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Mo, 18.05.2009 | Markus Freise22 Kommentare

Arminia Bielefeld am Scheideweg

Das wird eine Woche für Arminia Bielefeld – obwohl der Beitrag mit dem Satz beginnen müsste: Das war eine Woche für Arminia Bielefeld: Das gute Torverhältnis mal eben um 8 Tore nach unten korrigiert, sich in Dortmund auf Jahre der Lächerlichkeit preisgegeben und dann auch noch den Trainer als Sündenbock zurück nach Gladbach verfrachtet.

Gnrrr. Natürlich musste der Trainer weg. Ich habe ihn live gesehen, wie er da so hilflos stand in Dortmund und sich nicht traute bei 2 zu 0 gegen uns Halfar oder Kamper zu bringen. Wie er es sich dann doch traute, aber da lieber hätte einen Defensiven bringen sollen, weil es ja schon 4 zu 0 stand. Wie er dann mit dem Rest der Mannschaft ohne sich von den wütenden Fans zu verabschieden im Innern der Signal Iduna Arena verschwand. Und das war nur ein Sinnbild der ganzen Saison. Der Trainer fand als Idenfikationsfigur mit dem Verein nie statt. Ach, der war nix.

Gnrrr. Nun ist er weg. Und dennoch fühlt man sich nicht geheilt. Es ist so, als hätte man Lungenkrebs gehabt und dann haben sie dir den verrotteten Lungenflügel entfernt und du weißt: Irgendwie richtig. Aber so richtig ist es doch nicht. Irgendwie ist das Problem viel tiefer verankert, als dass ein Trainer das lösen könnte. Zumindest keiner, den sich Arminia leisten kann.

Somit wäre die vielfach geforderte Demission des gesamten Vorstandes nur logisch und richtig. Also: Raus mit dem zweiten Lungenflügel. Dann ist Ruhe. Ja. Ruhe im Karton. In der Kiste. Der aufmerskame Leser merkt aber schon: Mit ohne zwei Lungenflügel ist tatsächlich Ende im Gelände.

Die vielfach geforderte Katharsis „2. Bundesliga“, der Gang nach Canossa aka Wehen-Wiesbaden oder Greuter Fürth ist nur ein emotionales Ausweichmanöver gefrusteter Fan-Seelen, das nichts ändern würde. Denn ein Abstieg würde, neben der wohl endgültigen Demontage des Arminia-Images als Bundesliga-Verein, auf sachlicher Ebene einen Einschnitt in den eben gesundeten Etat der Arminia bedeuten, der schädlicher wäre, als diese zwei vergurkten Saisons. Wir wissen schließlich, dass wir es besser können, als in den vergangenen Jahren. Wie die erste Hälfte des Jahrzehnts und vor allem die Saison 2004/2005 gezeigt hat.

Alles was wir (wieder) brauchen ist eine andere Führung. Eine andere Form von Führung.

Eine neue Führung für Arminia Bielefeld

Einen Nachfolger für Dammeier zu finden halte ich noch für das kleinste Problem. Der Mann ist so wenig aufgefallen, dass sein Fehlen vermutlich weniger Spuren hinterlässt als ein Wasserfloh auf dem Obersee. Hier ließe sich sogar eine vereinsinterne Lösung denken. Co-Trainer Eulberg zum Beispiel, der kennt sich als Scout aus in der Fußball-Welt bestens aus. Und weniger Profil als unsere alte Nummer 6 oder Reinhard „Was macht der eigentlich?” Saftig kann der auch nicht haben.

Einen Nachfolger für Schwick zu finden ist ähnlich leicht. Da nimmt man irgendeinen anderen altgedienten Arminen, der auf Zuruf lustige Anekdötchen zum Besten gibt, aber ansonsten wenig zum eigentlichen Geschehen beizusteuern hat. Außer es wird so eng wie nun. Denn so stelle ich mir einen guten Präsidenten im Grunde vor: Auch mal Stellung beziehen, und zwar einie eigene. Aber Geschichten-Erzähler haben wir genug. Wenn man dann noch seinen unsäglichen Auftritt aus der vergangenen Woche hinzunimmt, als er der Mannschaft die Fähigkeit absprach, den direkten Klassenerhalt zu schaffen, muss man sich endgültig fragen, ob Herr Schwick verstanden hat, worum es bei seiner Funktion geht.

