Zwei Gedanken zu Gaza
Heute in der Mittagspause habe ich im aktuellen Spiegel gelesen – ja, dem aus Papier – und fand darin folgenden Satz bezüglich des Kriegs in Palästina:
„Bei unserer Operation”, sagt sie (Tzipi Livni, israelische Außenministerin) kurz darauf, „unterscheiden wir zwischen Hamas und Zivilisten.“ [...] Das Wort Krieg kommt der Außenministerin an Tag fünf des Krieges allerdings nicht über die Lippen.“ Der Spiegel vom 5.1.2009, „Tage des Krieges, Tage des Zorns“
Schon wieder dieses rumgeeire um das Wort „Krieg”. Und zum ersten Mal denke ich, dass die Politiker „uns“ das Wort „Krieg“ vorenthalten, weil sie wissen, dass „Krieg“ einfach keine Akzeptanz mehr findet im allgemeinen Gedankengut der „Nach-Kriegs-Welt“. Das es einfach nicht mehr zum allgemein anerkannten Instrument der Politik gehört, wie es vielleicht annodazumal noch war, als „das Volk zu den Waffen“ gerufen wurde.
Und ganz kurz funkte die Hoffnung: … vielleicht hat die Menschheit im Großen und Ganzen doch was gelernt aus dem krieggeschwängerten 20. Jahrhundert.
Und dann hatte ich den Artikel zuende gelesen und schon war mir dieses leidige Gezanke zwischen Arabern und Israelis schon wieder so egal wie immer und ich dachte: Können die sich nicht endlich einmal so lange prügeln, bis Schluss ist? Ach. Oder wie Johnny von Spreeblick es nennt:
„[...] Es ist so bitter. Die andauernde Flut der ähnlichen Nachrichten und Bilder aus der Region haben mir eine emotionale Hornhaut verschafft, die ich als Gleichgültigkeit bezeichnen würde, wenn ich mich dafür vor den Opfern auf allen Seiten nicht so schämen würde. [...]” Spreeblick, Keine Stellung beziehen
Ganz schön kalt draußen.
Will ich mir mal lieber eine Mütze aufsetzen.
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Tzipi Livni heißt die gute Frau.
Wer nichts zu verlieren hat kann nur etwas gewinnen, wenn er ein Märtyrer wird.
Name ist korrigiert. Danke.
Im Milestones sind heute, in geselliger Runde und unter politisch sonst sehr engagierten Menschen, zum Krieg im Gaza-Streifen nur diese Sätze gefallen:
“The same procedure as last year? The same procedure as every year!”
Damit war das Thema durch. Aber wirklich, warum soll man über den seit Jahrzehnten herrschenden Teufelskreis im Nahen Osten auch noch ausschweifend diskutieren und sich ereifern? Wo sind bloß die vielen Menschen, die 2003 noch gegen den Krieg im Irak auf die Straße gegangen sind? Stand up!
“Krieg” nennen sie’s nur noch, wenn BILD oder “The Sun” im Vorfeld eines Fußballspiels zwischen Deutschland und England berichten.
@jenson: hier und hier und hier und hier…
@Mischa: Hach, naja. Und?
@markus: was, und?
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