 Apr 2009 18:50:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rouven</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>
		<category><![CDATA[Bielefeld]]></category>
		<category><![CDATA[Einsichten]]></category>
		<category><![CDATA[Erkenntnisse]]></category>

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		<description><![CDATA[In einer Wohngemeinschaft sind alle Mitbewohner angehalten, Rücksicht aufeinander zu nehmen. Das Prinzip lässt sich ausweiten auf die Gäste, die die jeweils anderen eingeladen haben.

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			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>In einer Wohngemeinschaft sind alle Mitbewohner angehalten, Rücksicht aufeinander zu nehmen. Das Prinzip lässt sich ausweiten auf die Gäste, die die jeweils anderen eingeladen haben. Vor allen Dingen sollte man die Anwesenheit dieser überhaupt erst einmal beachten inkl. der Folgen, die eine wie auch immer geartete Ignoranz  haben könnte.</strong></p>
<p>Jetzt ist mir doch tatsächlich heute morgen das passiert, wofür ich mir zur Vermeidung stets etliche Knoten in die Gedanken knüpfte. Heute war er dann anscheinend einmal zu locker geraten. In der Annahme, wie gewohnt als Letzter die Wohnung zu verlassen, schloss ich die Tür hinter mir ab und ging zur Arbeit. Um 11 Uhr erreicht mich dann die Nachricht des Mitwohnis auf dem Handy: &#8220;<em>Du hast meine Freundin eingeschlossen!</em>&#8221;</p>
<p>Kurz dachte ich darüber nach, ob genügend zu essen im Kühlschrank vorhanden war. Ja, müsste. Und wir neigen auch nicht dazu, die Tür zur Toilette abzuschließen. Wer macht sowas schon? Aber was half es, vielleicht hatte sie ja dringende Dinge zu erledigen, von denen ich zu diesem Zeitpunkt noch nichts wusste.</p>
<p>Also die Beine in die Hand genommen, die Arbeit stehen und liegen gelassen und zurück zur Wohnstatt. Und ich muss gestehen: Meine ungeahnte Kondition nötigte mir einen Heidenrespekt ab. Sollte der nächste <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hermannslauf">Hermannslauf</a> ebenfalls nur so lang sein wie die Strecke Innenstadt bis Nähe Siegfriedplatz, ja dann wäre ich ein Aspirant auf den Sieg.</p>
<p>Von der Nachricht auf meinem Handy bis zum Aufschließen der Wohnungstür benötigte ich nämlich nur 12 (zwölf) Minuten!</p>
<p>Ihr dürft mich jetzt alle bewundern.</p>
<p><span style="font-size:75%">(<a href="http://www.flickr.com/photos/9512074@N02/2149127246/">Vorschaubild</a>: <a href="http://www.flickr.com/photos/9512074@N02/">G &#038; A Sattler</a>, <a href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/deed.en">Lizenz</a>)</span></p>


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		<title>Das Netz nervt. Mich.</title>
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		<pubDate>Fri, 13 Mar 2009 22:40:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>markus.freise</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>
		<category><![CDATA[Die Boys]]></category>
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		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Revolution]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie soll man als Informations-Junkie bei den ganzen Content-Posern noch seine Droge finden? Ein Frust-Report.

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			<content:encoded><![CDATA[<p>Ist das überhaupt irgendwem außer mir aufgefallen, dass mein letzter Beitrag „<a href="http://www.blogboys.de/2009/02/23/featured/the-pac-man-dossier.html">The Pac-Man Dossier</a>” fast einen Monat alt ist? So eine Zeitspanne habe ich noch nie zwischen zwei Beiträgen verstreichen lassen. Warum nun?</p>
<p>Ich könnte behaupten, dass mein Real Life-Job mich voll in Beschlag nimmt, ich könnte sagen, ich bin Familienvater, ich könnte sagen, ich arbeite noch immer an meinem nächsten Buch. Das alles stimmt. Aber das alles stimmte auch in den Zeiten, in denen ich bis zu drei Beiträge pro Tag herausgehauen habe. Also kann es das im Prinzip nicht sein. Es ist viel schlimmer.</p>
<p style="text-align: center;"><strong>Das Netz nervt. Mich.</strong></p>
<p>Buchse runter: Ich bin ein Junkie. Ein Informations-Junkie. Egal wo ich gehe und stehe: Ich sauge Informationen auf wie ein Schwamm gutes altes Wasser: Im Netz, unterwegs mit dem iPhone, morgens die NW. Es vergeht kein Einkauf ohne mindestens ein Magazin zu kaufen. Vom Spiegel bis zur GEE. Die Bandbreit ist vielfältig. So bin ich aufgewachsen. Das habe ich mir angeeignet. Ich liebe Informationen. Ja. Ich möchte sagen: Ich bin ein Informations-Liebhaber.</p>
<p>So war die Geburt des Web 2.0 für mich eine Offenbarung: Der Welt, jedem einzelnen Hans Dampf in allen Gassen, standen auf einmal Methoden zur Verfügung, Informationen die er hat zu publizieren. Endlich würde das nicht mehr einer Publizisten-Elite überlassen. Die Revolution war da.</p>
<p style="text-align: center;"><strong>Der Fisch stinkt vom Kopf her.</strong></p>
<p>Die Revolution ist gescheitert. (<a href="http://informationarchitects.jp/data-gourmet/">Dazu auch sehr lesenswert ein Artikel bei den Information Architects „Data Gourmet“</a>.) Einmal mehr an den Revoluzzern, den Bloggern. Vor der Demokratisierung der Information war es so, dass derjenige das Feld anführte, der eine Information als erstes publizierte. Also schickten sich die Redaktionen an, ihre besten Leute loszuschicken. Investigativ zu recherchieren. Zu bohren und zu stochern. Solange, bis sie eine Information ausgruben, die niemand anders haben würde. Um sie dann zu publizieren. In einem Magazin, einer Zeitung.</p>
<p>Magazine und Zeitungen brachten den Umstand mit sich, dass sie in einem fest gelegten Abstand von Zeit erschienen. Mindestens innerhalb von 24 Stunden. Das ließ Zeit: Ergab sich eine Story, hatte ein Redakteuer im Idealfall 24 Stunden Zeit zu recherchieren, wenn es mal flott gehen musste wenigstens einige Stunden. In dieser Zeit konnte er an Informationen kommen, die niemand anders würde haben können. Er wäre am nächsten Morgen der King. Er wäre es, der dafür sorgen würde, dass seine Zeitung sich am Kiosk verkaufen würde, während die anderen wie Eisenplatten in den Ablagen würden liegen bleiben.</p>
<p>An diesem Differenzierungs-Merkmal hat sich wenig geändert. Noch immer gilt es: Wer als erster ein Information heraushaut ist vorneweg. Wird zuerst gelesen. Wird im Feed-Reader aufgenommen. Bekommt Impressions. Holt sich eine goldene Nase via AdSense. Oder das Elixier eines jeden Bloggers: Die meisten Kommentare. Er wird gebacktracked als gäbe es kein Morgen und verlinkt, als wäre sein Blog das Zentrum aller Virtualität. Alles, was er dafür tun muss ist: Schnell sein. Schneller als die anderen.</p>
<p>Nun bringt es die Web-Technologie mit sich, dass eine Information nicht erst gesetzt, gedruckt und ausgeliefert werden muss. Was geschrieben ist, ist innerhalb von Augenblicken verfügbar. Es gilt also keine Zeit zu verlieren. Wenn eine Info aufschlägt, muss sie publiziert werden. Sofort! Vor allen anderen. Eine Recherche findet also selten statt. Und wenn dann meist sehr oberflächlich. Google. Wikipedia. Das muss genügen. Es ist keine Zeit.</p>
<p style="text-align: center;"><strong>Schlimmer noch: Es fehlt sogar die Zeit zur Reflektion. Zur Meinungsbildung.</strong></p>
<p>Denn ein wesentlicher Aspekt des Bloggens ist nicht nur das Verbreiten von Informationen sondern auch deren subjektive Auslegung. Wenn eine Information da ist, muss sie schnell ins Netz. Aber vorher muss sie noch eben schnell mit einer Meinung hinterlegt werden. Nehmen wir ein einfaches Beispiel einer Meldung, auf die ich via den Fünf Filmfreunden gestoßen bin:</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://io9.com/5169241/it-gets-remade-causing-millions-to-go-without-showering"><strong>Das Buch „Es“ von Stephen King wird neu verfilmt.</strong></a></p>
<p style="text-align: center;">(Hurra! Eins meiner Lieblingsbücher bekommt eine zweite Chance!)</p>
<p>Das, was uns <a href="http://io9.com/">i09</a> da liefert, ist prinzipiell erst einmal eine einfache Information, die für jeden Film-Interessierten von Belang sein kann. Nun wird diese Information vom Blog io9 gepostet. Leider ist es aber so, dass diese Information so gerade den Sprung über die Gerüchte-Mauer schafft und somit nur wenige Details vorliegen. Es ist gerade einmal bekannt, wer das Ding produziert. Mehr nicht. Was also tun? io9 tut das, was so viele so häufig tun: Sie nehmen das wenige was sie haben und bilden sich eine totale überflüssige Meinung, die keine ist. Sie strapazieren den Freund des Unwissenden. Sie flirten mit der Geliebten der BILD-Zeitung. Der Hure des Trash-Journalismus: <strong>Dem Konjunktiv.</strong></p>
<blockquote><p>„This movie <strong>could</strong> fall flat on its face if this role is miscast. I&#8217;m not sure who <strong>could</strong> fill Curry&#8217;s clown shoes, but if done correctly there should be a mass switchover from showers to baths and I <strong>may</strong> never sleep again.“<em> io9, <a href="http://io9.com/5169241/it-gets-remade-causing-millions-to-go-without-showering">IT Gets Remade, Causing Millions To Go Without Showering</a></em></p></blockquote>
<p>Diese Meinug ist so überflüssig wie ein vorzeitiger Samenerguss. Aber sie ist eben notwendig in einer Welt, in der nur der schnellste überlebt. io9 hat gar nicht die Chance, zu warten bis weitere Details über das Projekt vorliegen, die dazu dienen könnten eine konkrete Meinung zu haben. Vielleicht ist Heath Ledger ja gar nicht tot und spielt nach dem Joker nun eben noch Pennywise. Vielleicht aber macht auch Ben Stiller den Luftballon-Freak. Wer weiß? Keiner. Aber jeder hat eine Meinung zu diesem Unwissen.</p>
<p>Mit genausoviel Feuer werden Trailer von Filmen auseinandergenommen, die nur wenige Szenen zeigen („Das kann ja nichts werden.”), werden Bücher verrissen, von denen nur der Autor bekannt ist, wird Software bewertet, die man nur von Screenshots kennt. Alles, was bewertbar ist, wird bewertet. Zu jeder Zeit. Von jedem. Ganz gleich, wie wenig Wissen vorliegt. Es zählt nur die Meinung. Nur das Posten. Es wird nicht gefragt „Warum” sondern „Ob“ und die Antwort ist: „Flott!“.</p>
<p>Nico Brünjes karikiert dies Phänomen wunderbar in seinem Artikel „<a href="http://codecandies.de/2009/03/09/mal-ein-twitterartikel/#more-1946">Mal ein Twitterartikel</a>”: Ein Artikel, der nur ein Artikel sein will, weil ja auch Nico was zu Twitter sagen muss.</p>
<p>Und wer sogar dazu zu faul ist, sich eine Meinung zu bilden, der macht nichts anderes, als die Artikel von anderen zu verlinken. So zu tun, als wäre er Publizist in dem er einzelne Passagen quoted. Wer so etwas tut, der ist noch nicht einmal ein schlechter Publizist, der ist sogar nur Kopist. Und so gibt es mittlerweile dutzende von Blogs in Deutschland, die nichts anderes machen als sich gegenseitig zu referenzieren und damit in der Wechselwirkung obsolet zu machen. Prominenteste Beispiele sind <a href="http://www.nerdcore.de">Nerdcore</a> und <a href="http://www.i-jeriko.de/">I am Jeriko</a>. Hier geht es definitiv nur noch um die Masse an Informationen. Eine wirkliche Reflektion findet nicht statt. Sie wird auch in keinen neuen Kontext gestellt, wie wir es beispielsweise mit „Die besten Songs aller Zeit” probieren. Sie wird stumpf kopiert und oberflächlich kommentiert. Mehr geht nicht. Wie auch, wenn man gefühlte zehn Artikel am Tag posted? Diese Blogs zu konsumieren ist für einen Informations-Junkie wie die gemütliche Zigarette des Rauchers draußen vor der Kneipe im strömenden Regen: Sie liefert die Befriedigung eines Bedürfnis, die genauso schnell verflogen ist, wie man durch die Tür wieder in den Laden gehen kann.</p>
<p>Was bleibt von der Revolution? Ein riesiger Sumpf an Nicht-Informationen von einem Haufen Info-Narzissten. Und uns Informations-Junkies bleibt nichts anderes, als durchzuwaten, auf der Suche nach unseren Oasen des gekonnten Journalismus mit durchdachten Artikeln, eigenem Content und konkreten Meinungen wie das <a href="http://www.agenturblog.de">agenturblog</a>, <a href="http://parkablogs.com">Parka Blogs</a>, <a href="http://www.43folders.com/">43 Folders</a> oder <a href="http://www.alistapart.com/">A List Apart</a> tun. Die bloggen nur alle paar Tage, manchmal sogar Wochen. Dann aber richtig. Diesem Anspruch möchte ich mich nun anschließen. Also: Erwartet gerne weiterhin meine Postings hier. Jedoch in deutlich größeren Abständen als in der Vergangenheit.</p>
<p>Denn das Netz ist nur ein Medium und kein Zweck. Aber solange es das bleibt, nervt es weiter.</p>