Das Problem ist: Roland Kentsch. Neben all der Kritik die man ihm vorwerfen mag, dass ihm diese kämpferische Fußball-Seele fehlt, diese Grasfresser-Mentalität. Auch mal drei Milliönchen für einen Spieler in den Sand zu setzen, den Verein finanziell in Schieflage zu bringen, um das sportliche aufzurichten. Mal zu zocken, wenn die anderen wackeln. Neben all diesen Leerzeichen ist Roland Kentsch aber eins, und das braucht ein Verein: Ein Ausrufezeichen. Ein „starker Mann“ an der Spitze der auf den Tisch haut, wenn es brennt. Jemand der polarisiert. Der eine Meinung hat. Selbst wen er damit alleine ist. Das Problem ist: Kentsch ist der einzige bei Arminia der so ist. Das mag man ihm vorwerfen.

Das Problem ist nicht: Roland Kentsch. Denn ich würde es lieber den anderen vorwerfen, dass sie nicht so sind. Siehe oben bei Schwick. Was Herr Kentsch augenscheinlich braucht ist ein Yin zu seinem Yang. Ein Yang zu seinem Yin. Jemand, der ihm Paroli bietet. Ich mag mir nicht vorstellen, dass Herr Kentsch so groß und unantastbar ist, dass niemand ihm die Stirn bieten kann. Doch leider: Das daran schon viele gescheitert sind – von Thomas von Heesen über Reinhard „Was macht der eigentlich?” Saftig bis hin zu Detlev Dammeier ist bekannt. Was dann?

Vielleicht ist einer einfach zu wenig? Denken wir kreativ und stellen Herrn Kentsch einfach zwei Köpfe entgegen. Einen mit Eiern in der Hose und einen mit Fussballverstand. Frank Eulberg hatte ich erwähnt. Der hat Erfahrung, der kennt die Ligen und die Arbeit eines Managers. Fehlt nur noch der Eier-Träger, der weiß wie man die Motivation hochhält. Der Gras zwischen den Zähnen hat, wenn er dich angrinst. Ja, wer könnte da besser geeignet sein, als der Mann, der wohl als Armine des letzten Jahrzents gelten muss: Unser alter Torwart, den wir so gerne wieder sehen würde, der Matze Hain.

Fazit: Lasst uns alles dafür tun, dass wir – alleine aus wirtschaftlichen Aspekten – in der Liga bleiben und den Neuanfang dort wagen. Mit Roland Kentsch. Und mit einem neuen Manager plus Co-Manager und vielleicht einem anderen Präsidenten oder auch nicht. Und einem Trainer, der sich was traut und der genug Grips hat, aus wenig viel zu machen. Uwe Rapolder zum Beispiel.

Mein Wunsch-Team für die Vereinsspitze wäre:

Trainer: Uwe Rapolder
Co-Trainer: Frank Geideck und Jörg Böhme
Manager: Frank Eulberg und Mathias Hain
Geschäftsführer: Roland Kentsch
Präsident: Ist mir egal. Spielt dann keine Rolle mehr.

(Das wir natürlich auch in der Mannschaft mal sehen müssen, wer uns helfen kann und wer nicht ist klar, wäre aber einen eigenen Beitrag wert.)

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22 Kommentare »

  • Mischa said:

    Tja, und ebendrum ist der Abstieg vonnöten. Nicht, weil ich ihn will (da kannst du noch so hilflos und pathetisch twittern), sondern weil die Änderungen die du forderst nicht in der ersten Liga passieren werden. Wir sind uns einig, dass sich etwas ändern muss. Auf jeden Fall. Und auch deine Vorschläge sind konstruktiv. Aber: das alles wird nicht in der ersten Liga passieren!!! Alles richtig gemacht, werden sich die Herren sagen. Herr Kentsch wird weiterhin auf Ja-Sager setzen (die er mit den Herren Dammeier und Frontzeck schön um sich versammelt hatte), wir werden weiter finanziell gesunden und dann eben nächstes Jahr absteigen. Und deshalb liegst du falsch, wenn du sagst, dass Roland Kentsch nicht das Problem ist. Er ist auch das Problem. Weil er keinen Gegenpol wünscht. Neben der Tatsache, dass Dammeier die Billiglösung ist ist er auch für einen Herrn Kentsch die Einfachere – keine großen Widerworte, wenig Erfahrung. Markus, ich will den Abstieg auch nicht. Vor allem, wegen der Menschen, die auf der Alm ihre Jobs verlieren in dem Fall. Aber er ist unvermeidlich – solange Dilletanten wie sie dort arbeiten dort arbeiten. Deine schwarzweißblaue Brille in allen Ehren, aber werden wir bitte endlich ein wenig realistisch rund um die Alm!

