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Sa, 21.02.2009 | Markus FreiseKein Kommentar

The Ghosts of Abu Ghraib

„There is no such thing, as a little bit of torture.“

Dieser Satz hat sich bei mir ins Hirn gegraben. Gesagt wurde er in einer der ergreifendsten Dokumentationen, die ich seit langem gesehen habe und die man sich – vermutlich nicht ganz „okay“ – in voller Länge via GOOGLE-Video anschauen kann.

The Ghosts of Abu Ghraib auf GOOGLE-Video schauen

(Ich verzichte hier aus Copyright-Gründen auf eine Einbettung.)

Sie rekapituliert noch einmal die Ereignisse rund um die Folterungen und Schändung im Gefängnis Abu Ghraib durch amerikanische Soldaten. Dabei zeichnet sie ein sehr facettenreiches Bild: Erläutert, wie aus normalen Soldaten Folterer wurden, was in Abu Ghraib geschah und welche Anstrengungen unternommen wurden, es zu vertuschen. Dazu lässt sie nicht nur Experten und Historiker zu Wort kommen. Sondern auch Täter und Opfer. Es schnürt einem so manchesmal die Kehle zu. Aber man muss das schauen. Denn die wohl furchtbarste Botschaft des ganzen ist: Hätte es diese Fotos nicht gegeben, die von den Tätern persönlich gemacht und von einem mutigen Kameraden veröffentlicht wurden, hätte niemals jemand etwas davon erfahren. Und dennoch wäre es trotzdem geschehen.

So bleibt man zurück. Mit dem matten Gefühl, dass es vermutlich noch unzählige Abu Ghraibs mehr gab, gibt und immer geben wird. Dass „Menschenrechte“ ein Wohlstandsphänomen sind und spätestens mit der ersten Patrone, die in einem Krieg verschossen wird, zugrunde geht. Dass so etwas wie „Würde“ dann verloren geht, wenn jemand mit deinem Lebenswillen spielt wie mit einem Gummiball, den er gegen eine Wand wirft und den du versuchen sollst, mit den Füßen zu fangen. Dass es nur eines bedarf, um aus einem einfachen Menschen einen Folterer zu machen: Macht.

Jegliche Achtung geht den Bach runter, wenn Kinder und Mütter und Väter getrennt werden und Väter gefoltert und Söhne sterben, weil sie keine Antworten auf Fragen haben. Schlicht, weil sie unschuldig sind. Und immer wieder kommen einem diese zwei entsetzlichen Buchstaben in den Sinn, weil man weiß, bis dahin ist es nur ein kleiner Schritt: KZ.

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