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		<title>Das Beste von allem, Edition: Rouven</title>
		<link>http://www.blogboys.de/2008/12/31/headline/das-beste-von-allem-edition-rouven.html</link>
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		<pubDate>Wed, 31 Dec 2008 00:55:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rouven</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Einsichten]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
		<category><![CDATA[Rouven]]></category>

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		<description><![CDATA[Na sowas. Mischa und Markus verleihen ihre goldenen, eigenen Trophäen an Momente des vergangenen Jahres. Fast fühle ich mich unter Zugzwang geraten. 

<h2>Verwandte Beiträge:</h2><ol><li><a href='http://www.blogboys.de/2008/12/30/dieboys/das-beste-von-fast-allem-edition-markus.html' rel='bookmark' title='Permanent Link: Das beste von fast allem, Edition: Markus'>Das beste von fast allem, Edition: Markus</a></li><li><a href='http://www.blogboys.de/2008/12/29/featured/das-beste-von-fast-allem.html' rel='bookmark' title='Permanent Link: Das Beste von fast allem'>Das Beste von fast allem</a></li><li><a href='http://www.blogboys.de/2009/04/27/allgemeines/denke-dran-rouven.html' rel='bookmark' title='Permanent Link: Denke dran-Rouven'>Denke dran-Rouven</a></li></ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Na sowas. <a href="http://www.blogboys.de/2008/12/29/kultur/das-beste-von-fast-allem.html">Mischa</a> und <a href="http://www.blogboys.de/2008/12/30/dieboys/das-beste-von-fast-allem-edition-markus.html">Markus</a> verleihen ihre goldenen, eigenen Trophäen an Momente des vergangenen Jahres. Fast fühle ich mich unter Zugzwang geraten. </p>
<p>Allerdings sind mir die Kategorien der beiden einige zuviel. Bei den Filmen und der Musik bin ich überfordert, auf Poetry Slams war ich im letzten Jahr ebenfalls nicht oft zugegen. Ich könnte meine Berlinale-Berichterstattung für den RBB ins Feld werfen, das war tatsächlich ein echtes Highlight. Oder die spannende Arbeit bei der Neuen Westfälischen, die eigene, dortige Blog-Kolumne eingeschlossen.</p>
<p>Dennoch gab es ein Ereignis, das das alles in den Schatten stellt. Nein, kein Ereignis, vielmehr eine Erkenntnis, nämlich diejenige, dass eine seit Jahren bekannte Person plötzlich meinen Lebensmittelpunkt bildet.</p>
<p>Chérie, das geht an Dich:<br />
Komm heile zurück von Deinem Kurztrip aus NYC. Ich brauche Dich hier. Die abschließenden drei berühmten Worte, die bekommst nur Du zu hören und zu lesen. Je t&#8217; embrasse.<br />
<em><br />
So. Und jetzt seid Ihr dran mit Euren schäbigen &#8220;Best Of&#8221;s</em> <img src='http://www.blogboys.de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>


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		<title>Das beste von fast allem, Edition: Markus</title>
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		<pubDate>Tue, 30 Dec 2008 14:41:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>markus.freise</dc:creator>
				<category><![CDATA[Die Boys]]></category>
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		<description><![CDATA[Nach dem "Der goldene Mischa" hier „Der goldene Markus“ - verliehen an Sachen, die ich 2008 ziemlich gut, vielleicht sogar am besten fand.