    Was du Leuten vorwirfst, die der Wahrheit ins Auge blicken und sich nicht an einen unrealistischen vertrockneten Strohhalm klammern – “emotionales Ausweichmanöver gefrusteter Fan-Seelen” – ist genau das, was du machst: An etwas Festhalten, was längst vorbei ist. Fakt: Wir spielen den schlechtesten Fußball der ersten Liga und wären in dieser Form in der zweiten Liga nur mit sehr viel Fantasie unter den ersten sechs zu finden. Darum ist der Rauswurf des Trainers gut, aber viel zu spät. Was uns zurück zum Vorstand bringt.

    Schwick? Hat sich mit seinen Äußerungen (“Ziel Relegationsplatz”) des vereinsschädigenden Verhaltens schuldig gemacht – weg bitte!

    Dammeier? Spätestens mit der Begründung für den Rauswurf, dem Witz des Jahrhunderts (“Wir haben festgestellt, dass wir zu wenig Punkte haben” – am 33. (!!!!) Spieltag) disqualifiziert und der Lächerlichkeit preisgegeben, aber bereits durch die Verpflichtung Katongos, der uns als TORJÄGER präsentiert wurde, zwar seine Leistung bringt, keine Frage, aber eben dennoch ein Fehleinkauf war, sehr in Frage zu stellen ist – da hat sich einer wohl von Youtube-Videos mit Flic-Flacs blenden lassen. Also: weg bitte!

    Kentsch? Ohne Frage wegen seiner Verdienste zu ehren. Aber seit Jahren duldet er keine Opposition, er ist nicht bereits kalkulierbare Risiken zu fahren und wenn er mal Geld aus der Schatulle lässt, dann wird’s ein Flop. Zudem bei den Verträgen mit Saftig und Middendorp Tomaten auf den Augen, dazu die Fehler beim Stadionumbau, etc. pp. Fazit: Ein Neuanfang stelle ich mir mit Kentsch schwer, wenn nicht gar unmöglich vor.

    Ergo: Der Vorstand muss mit Frontzeck weg. Wir brauchen einen totalen Neuanfang. Der wird aber nicht in Liga 1 möglich sein. Und da der direkte Klassenerhalt wenig realistisch scheint – wir brauchen einen hohen Sieg gegen Hannover und eine hohe Niederlage Gladbecks -, zudem die Relegation derzeit kaum zu packen ist – gegen einen starken Aufsteiger wie Nürnberg werden wir keine Chance haben, das ist allein schon aus psychologischer Sicht logisch – sollten wir uns bereits jetzt darauf vorbereiten, wie es in der zweiten Liga wird. Das hat weder etwas mit Fatalismus zu tun noch mit Wunsch. Das ist gesunder Realismus, der rund um die Alm nie eingekehrt ist. Und das ist ein weiterer Fakt, der gegen den Vorstand spricht: Es wurde NIE Druck auf die Spieler ausgeübt, es gab nie Endspiele, man ist einfach davon ausgegangen, dass wir drinbleiben. Und jetzt, da der Traum zu 80 Prozent ausgeträumt ist, müssen wir davon ausgehen abzusteigen. Und uns mitm positiven Aspekt des Absteigens auseinandersetzen. Ich zitiere Michael Makus in dem sehr guten Bild-Kommentar: “Bielefelds Fans kann man nur wünschen, dass der Klub doch noch die Liga hält. Für die Alm-Bosse hingegen MUSS man hoffen, dass Arminia wieder absteigt. Nur so besteht die Hoffnung auf den überfälligen Prozess der Selbstreinigung… Kein anderer Bundesligist kämpft so hingebungsvoll um die eigene Bedeutungslosigkeit wie Arminia.” http://www.bild.de/BILD/sport/fussball/bundesliga/vereine/bielefeld/2009/05/18/michael-frontzeck/bild-kommentar/zur-frontzeck-entlassung.html So ist es und nicht anders. Katharsis geht nur in Liga 2. So weh es mir tut. DENN: Ich werde gegen Hannover alles geben und für den Klassenerhalt schreien. An mir lag’s und liegt’s nicht, WENN wir absteigen. Aber ich bin bereit mit in Liga 2 zu gehen. Und was das finanzielle Desaster angeht, dass du fälschlicherweise prognostizierst: Vor einigen Jahren hat Kentsch gesagt, dass nach vier, fünf Jahren Bundesliga ein Abstieg finanziell zu verkraften wäre. Also, alles gut!

