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Mo, 08.06.2009 | Rouven Ridder3 Kommentare

Gurkensalat à la EU, Teil II

Das war es also wieder einmal mit dem Wählen. Ich hatte mich nur dürftig darüber gewundert, sehr schnell durch die alten Klassenräume der Schule durchgehen zu können. Stimmzettelannahme, Ankreuzen und Einwurf eingeschlossen. Für Überraschungen waren die bisherigen und erwarteten Wahlbeteiligungen einfach zu niedrig. Stimmte dann ja auch.

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Ergebnisse in Deutschland

Überraschungen gab es dann bei den Ergebnissen auch nicht besonders viele. Wie man nach Umfragen von infratest-dimap (hier bei tagesschau.de) sehen konnte, waren die Themen der Bundespolitik zu 60% ausschlaggebend für die Entscheidungen der Wahlberechtigten. Die CDU wurde abgewatscht (auch wenn sie sich als Gewinner deklarieren würde), die SPD ebenso, und für welche Art von Politik oder für welche Art von Wahlkampf, das kann sich jeder selbst aussuchen. Schlechte Beispiele gibt es für beides genug, bei beiden Parteien.

So arbeiten die Einen unermüdlich daran, die Grundrechte unterzuhöhlen. Von ihrem Wahlkampf habe ich nichts mitbekommen, außer dass die Brille des Protagonisten auf ihren Plakaten ständig schief zu sitzen scheint. Die anderen (die, deren „Arbeitersubstanz“ schwindet) machen mit beim Rechteabbau und entschieden sich für unsägliche Vergleichswerbespots. Noch dazu trabt man dort voran in der Rettung von untergangsbedrohten Unternehmen, als sei Holtzbrinckmann [s. Kommentare] längst beim Volk vergessen.

Bei den großen beiden Volksparteien gab es also keine Überraschungen. Auch nicht bei den fast unveränderten Grünen. Obwohl deren Wahlwerbung Mängel offenbarte (Malte meinte hierzu, sie stammten aus einer Zeit, „als Akronyme noch Schwänze hatten“), scheinen merkwürdige WUMS!-Slogans eingängig zu sein.

Überraschung gab es allerdings bei der FDP. Zuwachs von Prozenten, trotz des Skandals um Silvana Koch-Mehrins Aussagen zu ihren Anwesenheitszeiten im Parlament und den darauf folgenden Diskussionen im Internet und insbesondere in den Blogs. Ein weiteres Novum lässt aber darauf schließen, dass die „Liberalen“ ohne das Aufbäumen des Netzes noch viel stärker geworden wären.

So wird bis jetzt kaum öffentlich behandelt (oder es ist mir nicht aufgefallen), dass die Partei mit dem abschreckendsten Namen, die Piratenpartei, aus dem Stand heraus bundesweit 0,9 % erreicht hat. Das ist beachtlich und nötigt Respekt ab.

Für Bielefeld sieht das Ergebnis sogar noch etwas anders aus:

CDU 33,3 (2004: 38,8)
SPD 25,9 (26,6)
Die Grünen 18,9 (19,2)
FDP 9,4 (6,1)
Die Linke 5,9 (2,7)
Piratenpartei 1,0 (-)
Tierschutz 0,9 (1,0)
REP 0,7 (0,7)

Inwiefern daraus jetzt Rückschlüsse oder Prognosen auf die kommenden Kommunal- oder Bundestagswahlen zulässig sind, das überlasse ich mal jetzt Euch.

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3 Kommentare »

  • Mischa said:

    Ich vermute stark, du meinst HoltzMANN und nicht Holtzbrink…

  • @irsign said:

    Bei der Untersuchung der Zuwächse bei der FDP stellte sich in den Umfragen heraus, dass 50% die nur aus Protest gewählt haben. Irgendwann ist Guido noch Kanzler, so aus Protest. :/

  • Rouven (author) said:

    @Mischa: Klar (geändert).

    @ @irsign: Ob man das jetzt den Wählern zugute halten kann, dass sie nicht aus Protest für die extremeren stimmen?

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