<h2>Verwandte Beiträge:</h2><ol><li><a href='http://www.blogboys.de/2008/12/29/featured/das-beste-von-fast-allem.html' rel='bookmark' title='Permanent Link: Das Beste von fast allem'>Das Beste von fast allem</a></li><li><a href='http://www.blogboys.de/2008/12/31/headline/das-beste-von-allem-edition-rouven.html' rel='bookmark' title='Permanent Link: Das Beste von allem, Edition: Rouven'>Das Beste von allem, Edition: Rouven</a></li><li><a href='http://www.blogboys.de/2008/12/30/dieboys/markus-knallt-nur-fur-sich.html' rel='bookmark' title='Permanent Link: Markus knallt nur für sich'>Markus knallt nur für sich</a></li></ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Nach dem &#8220;<a href="http://www.blogboys.de/2008/12/29/kultur/das-beste-von-fast-allem.html">Der goldene Mischa</a>&#8221; hier „Der goldene Markus“ &#8211; verliehen an Sachen, die ich 2008 ziemlich gut, vielleicht sogar am besten fand.<br />
</strong></p>
<p><strong>Song:</strong> <a href="http://www.lastfm.de/music/Tomte/_/Nichts+ist+so+schön+auf+der+Welt+wie+betrunken+traurige+Musik+zu+hören!">Tomte &#8211; Nichts ist so schön auf der Welt, wie betrunken, traurige Musik zu hören</a></p>
<p><strong>Album:</strong> <a href="http://www.amazon.de/gp/product/B001EV20R0?ie=UTF8&amp;tag=markus0b&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=19454&amp;creativeASIN=B001EV20R0">Tomte &#8211; Heureka</a></p>
<p><strong>Film:</strong> <a href="http://www.mental-ground-zero.de/Du%20betrachtest%20das%20Leben%20in%20einem%20seltsam%20fremden%20Raum.html">Anton Corbijn &#8211; Control</a></p>
<p><strong>YouTube:</strong> <a href="http://www.youtube.com/watch?v=MeSSwKffj9o">Religion is bullshit<br />
</a></p>
<p><strong>Serie:</strong> <a href="http://de.heroeswiki.com/Hauptseite">Heroes</a></p>
<p><strong>Buch:</strong> <a href="http://www.amazon.de/gp/product/0486202046?ie=UTF8&amp;tag=markus0b&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=19454&amp;creativeASIN=0486202046">Eadweard Myybridge &#8211; The Human Figure in Motion<br />
</a></p>
<p><strong>Konzert:</strong> <a href="http://www.lastfm.de/event/603584">Tomte &#8211; Ringlokschuppen, Bielefeld<br />
</a></p>
<p><strong>Person:</strong> <a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/949/451660/text/">Muntadar al-Zaidi (Da kann man nur zustimmen.)<br />
</a></p>
<p><strong>Idiot:</strong> Muntadar al-Zaidi (äh&#8230; Schuhe?!)</p>
<p><strong>SMS:</strong> WTF?<a href="http://www.blogboys.de/2008/11/11/sport/die-beste-szene-vom-spiel-gegen-gladbach-teil-2.html"></a></p>
<p><strong>Moment:</strong> Hausgeburt</p>
<p><strong>Sieben Tage:</strong> Statt beim „Slam 2008”: Zu Hause zu sein. Wirklich.</p>
<p><strong>Tor:</strong> <a href="http://www.radiobielefeld.de/fileadmin/user_upload/audio/Sport/Uli_0504.mp3">Kampatais Ausgleich gegen Karlsruhe</a> (Mischa denkt scheinbar saisonal!)</p>
<p><strong>2008 erst entdeckt:</strong> <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bleistift">Bleistift-Stärke F</a></p>
<p><strong>Saufabend:</strong> Mit Carina, Steffi, Steve, Sarah und Sophia beim Grillen und Kicken um Mitternacht im neuen Garten</p>
<p><strong>Slam:</strong> <a href="http://www.youtube.com/my_favorites#">Hannover „Macht Worte“-Slam im Januar (Aufzeichnung Slam Tour mit Kuttner)</a></p>
<p><strong>Festival:</strong> Slam 2008 &#8230; irgendwie. Siehe: „Sieben Tage”</p>
<p><strong>Gründungsvorhaben:</strong> Westside Stories<a href="http://www.lmbn.de"></a></p>
<p><strong>Bahnstrecke:</strong> Hab&#8217; ein Auto.</p>
<p><strong>Foto von mir: </strong><a href="http://www.lmbn.de/mischa/index.php?a=4">von Mischa</a></p>
<p><strong>Blog:</strong> <a href="http://bentemplesmith.blogspot.com/">The Ben Templesmith Blog Thing</a><a href="http://www.hermsfarm.de"></a></p>


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		<title>Liebe ist böse</title>
		<link>http://www.blogboys.de/2008/12/04/featured/liebe-ist-bose.html</link>
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		<pubDate>Thu, 04 Dec 2008 22:03:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>markus.freise</dc:creator>
				<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Globales]]></category>
		<category><![CDATA[Video]]></category>
		<category><![CDATA[Einsichten]]></category>
		<category><![CDATA[Erkenntnisse]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
		<category><![CDATA[YouTube]]></category>

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		<description><![CDATA[Selten ... nein: eigentlich nie habe ich eine so wundervolle Definition für Liebe gehört wie die des Philosophen Slavoj Zizek.

<h2>Verwandte Beiträge:</h2><ol><li><a href='http://www.blogboys.de/2008/12/31/kultur/die-schlimmsten-songs-aller-zeiten-1.html' rel='bookmark' title='Permanent Link: Die schlimmsten Songs aller Zeiten (1)'>Die schlimmsten Songs aller Zeiten (1)</a></li><li><a href='http://www.blogboys.de/2008/12/22/dieboys/frohe-weihnachten-liebe-blogboys-freunde.html' rel='bookmark' title='Permanent Link: Frohe Weihnachten, liebe Blogboys-Freunde.'>Frohe Weihnachten, liebe Blogboys-Freunde.</a></li><li><a href='http://www.blogboys.de/2008/11/16/featured/not-quite-born-in-the-usa.html' rel='bookmark' title='Permanent Link: (Not quite) born in the U.S.A.'>(Not quite) born in the U.S.A.</a></li></ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Selten &#8230; nein: eigentlich nie habe ich eine so wundervolle Definition für Liebe gehört wie die des Philosophen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Slavoj_Žižek">Slavoj Zizek</a>, der hiermit in meinen „Da muss ich mal mehr drüber ersurfen“-Pool gefallen ist.</p>
<p><a href="http://www.blogboys.de/wp-content/uploads/2008/12/2862706890_5ba6ed2537_b.jpg" rel="shadowbox[post-860];player=img;"><img class="alignnone size-full wp-image-861" title="2862706890_5ba6ed2537_b" src="http://www.blogboys.de/wp-content/uploads/2008/12/2862706890_5ba6ed2537_b.jpg" alt="" width="565" height="374" /></a></p>
<p>Großartiger Typ. Überhaupt finde ich dieses Echauffieren am Rand des intellektuellen Amok-Laufs, das Philosophen gerne an den Tag legen, sehr beeindruckend. Von dieser Leidenschaft für zumeist empirisch völlig unbelegbare <span style="text-decoration: line-through;">Spinnereien</span>Träumereien sollte man sich mal was abschneiden und was draus modellieren. Ein „Nichts“, zum Beispiel.</p>
<p>via <a href="http://www.spreeblick.com/2008/12/04/love-is-evil/">Spreeblick</a>, Bild: <a href="http://www.flickr.com/photos/sushiesque/">sushiesque</a></p>


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		<title>Ein Gedanke zur neuen „The Killers“</title>
		<link>http://www.blogboys.de/2008/11/21/kultur/ein-gedanke-zur-neuen-%e2%80%9ethe-killers%e2%80%9c.html</link>
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		<pubDate>Fri, 21 Nov 2008 20:24:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>markus.freise</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Einsichten]]></category>
		<category><![CDATA[Kaufen]]></category>

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		<description><![CDATA[Bevor Mischa eine Besprechung des neuen „The Killers“-Albums „Day &#038; Age“ liefern wird, möchte ich einen Gedanken zum Besten geben.

<h2>Verwandte Beiträge:</h2><ol><li><a href='http://www.blogboys.de/2008/11/04/kultur/the-killers-human.html' rel='bookmark' title='Permanent Link: The Killers &#8211; &#8220;Human&#8221;'>The Killers &#8211; &#8220;Human&#8221;</a></li><li><a href='http://www.blogboys.de/2008/11/20/kultur/die-grosten-songs-aller-zeiten-3.html' rel='bookmark' title='Permanent Link: Die größten Songs aller Zeiten (3)'>Die größten Songs aller Zeiten (3)</a></li><li><a href='http://www.blogboys.de/2008/11/09/featured/guns-n-roses-chinese-democracy-preview.html' rel='bookmark' title='Permanent Link: Guns N&#8217; Roses &#8211; Chinese Democracy Preview'>Guns N&#8217; Roses &#8211; Chinese Democracy Preview</a></li></ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bevor Mischa, als der größere Musikliebhaber und „The Killers“-Kenner von uns, in den kommenden Tagen sicherlich eine ausführliche Besprechung des neuen „The Killers“-Albums „Day &amp; Age“ (<a href="http://www.amazon.de/gp/product/B001FWRZ46?ie=UTF8&amp;tag=markus0b&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=19454&amp;creativeASIN=B001FWRZ46">Amazon-Link</a>) liefern wird, möchte ich einen Gedanken zum Besten geben, der mir nach dem Kauf kam. Denn genau wie <a href="http://bateman.twoday.net/">Bateman</a> bin auch ich ein Musikfreund der alten Schule. So schreibt er &#8211; <a href="http://www.blogboys.de/2008/11/09/featured/guns-n-roses-chinese-democracy-preview.html">im Hinblick auf das neue Guns N&#8217;Roses-Album</a> (<a href="http://www.amazon.de/gp/product/B001JEO9XU?ie=UTF8&amp;tag=markus0b&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=19454&amp;creativeASIN=B001JEO9XU">Amazon-Link</a>):</p>
<blockquote><p>„[...] Alleine schon aus Nostalgie werde ich mir montags darauf das Album als richtige CD &#8211; mit Hülle und Booklet &#8211; nicht solch ein seelenlosen MP3-Rotz, im Laden kaufen, zumal ich das Album schon als mp3 auf Festplatte habe. [...]” <a href="http://bateman.twoday.net/stories/5325149/">Bateman, „Chinesisch“</a></p></blockquote>
<p>Auch ich mag es noch immer, eine echte CD festhalten zu können, wenn mir das Album wirklich wichtig ist. Da schlucke ich auch nur einmal kurz, wenn ich heute bei SATURN dafür 16 Euro 99 statt der übliche 9,99 Euro bei iTunes zahlen musste. Schließlich bekommt man als ehrlicher Real-Shopper ja mehr für sein Geld. Tolles Booklet und so. Oder?</p>
<div id="attachment_741" class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><img class="size-full wp-image-741" src="http://www.blogboys.de/wp-content/uploads/2008/11/69345009_decf0cb8d2_o.jpg" alt="Apotheke ... äh: Plattenladen" width="500" height="333" /><p class="wp-caption-text">Apotheke ... äh: Plattenladen</p></div>
<p>Denkste.</p>
<p>Schön zu Hause hingesetzt. Track 1 losdudeln lassen und ganz genießerisch das Booklet aus dem Case gefingert. So liebhaberisch. In der freudigen Erwartung, dass Booklet würde mich die 7 mehr gezahlten Euro Wert schätzen lassen. Lyrics, Stories, schönes Design. Und so.</p>
<p>Denkste.</p>
<p>Was machen die? Einfach die Portraits der Band-Mitglieder in Punkt-Optik <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Image:Killers_day_age.jpg" rel="shadowbox[post-739];player=img;">wie das Cover</a> und der Druck auf der CD selbst. Fertig. Das mach eine versierte Design-Studentin an einem Wochenende fertig. Das ist zwar handwerklich toll. Aber von der Idee, dem Konzept doch sehr lieblos. Das will man sich kein zweites Mal ansehen. Ab ins Regal. Vergessen. Nichts besser als ein paar Dateien. Wenn ich mir hingegen das neue Blocparty-Album anschaue: Da habe ich im 7 Pfund gezahlt um mir die Tracks vorab als MP3 herunterzuladen und einige Wochen später lag ein wirklich sehr liebevoll gemachtes CD-Gesamtkunstwerk in meinem Briefkasten. Inklusive.</p>
<p>Ach, Musikindustrie. So wird das aber nichts mit uns! Wenn ihr auf Dauer mehr Geld von uns haben wollt, dann bietet uns mehr solcher Mehrwerte. Scheiße, gebt uns wenigstens Lyrics! Da bekommt ja für seine 9 Euro 99 im Online-Shop meist noch mehr. Einen Bonustrack, ein digitales Booklet, T-Shirt-Gutscheine.</p>
<p>Irgendwas läuft hier verkehrt.</p>
<p>Bateman wird da mehr Glück haben. Die Roses-Scheibe kostet im MediaMarkt nur 9 Euro 90. Das sind 9 Cent weniger als im iTunes-Store.</p>
<p>So ist das richtig. So kriegt ihr ehrliche Käufer zurück!</p>
<p>P.S. Ob die Musik auf der CD gut ist weiß ich noch nicht. Aber das ist ja auch Mischas Job.</p>
<p>Foto: „Plattenladen“, von <a href="http://www.flickr.com/photos/wetwater/">wetwater</a>. Unter <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/2.0/">CC</a>.</p>