  • markus.freise (author) said:

    Warum willst Du Samstag alles für den Nichtabstieg tun? Da fehlen mir noch deine Gründe? Du schreist mehr nach Abstieg.

    Ich sehe ja auch evtl. „Vorteile“ in einem Abstieg, der gewisse Prozesse vermutlich beschleunigen würde, die längst überfällig sind. Aber ich will einfach lieber weiter in der 1. Liga spielen. Natürlich mit Erfolg. Und das der möglich ist, sogar mit Herrn Kentsch, haben wir erfahren, als die „Mannschaft“ um ihn mit einem Rapolder und einem von Heesen 2004/2005 viel stärker war, als sie es heute ist.

    Er muss dazu gezwungen sein, dass zu akzeptieren. Auch ein Roland Kentsch weiß, dass dies seine letzte Chance ist, seine eigene Selbstdemontage zu stoppen. Ich habe ihn als Politiker und als Rhetoriker kennengelernt, der weiß, wie man den Leuten die falschen Dinge richtig verkauft.

    Aber ich habe ihn nicht als dummen Menschen kennengelernt.

  • Mischa said:

    Markus: Bitte nimm deine schwarzweißblaue Brille ab und sei bereit, dich mit sachlich vorgetragenen Argumenten auseinanderzusetzen, die aufzeigen, warum ein Abstieg nicht so schlimm und vielleicht sogar ein “Vorteil” wäre und nix mit “nach Abstieg schreien” zu tun haben. Also hör auf mir hier und bei Twitter völlig polemisch vorzuwerfen, ich will unbedingt, dass Arminia absteigt. Ich setze mich einfach mit abzusehenden Konsequenzen aus dieser verkorksten Saison auseinander.

    Wie gesagt: Seien wir bitte realistisch. Und natürlich wäre der Klassenerhalt aus Fansicht toll, genau deshalb werde ich meinen Teil am Samstag dazu beitragen, dass wir drinbleiben. Aber aus Vereinssicht wird es Zeit, sich mit der Tatsache auseinandersetzen, dass wir unter Umständen für die zweite Liga planen müssen. Und genau das fehlt derzeit: Hier leben noch zu viele in Wolkenkuckucksheim! Aufwachen!

    Zu Kentsch: Eben! Er ist Politiker! Mit Leib und Seele. Und da unsere Mächtigen in der Regierung auch nicht dumm sind haben wir dort das perfekte Beispiel: Es wird nicht regiert, sondern Machterhalt betrieben. Und genau dieses Problem sehe ich eben auch bei Kentsch – den ich im Übrigen auch nicht für dumm halte, was mit dieser Diskussion aber soviel zu tun hat wie Ballett mit Flaschensammeln. Ich zitiere dich: “Ich habe ihn als Politiker und als Rhetoriker kennengelernt, der weiß, wie man den Leuten die falschen Dinge richtig verkauft.” Damit ist alles zur Person Kentsch gesagt.

    Davon ab: Dein Wort in Gottes Ohr. Und ich hoffe sehr, dass DU recht behältst und ich falsch liege. Das wäre toll. Allein: Mir fehlt der Glaube.

  • Markus Freise (author) said:

    Allein: Mir fehlt der Wille.

    Ich werde mich damit auseinandersetzen, wenn es soweit ist. Solange denke ich darüber nach, was wir ändern müssen, wenn wir doch drin bleiben sollten.

    Denn wenn wir drinbleiben haben wir deutlich weniger Zeit für Änderungen als im Negativfall. Da haben wir im Zweifel Jahre den Verein umzubauen.

    Also: Was würdest du tun, wenn der Optimismus über den Realismus siegt?

    Denn dass unsere total gefrustete Mannschaft aus purem Trotz Hannover mit zwei Toren Unterschied und die Dortmunder Gladbach mit drei Toren Unterschied aus reiner Lust am Fußballspielen schlagen können, halte ich tatsächlich für möglich.