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		<title>(Not quite) born in the U.S.A.</title>
		<link>http://www.blogboys.de/2008/11/16/featured/not-quite-born-in-the-usa.html</link>
		<comments>http://www.blogboys.de/2008/11/16/featured/not-quite-born-in-the-usa.html#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 16 Nov 2008 13:20:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>markus.freise</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Auch wenn ich nicht in den U.S.A. geboren bin, so bin ich doch ein Kind Amerikas. Das ist auch gut für meine Identität. Ein „Deutscher“ sein, dass darf man ja nicht. 

<h2>Verwandte Beiträge:</h2><ol><li><a href='http://www.blogboys.de/2008/11/07/featured/quo-vadis-deutschland.html' rel='bookmark' title='Permanent Link: Quo Vadis, Deutschland?'>Quo Vadis, Deutschland?</a></li><li><a href='http://www.blogboys.de/2008/12/10/kultur/spon-uber-den-tag-an-dem-jennifer-connelly-still-stand.html' rel='bookmark' title='Permanent Link: SPON über den Tag, an dem Jennifer Connelly still stand.'>SPON über den Tag, an dem Jennifer Connelly still stand.</a></li><li><a href='http://www.blogboys.de/2008/11/18/featured/das-geheimnis-erfolgreicher-integration.html' rel='bookmark' title='Permanent Link: Das Geheimnis erfolgreicher Integration'>Das Geheimnis erfolgreicher Integration</a></li></ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich war, bin und werde vermutlich immer ein Anhänger der amerikanischen Lebenskultur sein. Ich meine das ganz ohne Ironie. Unter anderem liegt das vermutlich darin begründet, dass wir in unserer Kindheit und Jugend nicht nur der endlosen Entnazifizierung ausgesetzt waren und in dessen Prozess unsere historische Staats-Kultur gleich mit ausradiert wurde. Mehr noch wurde der so entstehende kulturhistorische Raum mit Amerikanismus gefüllt. Da steckt er nun. Und an irgendetwas muss man als Deutscher ja glauben dürfen, wenn nicht an sich selbst.</p>
<p>Und so, wie ein unheilbar Geisteskranker lernen muss, mit seinem Wahnsinn zu leben, so habe auch ich irgendwann entschieden, mich dem „Amerikaner“ in mir hinzugeben. Denn neben dem Zwang, die englische Sprache kaputt zu nuscheln und seine Putzfrau wegen sexueller Belästigung zu verklagen, weil sie den Schrubber so ungehörig anfasst, gibt es vieles Gutes in Übersee: New York, Rockmusik und Kirsten Dunst. BigMacs, Apple und Poetry Slam.</p>
<div id="attachment_623" class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><img class="size-full wp-image-623" title="Blick von World Trade Center auf die Freiheitsstatue, 1999" src="http://www.blogboys.de/wp-content/uploads/2008/11/freiheitsstatue-wtc.jpg" alt="Blick von World Trade Center auf die Freiheitsstatue, 1999" width="500" height="302" /><p class="wp-caption-text">Meim Blick von World Trade Center auf die Freiheitsstatue, 1999</p></div>
<p>Im Ernst: Ich liebe den „American way of life.” Was mir an Amerika immer wieder imponiert, ist der Zusammenhalt seiner Bürger. In Zeiten, in denen es knüppeldicke kommt. Zum Beispiel jüngst: Der Massenansturm bei der Präsidenten-Wahl. Dieser Moment, in dem es vielleicht gar nicht darum ging, Barack Obama zu wählen, sondern darum, das System „Bush und Co.” &#8211; die schlimmste politische Katastrophe die das Land seit Nixon erleben musste &#8211; abzuwählen. Ganz gleich, was über dieses Land hereinbricht, am Ende stehen sie zusammen wie eins und steuern die Schrottkarre doch noch durch die Kurve. Sie mögen dabei in ihrer Moral häufig bigott sein. Sie mögen manchesmal Wasser predigen und Wein saufen. Sie mögen in ihren Alleingängen arrogant wirken. Aber so ist dieses Land entstanden. Aus Abschottung und Zusammenhalt. Und so hält es sich am Leben. Der einzige Krieg, der jemals auf ihrem Staatsgebiet stattgefunden hat, den mussten sie aus diesem Grund wohl auch mit sich selbst haben.</p>
<div id="attachment_624" class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><a href="http://www.blogboys.de/wp-content/uploads/2008/11/new-york-sub.jpg" rel="shadowbox[post-617];player=img;"><img class="size-full wp-image-624" title="Bill Clinton und ich in der New Yorker U-Bahn, 1999" src="http://www.blogboys.de/wp-content/uploads/2008/11/new-york-sub.jpg" alt="Bill Clinton und ich in der New Yorker U-Bahn, 1999" width="500" height="338" /></a><p class="wp-caption-text">Bill Clinton und ich in der New Yorker U-Bahn, 1999</p></div>
<p>Diese Gedanken sind mir in den vergangenen Tagen gekommen. Nicht nur wegen der Wahl und dem deutschen Umgang damit: Erst Obama herbeisehnen. Und wenn er dann da ist zu sagen: Naja, so toll ist er aber auch nicht.</p>
<p>Sondern auch während eines ausschweifenden Medienkonsums in der vergangenen Woche. Da habe ich bei der Arbeit mal keine Musik gehört, sondern nebenher Filme geschaut. Und weil ich, wie die Jungfrau zum Kinde, an einen Zugang zum amerikanischen iTunes-Store gekommen bin, füttere ich zur Zeit mein Medienmonster ausschließlich mit angloamerikanischen Popcorn. Neben der &#8211; wirklich herausragenden &#8211; Fernsehserie „Heroes“, die ich so bereits in Staffel 3 schauen kann, habe ich mir noch einige Filme gekauft. Unter anderem Ridley Scotts „Black Hawk Down“ (<a href="http://www.amazon.de/gp/product/B0000633M0?ie=UTF8&amp;tag=markus0b&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=19454&amp;creativeASIN=B0000633M0">Amazon-Link</a>). Das ist Krieg.  Uramerikanisch. Und auch nur als „Amerikaner“ oder „hemmungslos amerikanisierter Westdeutscher“ zu verstehen.</p>
<p>„Black Hawk Down“ erzählt die Geschichte der „Schlacht um Mogadischu“ von 1993. Dort geriet die von Rangern und Delta Force durchgeführte „Operation Irene“ bei ihrem Versuch, den somalischen Clanführer Aidid in Mogadischu zu verhaften, auf Grund einer Kette unglücklicher Zwischenfälle und Umstände in einen erbitterten und mehr als einen Tag und eine Nacht dauernden Kampf mit somalischen Milizen. Dabei waren die Soldaten in der Stadt weitestgehend auf sich gestellt und mussten große Verluste hinnehmen. Sowohl Luftunterstützung als auch gepanzerte Fahrzeuge zur Bergung der eingeschlossenen Soldaten standen schlicht nicht zur Verfügung. Die Politik in Washington hatte ein Blutbad befürchtet, würden sie mit Panzern in die Stadt vordringen. Nun hatten sie zwar keine Panzer, aber ein Blutbad. Darin baden mussten das nur nicht die Oberen, sondern die Soldaten.</p>
<p>Ridley Scott hat diese Ereignisse vom 3. Oktober 1993 in seinem Film „Black Hawk Down“ verarbeitet. Natürlich wirft  das deutsche „Lexikon des internationalen Films“ Scott folgendes vor:</p>
<blockquote><p>„Außer dem minutiös und realistisch nachgezeichneten Schlachtgetümmel bietet der in Zusammenarbeit mit der US-Army entstandene Film kaum Informationen. Erst recht bezieht er keine Position zur gescheiterten UNO-Friedensmission.” Lexikon des internationalen Films, Quelle: Wikipedia</p></blockquote>
<p>Das kann man so sehen. Wenn man es aus der deutschen Perspektive betrachtet in der es stets darum gehen muss, den Zeigefinger zu heben und zu mahnen. Natürlich kann man den Film aus einer geopolitischen Sichtweise angehen und hinterfragen, aus welchen Voraussetzungen diese Situation entstehen konnten und welche langfristigen Konsequenzen es hatte. Ganz klar gibt es äußerst kritische Momente im Handeln der amerikanischen Politik.</p>
<div class="mceTemp">
<dl id="attachment_621" class="wp-caption alignright" style="width: 210px;">
<dt class="wp-caption-dt"><a href="http://www.blogboys.de/wp-content/uploads/2008/11/black_hawk_down_ver1.jpg" rel="shadowbox[post-617];player=img;"><img class="size-full wp-image-621" title="Black Hawk Down" src="http://www.blogboys.de/wp-content/uploads/2008/11/black_hawk_down_ver1.jpg" alt="Black Hawk Down" width="200" height="300" /></a></dt>
</dl>
</div>
<p>Wenn wir jedoch genau diese Politik außen vor lassen, wird ein großartiger Film draus. Wenn man „Black Hawk Down“ aus der Sicht des einzelnen Soldaten betrachtet, der in diesem Wahnsinn gefangen ist. Denn wer genau hinsieht, wird erkennen, dass es Scott vermutlich um diesen Aspekt der Geschehnisse ging. Immer wieder werden die Soldaten als Persönlichkeiten gezeichnet. Wie aus einem großen, unübersichtlichen Mosaik werden sie wie Steine herausgenommen, kurz betrachtet und wieder in das Bild eingefügt. In dem, was sie sagen. In dem, was sie tun. So wird klar, dass die dort gezeigten Ereignisse nicht dem Staat Amerika zustossen, sondern einzelnen, einfachen Soldaten. Oder wie es der von Eric Bana gespielte „Hoot“ zum Schluss zu „Eversman“ (Josh Hartnett) sagt:</p>
<blockquote><p>„When I get home and people ask me,&#8217;Hey, Hoot, why do you do it, man? What are you? Some kind of war junkie? I won&#8217;t say a goddamn word. Why? They won&#8217;t understand. They won&#8217;t understand why we do it. They won&#8217;t understand that it&#8217;s about the men next to you. And that&#8217;s it. That&#8217;s all it is.“ <em>Hoot (Eric Bana), Black Hawk Down</em></p></blockquote>
<p>Natürlich ist es ein leichtes, dem Film mangelnde Differenzierung gegenüber der somalischen Position, dem einzelnen Milizionär vorzuweisen. Tatsächlich werden die „Skinnies“, wie die Somalis von den Soldaten bezeichnet werden, in keinster Weise charakteresiert. In kurzen Sequenzen versucht Scott zwar auch hier zu zeigen, dass es um Einzelschicksale geht. Als beispielsweise ein Somali beim „Versuch“ einen amerikanischen Soldaten zu töten versehentlich ein Familienmitglied tötet. Zu mehr reicht es nicht. Denn man darf bei solch einer Kritik nicht vergessen, dass ein Film nur ein bestimmte Zeitspanne zur Verfügung hat, eine Geschichte zu erzählen und nicht jeder Regisseur den Aufwand in Kauf nimmt, den Clint Eastwood betrieben hat, als er die Schlacht um Iwo Jima im 2. Weltkrieg einmal aus Sicht der Amerikaner &#8211; „<a href="ttp://www.amazon.de/gp/product/B000PC864K?ie=UTF8&amp;tag=markus0b&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=19454&amp;creativeASIN=B000PC864K">Flags of our Fathers</a>“ &#8211; und einmal aus japanischer Betrachtung &#8211; „Letters from Iwo Jima“ (<a href="http://www.amazon.de/gp/product/B000PKHVXE?ie=UTF8&amp;tag=markus0b&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=19454&amp;creativeASIN=B000PKHVXE">Amazon-Link</a>) &#8211; schilderte. Wobei der letztere tatsächlich der Bessere ist.</p>
<p>So müssen die „Skinnies“ als Metapher herhalten. Als ein wütendes Volk, das als Spielball zwischen UNO, dem Amerikanern und den Führern in Somalia genutzt wird. Lediglich zweimal kommen die Somalis wirklich zu Wort. Wenn es darum geht dem Zuschauer zu erklären, dass die Dinge die dort geschehen, den Lauf der Geschichte ändern werden. So sagt ein Mr. Atto zu Beginn in einem Gespräch mit dem amerikanischen General Garrison:</p>
<blockquote><p>„Don&#8217;t make the mistake of thinking because I grew up without running water I am simple General. I do know something about history. See all this? It&#8217;s simply shaping tomorrow. A tomorrow without a lot of Arkansas white-boys&#8217; ideas in it.” <em>Mr. Atto, Black Hawk Down</em></p></blockquote>
<p>Und was ist mit der ganzen Rockmusik und den Sonnenuntergängen im Film? Dem Pathos undr Kitsch? Wer das an Ridley Scott kritisiert, sollte keinen Ridley Scott-Film schauen. Scott war schon immer für das „große Bild“. Und wer so argumentiert, der hat nicht genau hingeschaut. Natürlich beginnt der Film mit „Boooah! Geil!”-Bildern von Hubschraubern, Sonnenuntergängen und Rockmusik-Untermalung, wie es in der Miltiär-Schomzette „Top Gun“ nicht besser sein könnte. Wer weiß, wie man Geschichten erzählt, der weiß, dass man zur Darstellung des Hässlichen zuerst das Gegenteil &#8211; Schönheit &#8211; darstellen muss. Das manchmal ein Wimpernschlag genügt, das Kartenhaus in dem man sitzt einstürzen zu lassen. Und so bricht diese ganze „Leichtigkeit“ und „Schönheit“ des Krieges &#8211; das Herumalbern großer Jungs in der Sicherheit ihres eigenen Camps, ihrer Festung, dieses „Räuber und Gendarme“ auf hohem Niveau &#8211; genau in dem Moment zusammen, als der unerfahrene Soldat Blackburn, beim Versuch sich abzuseilen, aus dem Helikopter stürtzt, so die minutiös geplante Mission durcheinanderbring und die Katastrophe damit ihren Anfang nimmt.</p>
<p>Von da an übernimmt Ridley Scott die Rolle des Beobachters, der den Kampf darstellt ohne in zu bewerten. Immer wieder wechselt die Kamera in die Subjektive. Von hinter einem Verschlag. Aus der Luft. Wenn überhaupt, zeigt er die Hilflosigkeit der Amerikaner inmitten des Chaos, das sie beschworen haben, das die Somalis nun beherrschen. Dieselben Amerikaner, die eben noch so „Rock&#8217;n'Roll“, so siegeesicher durch deren Land donnerten. Das ist dann kein Pathos mehr. Vor allem kein Kitsch. Das ist reinstes Drama. Eine Tragödie aus Tod und Opfern und Schicksalen und allem was dazu gehört. Wenn man sich dann noch vor Augen führt, dass „Black Hawk Down“ ein auf Tatsachen beruhender Film ist und dass es diese Jungs, die da um ihr Leben rennen und schießen, das das gezeigte wirklich erlebt haben, ist man „bei ihnen“ und will auch nur überleben. (Um es in die Realität zu rücken: Hier ist ein kurzer BBC-Clip auf YouTube, in dem der Redakteuer Simon Reeve einige der Original-Schauplätze zeigt: <a href="http://www.youtube.com/watch?v=SZ_g9-sPvSw">The real Black Hawk Down.)</a></p>
<p>Und so ist man bei jedem einzelnen der Soldaten. Weil nicht jeder von ihnen am Ende gut heißt, was geschehen ist. Weil jeder einzelne nicht nur seine Haut, sondern auch die seiner „Kameraden“ retten will. Und der weiß, dass er das nur tun kann, wenn er sich auf den „Typen an seiner Seite“ verlassen kann. Und trotzdem obsiegt Amerika zum Ende der Schlacht nicht gegen die Übermacht an Milizen. Ganz im Gegenteil. Sie müssen sich geschlagen geben, demütigen lassen und fortrennen. Es gibt keinen Grund zu triumphieren. Nur dem Anderen zu danken. Dem, der mit dir gekämpft hat.</p>
<p>Und das ist es, was ich an Amerika mag. Nich den Kampf. Sondern, dass sie im Triumph beieinander stehen. Und in der Niederlage noch enger zusammenrücken.</p>
<p>(Das die Amerikaner in der Betrachtung noch eine ganz andere Sicht auf den „Krieg“ haben, spielt sicherlich auch eine Rolle. Aber das will ich hier gar nicht weiter erläutern. Wer das verstehen möchte, sollte sich auch einen <a href="http://justinciappara.wordpress.com/2008/10/06/free-itunes-account-without-redemption-code/">Zugang zu amerikanischen iTunes-Store</a> besorgen (Gutscheine kann man sich bei <a href="http://www.ebay.com">eBay</a> ersteigern.) und sich mal eine Folge der Serie „War Heroes“ (<a href="http://itunes.apple.com/WebObjects/MZStore.woa/wa/viewTVSeason?id=291976570&amp;s=143441">iTunes-Link</a>) ansehen. Nicht, um das auch so zu sehen. Das ist schon durch die amerikanische Brille erzählt. Man ist ja nicht doof. Sondern vielleicht um Amerika zu verstehen. Die Brille mal aufzusetzen. Man kann sie ja auch wieder abnehmen. Man ist ja erwachsen.)</p>
<h1>Und wir?</h1>
<p>So scheint für mich der Aufschrei des „Deutschen“, wenn sich die Amerikaner einmal mehr auf ihre selbstbewusste Brust hämmern, nicht immer Kritik an der amerikanischen Identität, sondern vielmehr das Wehklagen ob des Mangels der eigenen Identität. <a href="http://www.spreeblick.com/2008/11/13/obama-poster-in-der-bravo/">Und ihre Häme gegenüber einer Jugend</a>, die sich danach sehnt, in einem hohe Maße arrogant. Man mag ihr, der Jugend, vorwerfen, damit indifferent umzugehen. Aber immerhin ist bei ihnen die Welt-Politik ins Kinderzimmer eingezogen. Bei uns hingen Poster von Kajagoogoo.</p>
<p>Ey! Es ist doch ein Anfang. Lasst uns mit ihnen zusammenrücken, anstatt sie auszulachen.</p>
<p>Feuer frei!</p>