  • Mischa said:

    Markus: Die Frage ist nicht, was würde ich tun, sondern was tut der Vorstand? Das ist eben die Frage. Ich habe keinen nennenswerten Einfluss auf den Verein – wie du letztens selbst sagtest werden die JHVen so gesteuert, dass ein Umbruch nicht stattfinden kann, zudem fehlt sowas wie der Kölner Express -, also ist es eh völlig egal, was ich und was du denkst. Insofern ist die Frage falsch gestellt: Was tut der Verein, wenn wir drin bleiben? Mein Tipp: Same procedure as every year.

    Ich halte es im Übrigen für sehr realistisch, dass Arminia Hannover aus dem Stadion fegt. Ich halte es auch für sehr realistisch, dass der KSC gewinnt. Und ich halte es ebenfalls für sehr realistisch, dass Gladbeck der anderen Borussia einen Unentschieden abtrotzt.

    Wir werden sehen. Wenn wir drinbleiben feiern wir. Wenn wir absteigen ist es traurig. Aber eben nicht sooo schlimm. Ehrlich gesagt, jeder, der ein bisschen Ahnung von Fußball und von Arminia hat hat es diese Saison schon längst kommen sehen. Leider, leider Gottes. Wie unser Kapitän sagt: In den letzten fünf Jahren wurde oben sehr, sehr viel versäumt zu tun. Die Ernte fahren wir gerade ein. Und wir Fans – und die Mitarbeiter der Geschäftstelle – sind die Leidtragenden.

  • Knattertons Erben said:

    Der Fan-Shop bleibt geöffnet.

  • Lampe said:

    Hitzige und leidenschaftliche Diskussion. Ich hoffe wie Markus das wir drin bleiben und das sich bei “denen da oben” was tut. Ein Abstieg könnte heilsam sein, stimmt Mischa… und ist realistisch… find ich aber doof.

    Am schlimmsten finde ich übrigens, dass sich der Vorstand zu keinem Kommentar zum heute gefällten Urteil im Prozess gegen die drei “Fans” von Bochum genötigt sah, die einen Ordner vor einem Jahr zusammengetreten haben. DAS ist unverschämter als jedes Stillschweigen im Abstiegskampf.

    und…

    liebe boys… was isn los? Seid (gefühlten) Wochen der erste leidenschaftliche und polarisierende Beitrag.

  • markus.freise (author) said:

    @Lampe: Bzgl. Radic hast Du vollkommen Recht. Überhaupt ist die PR-Arbeit aktuell nicht besonders hervorzuheben. Eine lächerliche Meldung zu Frontzecks Rausschmiss und allerortens wird heiß diskutiert. Arminia täte gut daran, sich weiter zu öffnen. Ich weiß aber aus eigener Erfahrung, dass alles was Fans im Netz diskutieren eher zweitrangig betrachtet wird. Ist ja nur das Internet, das ist ja kein richtiger Journalismus. „An solchen Diskussionen beteileigen wir uns nicht.“ fällt dann schnell.

    Bzgl. Blogboys: Ich weiß von wenigstens zwei Blogboys, die mit Arbeit zusitzen. Außerdem hatte ich ja bereits vor Wochen erwähnt, dass ich weniger, dafür umfassender bloggen würde. Prinzipiell hast du aber Recht: Ein wenig still ist es hier schon geworden. Wir reden mal drüber.

  • Mischa said:

    Lieber @lampe: das gleiche wie du und Markus habe ich auch gedacht – echt schade, dass es keine Stellungnahme gibt. Allerdings kann es auch sein, dass sie sich vorerst noch nicht zu äußern möchten, weil der Anwalt Arminia ja auch noch verklagen möchte – insofern möchten sie vielleicht die weitere Entwicklung abwarten wollen; ist aber keine Enschuldigung, nur eine Erklärung.

    Außerdem schrubst du: “Ein Abstieg könnte heilsam sein, stimmt Mischa… und ist realistisch… find ich aber doof.”

    Sehe ich auch so. Abstiege sind immer doof. Aber darum geht’s ja wie so oft im Leben leider nicht. Ich finde unseren Ausrüster auch doof. Aber es spricht eben auch viel für ihn.