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		<title>Die beste Szene vom Spiel gegen Gladbach</title>
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		<pubDate>Sat, 08 Nov 2008 17:16:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>markus.freise</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Bielefeld]]></category>
		<category><![CDATA[Bälle & mehr]]></category>
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		<category><![CDATA[Erkenntnisse]]></category>
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		<category><![CDATA[Tod]]></category>

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		<description><![CDATA[Die letzten zwanzig Minuten des heutigen Spiels gegen Borussia Mönchengladbach waren die definitiv unerträglichsten 20 Minuten meiner 8-jährigen Alm-Karriere.

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			<content:encoded><![CDATA[<p>Hier für alle, die heute nicht ins Stadion kommen konnten, habe ich die beste Szene des Spiels für Euch fotografiert:</p>
<p><a href="http://www.blogboys.de/wp-content/uploads/2008/11/svengladbach.jpg" rel="shadowbox[post-464];player=img;"><img class="alignnone size-full wp-image-465" title="svengladbach" src="http://www.blogboys.de/wp-content/uploads/2008/11/svengladbach.jpg" alt="" width="500" height="667" /></a></p>
<h1>Arminina Bielefeld 0:2 Borussia Mönchengladbach</h1>
<p>Die letzten zwanzig Minuten des heutigen Bundesliga-Spiels unseres <a href="www.arminia-bielefeld.de">DSC Arminia Bielefeld</a> gegen Borussia Mönchengladbach waren die definitiv unerträglichsten 20 Minuten meiner 8-jährigen Alm-Karriere. Die daraus resultierenden „Frontzeck raus“-Rufe schließen sich jedoch in ihrer Unerträglichkeit nahtlos an. Die Mutlosigkeit der Spieler auf dem Feld &#8211; einmal mehr Artur ausgenommen &#8211; kann der beste Trainer der Welt kaum wettmachen. Nein. Prinzipiell trifft Herrn Frotzeck keine Schuld an der Arbeitsverweigerung der jungen Herren. Ich möchte aber diesbezüglich noch einmal auf mein <a href="http://www.blogboys.de/2008/11/04/sport/hey-arminia-wir-wollen-noch-nicht-ins-bett.html">letztes Arminia-Posting</a> hinweisen. Zumindest hatte Herr Frontzeck diesbezüglich bereits ein wenig Einsicht gezeigt und eine ordentlich junge Mannschaft aufgestellt. Wenn ich auch nicht verstehe, wie er Markus Bollmann auf der Bank lassen kann und Radim Kucera in die Startelf steckt.</p>
<h1>Montagsabends schon was vor?</h1>
<p>Und so muss man auch nach dem heutigen Spieltag kein Prophet sein: Es genügt einfach nicht. Wir werden absteigen! Beginnen wir mit der Abschiedstour. Die ersten 70 Minuten des heutigen Spiels lassen jedoch die Hoffnung aufkommen, dass man sich mit diesem Kader in der 2. Bundesliga wacker schlagen wird. Denn „geht so ein Ball rein“ wie wir fünf davon hatten, „geht das Spiel ganz anders aus.“ Ging es nicht. War eben 2:0 für Gladbach</p>
<p>Nur wenn heute einer ins Mikro sagt: „Dann müssen wir die Punkte eben woanders holen.“ flippe ich aus. Wo denn noch? Im EDEKA um die Ecke?</p>
<p>Schade.</p>
<p>P.S.: Deutschland muss gar nicht so neidisch auf Frank Ribéry schauen. Mit Marko Marin haben wir den besseren Zauberer. Das eine Ding, als er die komplette Arminen-Abwehr ausgetanzt hat und dann nur den Innenpfosten getroffen hat, das war ganz wundervoller Fußball.</p>


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		<title>Kinders, immer schon lächeln! &#8230; oder „Killers“ hören.</title>
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		<pubDate>Fri, 07 Nov 2008 09:23:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>markus.freise</dc:creator>
				<category><![CDATA[Die Boys]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Einsichten]]></category>
		<category><![CDATA[Kinder]]></category>

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		<description><![CDATA[Es gibt viele wunderbare Aspekte am „Kinder haben“. Doch es gibt etwas, dass hält keiner aus, der noch Anspruch an sein Leben hat: Kindermusik.

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			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Es gibt viele wunderbare Aspekte am „Kinder haben“. Man geht mehr vor die Tür, lernt viele neue Sachen (zum Beispiel Vögel unterscheiden), kommt endlich wieder dazu zu Zeichnen oder macht sich als Autor tatsächlich Gedanken darüber ein <a href="http://www.blogboys.de/2008/11/01/kultur/brunsvik-isst-ein-brot.html">Kinderbuch</a> zu schreiben.</strong></p>
<p>Doch dann gibt es etwas, dass hält kein Erwachsener aus, der noch irgendeinen Anspruch an ein eigenes Leben hat:</p>
<p style="text-align: center;"><strong>Kindermusik!</strong></p>
<p>Da bestehen die Melodien aus irgendeinem Gedudel, das frei jeglicher Dissoanzen ist, die besonders mir, als Freund gitarrenlastiger Musik, so wichtig sind. Oder die „Kinderliedermacher“ nehmen irgendwelche Oldies, bauen die ein wenig um und ziehen sie zuguterletzt durch den elektronischen Weichspüler. Am Ende kommt etwas heraus, dass so zuckersüß ist, wie die Glasur eines Kirmes-Apfels. Aber auch so klebrig. Mit Musik hat das noch genauso viel zu tun, wie diese Süßigkeit mit Obst.</p>
<p>Noch schlimmer als die Musik an sich sind jedoch zumeist die Texte &#8211; <a href="http://www.blogboys.de/2008/10/23/kultur/jeder-sollte-conor-oberst-horen-mussen.html">die mir erwiesenermaßen wichtig sind</a>. Da werden einem pädagogische Weisheiten um die Ohren gehauen, dass der Super-Nanny direkt ein Floh aus der Hose hüpft. Lest selbst:</p>
<blockquote><p>„Starke Jungs, die Können nicht nur Muskeln zeigen.<br />
Starke Jungs, die zeigen Köpfchen und Gefühl.<br />
Starke Jungs, woll‘n ihr Meinung nicht verschweigen.<br />
Starke Jungs, die kommen lächelnd an ihr Ziel.”<br />
<em>Rolf Zuckowski, Starke Kinder</em></p></blockquote>
<p>Wie tanzt man „Rolf”?</p>
<h1>Kindermusik ist schlicht nicht zu ertragen. Außer: Randale</h1>
<p><a href="http://www.blogboys.de/wp-content/uploads/2008/11/randale_cd.jpg" rel="shadowbox[post-416];player=img;"><img class="alignright size-full wp-image-419" title="randale_cd" src="http://www.blogboys.de/wp-content/uploads/2008/11/randale_cd.jpg" alt="" width="200" height="200" /></a>Natürlich kann man sich an „<a href="http://www.randale-musik.de">Randale</a>“ festklammern. Den drei Bielefelder Jungs, die ähnlich empfunden haben müssen, als sie Eltern wurden. Drei gestandene Rockmusiker, die für ihre Kinder eine bessere Welt wollten. Also haben sie ihre Instrumente genommen und beschlossen: Das können wir besser. Die Presse sagt dazu: „Klingt wie Die Ärzte, die Ramones, die Housemartins und Johnny Cash in einer Band!”</p>
<p>2003 kam dann ihr Debüt „<a href="http://www.randale-musik.de/content/Tierparklieder.html">Tierparklieder aus Olderdissen</a>“ auf den Markt und entpuppte sich als großer Erfolg. Was soll auch anderes herauskommen, wenn <a href="http://www.indiepedia.de/index.php/Reverend_Jürgen_&amp;_Igor">Reverend Jürgen</a> alias <a href="http://www.jochenvahle.de/">Jochen Vahle</a> ernstgemeinte Kindermusik macht? Endlich war da Musik, da konnten auch die Eltern mal hinhören. Texte, die vor Ironie blitzten und einem nicht mit Hammer ihre Moral und Tugend einzimmerten. Mit Zeilen wie „Helm auf, du Penner, sonst schubs ich dich vom Rad!“ waren sie da ganz auf meiner Wellenlänge. Auf die „Tierparklieder“ folgten bis heute zwei weitere Alben: „Kinderparty am Wackelpeter“ und „Der Hardrockhase Harald“.</p>
<p>Randale ist toll. Aber immer nur Randale ist ja auch langweilig. Was tun?</p>
<h1>„Kinder wollen angelogen werden.”</h1>
<p>Wer das nicht glaubt oder widersprechen will, hat keine Kinder oder kein Leben. Um es versöhnlicher auszudrücken: Es gibt Dinge, die müssen Kinder nicht wissen. Oder verstehen. Ich will das hier auch gar nicht weiter erläutern. Ich diskutiere das gerne mit jedem, der mal um 6 Uhr 15 am Morgen bei -5 Grad  mit einer dreijährigen darüber argumentiert hat, ob sie jetzt einen Rock anziehen darf oder nicht. Darf sie nicht. Im Kindergarten ist „Hosentag“.</p>
<p>Die Lösung für das Musik-Problem hat so dann <a href="http://www.stinchen.de">meine Schwester</a> &#8211; Mutter von drei kleinen Kindern &#8211; gefunden. Sie hat im Auto einfach „Die Ärzte“, „Wir sind Helden“ oder „Killers“ angemacht und als ihre Kinder protestiert haben, sie wollen lieber Kinder-Musik hören hat sie einfach gesagt, das ist Kinder-Musik. Kinder sind so leichtgläubig. Zuerst haben sie nur gestaunt. Und nun singen so schon mit. Verstehen zwar die Worte nicht, aber die Phonetik. Vielleicht lernen sie jetzt ganz viele „wichtige“ Dinge nicht. Aber zumindest werden sie vielleicht eines Tages sagen können, was Bruce Springsteen schon immer wusste:</p>
<blockquote><p>„I learned more from a three minute record, baby, than I ever learned in school.” <em><br />
Bruce Springsteen, No Surrender</em></p></blockquote>
<p>Vielleicht, dass das Leben eben nicht immer die Zuckerglasur auf dem Apfel ist. Vielleicht dass es Momente gibt, die klingen wie die Gitarre von Slash in „November Rain“. Vielleicht, dass Rock&#8217;n'Roll niemals sterben wird. Rolf Zuckowski schon.</p>
<p>Ich habe ihr das nachgemacht. Und so heißt es morgens, wenn unsere Große und ich losfahren, den Mischa abholen und sie zum Kindergarten bringen:</p>
<p><strong>„Papa, können wir &#8220;Killers&#8221; hören?”</strong></p>
<p>Können wir, Baby.</p>
<p>Können wir.</p>


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		<title>Briefe an Göttingen</title>
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		<pubDate>Thu, 06 Nov 2008 05:46:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>markus.freise</dc:creator>
				<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Poetry Slam]]></category>
		<category><![CDATA[Einsichten]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich war in Göttingen auf dem Poetry Slam und habe viel gelernt. Zum Beispiel, das Göttingen eine „traditionelle Linke“ hat und was „Ironiemarker“ sind.

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			<content:encoded><![CDATA[<p>Endlich ist das mit der Präsidentenwahl <a href="http://www.blogboys.de/2008/11/05/globales/obama.html">da</a> vorbei. Nicht, dass ich das nicht besonders spannend fand. Und das Ergbenis erhebend. Wenn man sich erst vorstellt, was in den „UNITED States of America“ jetzt so passiert. Da haben die bestimmt alle jetzt Fahnen an den Autos, hupen sich durch die Nacht und die Boulevard-Presse titelt „White, red, horny!”.</p>
<p>Was nun im Anschluss passiert ist mir dann fast gleichgültig. Ich bin kein besonders politischer Mensch. Ich mag Politik nicht. Für mich ist die Politik von heute viel zu oft wie „Reise nach Jerusalem“. Mit einem Stuhl zuviel.</p>
<p>Was ich jedoch noch weniger mag als Politik ist „Politische Korrektheit“, die in den 90ern mal „P.C.” hieß. Das ist das blank gelutschte Bonbon der Ironie. Das ist der Fahrradhelm einer Gesellschaft, deren einziges Problem darin zu bestehen scheint, ob man nun (da es ja akut auf der Agenda steht) „Neger“ sagen darf oder „Schwarzer“ muss und gleichzeitig schmeißt irgendsoein Schlepper im Atlantik 40 Menschen über Bord, die nicht bereit waren, mehr zu zahlen als ursprünglich vereinbart. Das steht zwar in keinem Zusammenhang. Aber das eine finde ich dringender als das andere.</p>
<p>Mir persönlich kam die verlogene Schlampe „P.C.“ am vergangenen Sonntag einmal wieder ins Visier. Da lass ich auf dem Göttinger Slam meinen aktuellen Text „Was ich noch mal machen möchte: Harte Drogen nehmen.“ indem es eben um jemanden geht, der harte Drogen nehmen will, dabei verhaftet wird und schließlich in einem Polizei-Bulli auf einen Haufen schwerer Jungs trifft, die darüber feilschen, wer denn zuerst an ihn „ran darf“.</p>
<p>Nun wusste ich nicht, bin ja politischer Asket, dass Göttingen eine „traditionelle Linke“ hat. Nun, wusste das schon. Soviel Allgemeinbildung muss sein. Wusste aber nicht, was das bedeutet und wie links Links sein kann. Stein des Anstoßes ist dabei folgender Abschnitt aus dem Text; die Szene, kurz nachdem das vermeintliche Alpha-Tier der bösen Jungs klargestellt hat, wem der Arsch des Protagonisten gehört:</p>
<blockquote><p>„[…] Was mir meine Vorstellungskraft beschert, als sie seinen Vier-Zentner-Körper mit meinem Hinterteil kombiniert, ist nur unzureichend mit „Angst“ umschrieben. Ich würde jetzt gerne meine Freundin anrufen, und ihr sagen, dass ich sie ganz, ganz doll lieb habe. Dass mir das echt total leid tut, dass ich sie immer so sehr gedrängelt habe und keine Ruhe gegeben habe, selbst wenn sie geweint hat und mich verlassen wollte. Wenn ich sie mittendrin gefragt habe, ob wir nicht auch mal „So … in den Po“ könnten. […]”</p></blockquote>
<p><a href="http://www.blogboys.de/2008/10/20/dieboys/die-toilette-als-think-tank-wie-ich-herausfand-das-poetry-slams-rock-konzerte-sind-oder-top-gun.html">Frankfurt</a> hat sich beim Poetry Slam in der Fachhochschule tot gelacht. Bei den <a href="http://www.poetry-all-stars.de">Poetry All Stars</a> haben sie mir zugejubelt. Dem <a href="http://www.wortpalast-bielefeld.de">Wortpalast</a>-Publikum in Bielefeld hat es sichtlich Spaß gemacht. Das <a href="  http://www.myspace.com/goeslam   ">Göttinger Poetry Slam</a>-Publikum hat mich nur knapp nicht ins Finale geklatscht. Ganz viele finden diesen Text prima. Das freut mich und dafür möchte ich mich bedanken.</p>
<h1>&#8230;und dann sind da „die”!</h1>
<p>Zum Beispiel der eine, der im Anschluss an den Slam &#8211; mein mitgereister Bielefelder Poetry Slam-Kollege <a href="  http://www.myspace.com/michaelgoehre   ">Micha-El Goehre</a> und ich stehen vor der Bühne und quatschen drüber, wie sympathisch dilettantisch der <a href="establishmensch.de/">Andy Strauß</a> sich zum Sieg gepoltert hat &#8211; da kommt da der eine.  Der stand da einfach so wie so ein Typ, der irgendwo zwischen Klassenbester und Bahnhofs-Punk beim Kiffen hängen geblieben ist, sich noch grämt, dass er in Chemie nicht aufgepasst hat und deshalb nun keine Bomben ins Establishment werfen kann &#8211; nennen wir ihn also mit Code-Namen „B.“ &#8211; und fragt, ob ich „Bock auf Feedback für meinen Text“ hätte. Hatte ich. Habe ich ja immer, Bock und vor allem auf Feedback und auf meinen Text. Bockt der also los und sagt der (laut Gedankenprotokoll):</p>
<blockquote><p>„Wie kannst du es wagen, dass du dich über die Vergewaltigung deiner Freundin lustig machst. Nur um deine Homophobie zu überspielen.” <em>„B.”, Göttingen</em></p></blockquote>
<p>Tatsächlich!</p>
<p>Zum Vergewaltigungs-Zeug soviel:.</p>
<p>Zur Homophobie fiel mir dann einige Zeit später das hier ein:</p>
<blockquote><p>Lieber „B.“,</p>
<p>in unserem Land darf und kann jeder denken was er will. Da seid ihr Göttinger gendergestreamten Flitzpiepen ja sicherlich meiner Meinung. Habt ihr ja auch viel für getan. (An dieser Stelle einmal: Danke, Genossen!) In der „BRD” kann sogar jeder tun was er will. So wäre es im Prinzip mein gutes Recht, Angst vor Schwulen zu haben. Und das zu äußern! Es soll ja sogar Menschen geben, die Angst vor Spinnen haben. Und das äußern! Nun setzt sich aber niemand für die Gleichberechtigung von Spinnen im Gegensatz zu Hummeln ein. Das wird so hingenommen. Im Zweifel tritt man einfach auf die Araneae (Anm.: Warum man bei solchen Diskurs-Partnern auch mal ein Fremdwort einstreuen darf: s.u.) drauf und spült sie im Klo herunter. Dabei sind Schwule im Zweifel viel gefährlicher als Spinnen! Zum Beispiel Schwule mit einem Messer. Oder einem Maschinengewehr. Oder einer Hauptstadt. Oder einer Atombombe. Hätte (habe ich ja nicht, ist ja nur theoretisch) ich Angst vor Schwulen und würde das äußern, würde ich jedoch die europäische Antikdiskrimierungsbehörde auf den Hals gehetzt bekommen und käme in ein rosarotes Guantanamo, wo ich stundenlang mit Diskussionen und Workshops gefoltert werde. Wer Spinnen nicht mag, dem droht keine Gefahr. Ist das gerecht? Sind Spinnen schlechter als Menschen? Wo ist deren Lobby?</p>
<p>Gruß<br />
Das Establishment</p></blockquote>
<p>Nun ja. Dem Vorwurf des Ennslin-Epigonen lakonisch mit einem „Du hast den Text nicht begriffen.“ aus dem Weg geeiert, begab ich mich dann Backstage in die Theatermaske. Dort hingen viele Spiegel und ganz gleich wo man stand, sah man sich. Gegenüber der Spiegel lehnte eine junge Frau mit geröteten Haaren, dickem Lippenstift und diesem Gesicht, das ich in einem meiner frühen Texte &#8211; „Die Teppichtasche“ &#8211; als „Gesicht wie tausend Jahre Tiefentherapie“ bezeichnet hatte, an der Wand und trank Kräuter-Bionade. Vermutlich war der Tee alle. Goehre und ich ließen uns kurz über das eben erlebte aus, da sprang sie ins Gefecht und äußerte:</p>