  • Mischa said:

    Auch wenn wir uns alle grundsätzlich einig – in einem Punkt muss ich dir noch widersprechen, Markus: Auf keinen Fall fänd ich deine avisierte Manager-Lösung mit Eulberg und Hain gut. Ich bin es satt, dass wir mit billigen Interimslösungen abgespeist werden und bei aller Sympathie für Matze – Motivation reicht nicht, siehe Dammi. Und Eulberg… Na ja, auch die derzeitigen Co-Trainer müssen sich Fragen gefallen lassen, schließlich leiten die das Training etc. mit, haben einiges mitzuverantworten. Ferner sind beide Schützlinge von Kentsch und kaum geeignet einen Gegenpol aufzubauen.

    Nein, das wäre keine gute Lösung und würde uns nicht voranbringen. Eine wirkliche Wachablösung kann nur stattfinden, wenn jemand mit dem Blick von außen in die vorhandenen Seilschaften eindringt, wir brauchen jetzt keinen Manager, der bei uns ausgebildet wird (siehe Dammi) oder befördert wird (siehe Eulberg), wir brauchen jemanden mit Erfahrung, Motivation, Geschick und klar abgestecktem Kompetenzbereich. Und, bei allem Respekt für Herrn Hain und Co.: Deine Kandidaten sind’s nicht.

    Co-Trainer Böhme und Trainer Rapolder gehe ich d’accord. Das wäre toll. Aber vielleicht ist auch Geidecks Zeit abgelaufen.

  • Markus Freise (author) said:

    Das mit Geideck habe ich auch gedacht. Nur nicht getraut auszusprechen. Das ist so Königsmord. :-)

    Und ich habe versucht Vorschläge zu machen, die im Rahmen des Psychoprofils von Arminia realistisch sind. Ein Mann von außen? Gerne. Zur Erinnerung: Der letzte Manager von außen war Reinhard „Was macht der eigentlich?” Saftig. Der letzte erfolgreiche Manager war Thomas von Heesen. Einer von innen.

  • Mischa said:

    Völlig richtig mit von Heesen. Und doch nicht ganz so richtig. Denn vor seiner längeren Manager-Karriere bei Arminia (98/99 hat er es auch schon kurz gemacht) hat er in Saarbrücken und Hannover etc. “außen” Erfahrung gesammelt – ich hab ihn noch auf der fremden Bank erlebt. Er war schon verhältnismäßig lange im Geschäft bevor er zu Arminia zurückkehrte und vier Jahre lang erfolgreich arbeitete. Die Zeit “im Außendienst” hat ihm gut getan. Und ein Mann von außen würde gerade jetzt in dieser Krise perfekt ins Psychoprofil der Arminia passen.

  • Mischa said:

    Nachtrag zu Saftig: Nur weil du einmal eine schlechte Erfahrung mit einer Frau gemacht hast heiratest du ja auch nicht zukünftig immer nur deine Schwester oder deine Mutter, oder?! ;)

  • @irsign said:

    Ich habe auch schon mal gesagt: Wenn mir einer unterschreibt, dass wir sofort wieder aufsteigen, gehe ich gerne in die 2.BL. Ich glaube auch, dass das eine reinigende Wirkung haben KANN und neue Strukturen (auch in der Mannschaft) gut wären. Aber: So lange es keine Garantie für einen sofortigen Wiederaufstieg gibt, ist mir ein Verbleib in Liga 1 mit viel Dusel lieber.

  • Tobias said:

    Ihr habt beide nachvollziehbare und verständliche Standpunkte und ich bin mehr als froh, dass wir am kommenden Samstag keinen Punkt gegen Bochum holen müssen und jetzt schon wissen, dass es eine vernünftige Saison war. Auch wenn ich am FC das ein oder andere zu bemängeln hätte.

    Andererseits kommt mir durch eure Diskussion eine ähnliche Situation vor einigen Jahren in den Sinn, als es ähnlich um den FC in der 1.Bundesliga stand.

    Und damals war auch ich eher “für” Abstieg und totalen Neuanfang und ein Freund von mir hatte eher den Standpunkt von Markus.

    Leider (damals gefühlsmäßig) hatte am Ende ich recht, jetzt denkt sogar auch mein Kumpel, dass es besser war, die Luft der 2.Liga zu schnuppern, auch wenn das niemand gerne zugibt.