<blockquote><p>„Ich hätte auch am liebsten gekotzt.“ Noch so eine, Göttingen</p></blockquote>
<p>Ich sah sie an. Dachte an die Spiegel und vermutete zu verstehen was sie meinte. Sie jedoch bezog sich auf meinen Text. „Noch so eine!“ dachte ich. „Ist ja Göttingen hier. Wir haben hier eine traditionelle Linke.“ wurde ich wieder von jemandem belehrt. „Schön.“ dachte ich. Ist ja wichtig, dass sich irgendwer für Politik interessiert. Aber müssen die zum Slam kommen? Können die nicht zum Grass gehen?</p>
<p>Wir diskutierten ein wenig substanzlos vor uns her. Bald wird klar: Hier kommt nicht zusammen, was nicht zusammen gehört. Den Vorwurf mit der Vergewaltigung verstehe ich immer noch nicht. Schließlich findet keine Penetration statt und die Protagonistin in der Geschichte hätte ja zu jedem Zeitpunkt gehen können. Sie ist ja frei. Aber vermutlich wird es auch dafür irgendeine Folge von Gegen-Argumenten, die so verquer sind, dass man ihnen nicht mehr folgen kann und so zwar nicht einsieht aber resigniert die Auseinandersetzung beenden würde.</p>
<div id="attachment_373" class="wp-caption alignnone" style="width: 510px"><a href="http://www.blogboys.de/wp-content/uploads/2008/11/dsc_9961.jpg" rel="shadowbox[post-341];player=img;"><img class="size-full wp-image-373" title="Backstage beim Poetry Slam in Göttingen" src="http://www.blogboys.de/wp-content/uploads/2008/11/dsc_9961.jpg" alt="Backstage beim Poetry Slam in Göttingen" width="500" height="335" /></a><p class="wp-caption-text">Backstage beim Poetry Slam in Göttingen</p></div>
<p>Bevor es aber an dem Abend dort in Göttingen soweit kommen kann, setzt sich ein Slammer aus Leipzig auf meine Seite. Erläutert, dass ja schon Goethe im Prolog zum Faust feststellte, dass sich die „Leute“ nur noch über den Umweg der „Unterhaltung belehren ließen“. Ich habe den Faust nicht gelesen und lasse das mal so stehen. Das trifft für mich sowieso nicht zu, da ich ja gar nicht belehren wollte, sondern ausschließlich unterhalten. (Eine bislang nicht verwendete Anmoderation für den Text lautet: „Ich wollte ja eigentlich auch was lustiges bringen. Aber ich mache lieber was albernes.”) Das kann aber der Leipziger nicht wissen, da er auf  Grund eines „Personenschadens“ bei der DB zu spät zum Slam kam und den Text nicht mitbekommen hatte. Das wiederum ist mir egal, weil die Goethe-Argumentation so toll ist. Ich halte die Klappe. Die komische Frau auch.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.blogboys.de/wp-content/uploads/2008/11/harpij.jpg" rel="shadowbox[post-341];player=img;"><img class="size-full wp-image-343 aligncenter" title="harpij" src="http://www.blogboys.de/wp-content/uploads/2008/11/harpij.jpg" alt="" width="500" height="542" /></a></p>
<p>Dann wird sie weiter vom Leipziger angegangen, der sagt: „Du studierst doch was, oder?” Sie reagiert, wie solche Leute immer reagieren, wenn sie unversehens angesprochen werden: Abwehrend bis zickig. „Wer sagt das ich studiere?” „Siehst halt so aus!” „Wie sehe ich aus?” &#8230; Machen wir es kurz: Nach mehrmaligem Bohren stellt sich heraus: a) sie studiert. b) Geschlechterforschung. Menno!:</p>
<blockquote><p>Liebe Geschlechterforscher von Göttingen,</p>
<p>wenn das was ihr tut so wichtig ist für die Gesellschaft: Weshalb schämt ihr euch irgendwie dafür? Hätte eure Streiterin für gegen die Vergewaltigung nicht auf den Stuhl steigen und schmettern müssen: „Ich, die Geschlechterforscherin prangere an!” Stattdessen verduckmäusert sie sich hinter nicht hinterfragten Argumenten. Hat sie gar geglaubt der Kreuzzug des Gender Mainstreams beginnt in einer Theatermaske in Göttingen?</p>
<p>Lieben Gruß,<br />
Mann</p></blockquote>
<h1>Und es gibt in Göttingen noch mehr zu lernen!</h1>
<p>Zum Schluss lerne ich, dass es soweit hätte gar nicht kommen müssen. Als letzter Göttinger nimmt mich nun der Veranstalter zur Seite und belehrt mich über folgendes: In meinem Text fehlen die „Ironiemarker“.</p>
<p>Ich weiß gar nicht was „Ironiemarker“ sind, fange in der weiteren Belehrung noch andere Fremdwörter auf, die nur Studenten benutzen, fühle mich ungebildet und sage zu Goehre: „Komm, wir fahren zu McDonalds.“</p>
<p>Im Auto fragt Goehre mich dann: „Markus, was sind Ironiemarker?”</p>
<p>Ich bin dankbar. Wir sind ratlos.</p>
<p>Also nehme ich mein iPhone und frage das bunte Orakel von Google: „<a href="http://www.google.com/search?client=safari&amp;rls=de-de&amp;q=ironiemarker&amp;ie=UTF-8&amp;oe=UTF-8">Ironiemarker?</a>”</p>
<p>Nichts. Bekomme nicht einmal die obligatorische Wikipedia-Definition. Nur ein paar Treffer in linken Foren und Blogs wo sich Diskutierende darüber auslassen, dass andere Forenteilnehmer wiederum die „Ironiemarker“ in ihren Texte vergessen hätten und dass man so &#8211; oha &#8211; die Dinge die dort stehen vielleicht wörtlich nehmen könnte. Zum Beispiel hier:</p>
<blockquote><p>„Aber, aber, meine Damen und Herren: Kann es sein, dass in dieser Unterhaltung reihenweise Ironiemarker missachtet werden? (Und: Hat Goya Unverschämtheiten produziert?)” <a href="http://www.vorspeisenplatte.de/speisen/2008/05/blogger-festgehalten.htm">Quelle: www.vorspeisenplatte.de</a></p></blockquote>
<p>Nach einiger Zeit finde ich heraus, dass Ironiemarker nichts anderes sind als: Anführungsstriche oder Smilies. Die intellektuelle Gehhilfe für denkfaule Menschen. Endlich erkenne ich das Göttinger Problem und will nun auch belehren:</p>
<blockquote><p>Liebe Göttinger,</p>
<p>Kommunikation findet immer in einem Kontext statt. Alles gesagte und geschriebene muss in dem Zusammenhang betrachtet werden in dem es steht. Wenn zum Beispiel ein Afroamerikaner in Los Angeles zu einem anderen Afroamerikaner „Nigger“ (man beachte die Ironiemarker!) sagt, ist das Ironie. Sagt das ein Redneck in Nashville zu einem schwarzen Landarbeiter ist das Rassismus. Erzählt so ein Typ wie ich, mit Jeans, Goonies-T-Shirt, Chucks und Wohlstands-Frisur, der so gar nicht nach Vergewaltiger und Schwulenhasser ausschaut, so eine Geschichte wie die meine, so ist das Ironie. Bitte verkauft die Leute doch nicht für dumm. Das Slam-Publikum ist in der Regel reif und klug genug Agitation von Ironie zu unterscheiden und an den passenden Stellen zu lachen. Zu Schweigen. Zu protestieren.</p>
<p>Bitte lasst uns einfach mit eurer schlechten Laune in Ruhe.</p>
<p>Danke,<br />
Markus</p></blockquote>
<p>P.S.: Teile dieses Textes sind als Ironie zu verstehen. Das eventuelle fehlen von Ironiemarkern und eine damit vielleicht einhergehende Beleidigung deines Geschlechts ist nicht gewollt. Ich glaube an das Grundgesetz. Dafür ist es ja da.</p>


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