    Mir gefiel es sogar rein vom Fandasein deutlich besser, als man in Erfurt, Jena oder in Aue sein Team anfeuerte als in Berlin oder in Hannover. Es hat bei uns intern dazu geführt, dass die Fanszene näher zusammengewachsen ist. Und mir kam es auch so vor, dass der ganze Verein zusammengewachsen ist.

    Zumindest waren wir uns am Ende einig, jeder von uns hatte klare Sichtweisen und Argumente, dass unsere unterschiedlichen Standpunkte wahrscheinlich darin begründet waren, dass er bereits deutlich länger am FC hing als ich und ich somit einen Abstieg “nicht als persönliche Beleidigung” ansah.

    Wer ist bei euch der “ältere Armine”?

    Ich hätte übrigens einen persönlichen und egoistischen Wunsch für euer Saisonfinale: Ihr erreicht die Relegation gegen den Club!

    Denn dann würde auch ich den Weg ins Nürnberger Stadion finden, würde euch sogar mitanfeuern – insofern man mich lässt – und mich diebisch für Markus freuen, wenn ihr recht behält.

    Nicht weil ich meine damalige Meinung revidieren würde, sondern weil ich es dem Club nicht gönne. Da seid ihr die sympathischere Fangemeinde und der sympathischere Fußballklub.

    Im Falle eures Besuches gebe ich auch eine Flasche Bier/Cola aus. Micha, du hast meine Mailadresse … nutze sie im Falle eines Falles!

    Drück euch die Daumen!

    Grüßle Tobias

    Einmal FC – IMMER FC!

  • Mischa said:

    Lieber Tobias,

    erstmal lieben Dank für die Einladung, unter Umständen nehm ich sie sogar an, da ich am 31. Mai abends einen Auftritt in Jena habe und das ja einen Katzensprung von Nürnberg wech ist. Ich melde mich!

    Dann möchte ich mich für deine Eindrücke bedanken. Schön, dass es auch in anderen Klubs diese Diskussionen gibt. Und tatsächlich ist es ja das schöne an dieser Diskussion: sowohl Markus als auch ich können mit nachvollziehbaren Argumenten aufwarten, beides macht Sinn und ich bin sehr gespannt, wer Recht behält. Ich wünsche mir, dass Markus Recht behält, das wäre das beste für unser aller Nerven. Aber wie dein Beispiel zeigt, kann der Abstieg tatsächlich reinigende Wirkung haben. Hoffen wir, dass wir auf diese Wirkung nicht zurückgreifen müssen.

    Danke für deine Glück-Wünsche, abschließend noch eine Antwort auf deine Frage: Ich bin seit 1994, seit den letzten Spielen in der Oberliga, Arminia-Fan, was mich bei Blogboys zum “ältesten Arminen” macht. Wenn du nach unserem Alter fragst – Markus ist 10 Jahre älter als ich ;)

  • Svähän said:

    @Blogboys: Wahnsinn, derzeit kannst Du dich den ganzen Tag mit Arminia beschäftigen (Presse, Forum, Kneipe) und kommst trotzdem nicht nach. Kommentiert mal fleißig weiter, damit ich morgen beim Frühstück was zu lesen habe. :)

  • how-people-think.de said:

    Mitleid entwaffnet…

    Meine berufliche Situation erwartet zur Zeit von mir viele Opfer, z.B. dass ich abends immer in einem Hotel sitzen muss und mir gutbürgerliche Küche und leckeres Stauder (jaja…) antue.
    Gestern abend habe ich nun da wieder gesessen, gegessen und…

  • meistermochi said:

    wichtig wäre, dass die regionale wirtschaft für die arminia mal kohle auf den tisch legt. nicht kleckern – klotzen! OWL ist so stark… leider schlägt sich das nicht im club nieder.

    so wird das nie was! man will doch mal träumen, hoffen. aber dann braucht man mal einen wie mintal in der mannschaft. und nicht diese ganzen eintagsfliegen und zweitligakicker.

    und den trainer, der hexen kann, den will ich erstmal sehen.

  • schusterdiekatze said:

    nun mal langsam mit den Pferden, ja so könnte man beginnen. Die Ratio über die Emotionen zu stellen und die Hoffnung auf Änderung durch einen Gang nach Canossa zu höchstwahrscheinlich Fortuna Düsseldorf und eventuell Osnabrück zu zitieren ist doch mal der komplette falsche Weg, das geht doch eigentlich gar nicht. Wie kann ein Fan eines Vereins dem Selbigen den Abstieg wünschen und im Falle DES Abstiegs da sitzen und auch noch weinen? Nee, Mischa, DAS wäre scheinheilig.

    Es besteht die Chance der Änderung durch den Gang in die zweite Liga. Aber, das, was hier diskutiert wird, kann genauso gut (und dann immer noch unter finanziell besseren Bedingungen) in der ersten Liga statt finden. Und wenn den Oberen das hier bewusst ist, was es Ihnen ist, denn wir sprechen hier ja über nichts Neues, die wissen das auch, dass da einiges im Argen liegt, dann erfolgt eine Änderung. Garantiert.

    Ich gebe euch vollkommen Recht, sogar beiden. Doch falls Arminia absteigt wird sie in den nächsten 5 Jahren nicht wieder aufsteigen. Da laufen ganz andere Kracher (alleine schon Etattechnisch) in der zweiten Liga rum. Und da laufen auch noch welche rum, die haben nun schon dass, was ihr euch alles wünscht: Identifikationsfiguren gepaart mit Intelligenz und abgeschlossenen Handlungsgebieten in trauter Gemeinsamkeit in Form von Sportdirektoren, Managern und wasweisich mit dem Ergebnis: Erfolg.

    Es sind ja auch nur noch ZWEI, die direkt aufsteigen und der Dritte muss noch in die Relegation und solange Arminia den Etat nicht verdoppelt, die Alm von Nestle-MILKA sponsern lässt, Red-Bull auf dem Trikot erscheint, solange haut das alleine schon Geldmäßig nicht hin.

    Nun könnte der schlaue Armina-Fan ja noch kontern indem er die Spieler aufzählt, die alles was bei Arminia was geworden sind, aber die gibts ja auch schon lange nicht mehr, da das Scouting ist ja mittlerweile auch fürn Arsch ist. Da hatte der Middendorp ja noch seine Vorteile, der ist da hin gegangen, wo die anderen Scouts NOCH nicht waren, aber die Wirtschaftskrise hat die Schilder: “Betreten auf eigene Gefahr, wir befinden und in Südafrika und die nächste Polizeistation ist weit weg” entfernen lassen.

    Ich würde mir auch jmd wünschen, der sich mit dem Verein identifizieren kann und clever ist oder zumindest jmd, der einfach nur clever ist. Vielleicht sollte man Rudi Assauer mal fragen, aber ehrlich gesagt, der ist wieder zu teuer. Aber so einer, so ein Kaliber, würde es wieder richten.

    Ein Jörg Berger hat mal gesagt: Resignation ist die Ausrede der Schwachen. Wenn am Samstag die Köpfe hängen, dann hat wahrscheinlich irgendwer auch wieder eine Ausrede. Jörg Berger, nach seiner Krebserkrankung wieder genesen, hat und hatte nichts zu verlieren. Vielleicht ist er grad der Richtige, der jemanden wieder aufrichten und so aufstellen kann, dass er auf lange Sicht mit dem Taumeln aufhört. Taumilia Bielefeld. Mal sehen, was passiert.

    Aber eins ist Fakt: Geht der DSC in Liga2, dann bleibt er da. Minimum 5 Jahre, maximal für immer. Oder eben noch tiefer. Vielleicht gehts dann so tief, dass man mit Paderborn fusionieren will, das würde mich nicht wundern, wenn die Spitze dann immer noch nicht einsehen will.

    ps: die langfristigen Veträge, die man mit TOPP-Spielern schliessen kann, damit sie zu Arminia kommen, dass hatten wir schon mal. Und das daraus resultierende Leiden in Form von “noch 10 Jahre später zahlen” auch.

    Bleibt alles anders. Taumilia Bielefeld.

  • Kentsch raus! | Blogboys said:

    [...] Gründe habe ich bereits hier zu Genüge erläutert. Dieser Abstieg war unnötig wie ein Kropf. Allerdings verdient: Wir haben [...]

  • Es geht um den „DSC Arminia Bielefeld“. | Blogboys said:

    [...] es brauchte war jemand im Management, der Ahnung vom Fußball-Geschäft hatte. Und jemanden, der, wie im vorhergehenden Posting erwähnt, gegen Kentsch anstinken konnte. Das Gespann von Heesen/Rapolder war dazu in der Lage. Die Nadel [...]

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