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Sa, 27.12.2008 | Markus Freise3 Kommentare

Batman. „Schon wieder!” und „Nie mehr?”

Aus der Weihnachts-Lethargie erwacht und das neue Jahr im Blick hier zweimal Batman-Content:

„The Dark Knight“ … noch mal gesehen

Nachdem ich im Sommer mit einer gehörigen Portion Trotz ob der total überflüssigen Verrisse von Nolans „The Dark Knight“ eine Jubelarie losgeworden bin, habe ich ihn mir nun noch einmal in eine Wolldecke gekuschelt auf dem Sofa angesehen und gesehen was mir doch nicht so gut gefällt. Das hier also in Ergänzung der oben erwähnten Lobpreisung:

Was an „The Dark Knight“ nicht so gut ist:

Die Mafia. Ich meine: Hallo: DIE MAFIA! Was in anderen Filmen als die schwersten der schweren Jungs portraitiert wird verkommt in „The Dark Knight“ zu einer Selbsthilfegruppe Kleinkrimineller auf Sinnsuche. Welchen Betonblock Nolan hier an seinen Füßenin seinem Kopf hatte, lässt sich nur schwer erahnen. Eventuell gedachte er eben genau dem Umstand, dass andere Epen wie Der Pate, Scarface oder Good Fellows den Begriff „Mafia“ so klar herausgestellt haben, dass er diesen Begriff nur erwähnen muss und alle würden in Furcht erstarren.Tut aber keiner. Und so erscheint die Mafia in „The Dark Knight“ nicht bedrohlicher als die „Judäische Volksfront“ oder „Die Volksfront von Judäa“. Was im Fortgang auch bedeutet: Ein so gefährliches Pflaster ist Gotham gar nicht, wie es die ganze Zeit von den Protagonisten herunter gebetet wird. Hier fehlt tatsächlich der dystopische Effekt, der von vielen so schmerzlich vermisst wird.

Und wenn es mal einen Directors Cut geben sollte: Bitte den Sub-Plot mit Honk Kong streichen. Blöd.

Ansonsten weiterhin perfektes Popcorn-Kino, dass mich einmal mehr wunderbar unterhalten hat und das auch noch öfter tun wird. Ich möchte noch einmal sagen, dass jeder, der aus diesem Film ein Meisterwerk der Filmkunst machen möchte, ihn bitte zuerst in die richtige Ecke stellen möchte. Es ist kein Jahrhundertfilm. Das war Tim Burtons Batman. Es ist ein Jahrzehnt-Film. Nur, aber immerhin.

Das war mir vor zwei Wochen 8,75 Euro bei Amazon wert. Mindestens. (Huch: Kostet jetzt auf einmal 17,95 Euro. Da bin ich aber froh, direkt zugeschlagen zu haben.)

Das war’s wohl mit Batman!?

Bei Panini Comics werden sie nicht müde, ihre in Kürze startende Batman-Serie „Batman R.I.P.“ dann jedoch als Jahrhundert-Ereignis anzukündigen. Geht es scheinbarvermutlichsicherlich nicht um weniger, als das Ende von Batman – zumindest, wie wir ihn kennen. So schreiben sie in der Panini-Vorschau 23:

„In einer der monumentalsten Erzählungen der Batman-Comic-Geschichte zeigt Autor Grant Morrison, was er kann. Und am Ende wird sich die Welt von Batman für immer verändert haben!“

Ich will zugeben, dass mir Grant Morrison bislang kein Begriff ist. Aber wenn er vom Brancheninformationsdienst „Comic Book Resources“ zum zweitbesten Comic-Autor aller Zeiten hinter Alan Moore (Ja, Alan „Watchmen und Killing Joke“ Moore“) gewählt wurde: Ey, ich bin gespannt! (Quelle: Klar: Wikipedia)

Teil 1 der „Batman R.I.P.”-Reihe erscheint am 10. Februar 2009 zum Preis von 4,95 Euro in Band 26 der regulären Batman-Serie bei Panini. Ich bin jedenfalls froh, dort jetzt schon ein Batman-Abo zu haben und so die Hefte immer druckfrisch im Briefkasten liegen zu haben. Vorher erscheint übrigens noch Band 25 mit dem Prolog zu „Batman R.I.P.“

Wer also nicht nur Spaß an Popcorn-Kino sondern auch an Popcorn-Comics hat, dem rate ich: Einsteigen. Die Fahrt geht bald los.

(Schönen Content zu „Batman R.I.P.” mit ein wenig Spoiler – wer das nicht will, hier aufhören – gibt es auch bei io9: Meet the new Batman – Um, Batmen?) (via Nerdcore)

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3 Kommentare »

  • Denis said:

    Du kennst Grant Morrison noch nicht? Das ist ja erstaunlich. Ich bin nicht sicher, ob ich wirklich zuerst seinen Batman lesen würde, weil ich ihn für sehr viel stärker in eigenen Szenarios finde.

    Er kann ziemlich wild sein; Morrison ist bekannt für seine schrägen Ideen, seine Drogenexperimente, die Arbeit mit Chaosmagie und Mystik sowie seine vielen ziemlich lauten Bands inkl. einer gewissen Rockstarattiktüde. Ich würde sagen, dass er tatsächlich in der Nähe von Moore anzusiedeln ist, auf jeden Fall ist er eine ähnlich schillernde Gestalt.

  • markus.freise (author) said:

    Bislang habe ich immer eher auf die Zeichner der Comics acht gegeben als auf die Autoren. Zudem habe ich ja erst jüngst eine zehnjährige Comic-Pause beendet und muss deshalb wohl noch einiges nachholen.

    Wenn Du sagst: „eigene Szenarios“ … irgendwelche Tipps?

  • Micha-El said:

    Hm,

    zum Film: ich schätze mal, das Nolan vermeiden wollte, zu (charakter)starke Mafia-Typen aufzustellen, weil der Film eh bis zum Stehkragen vollgepackt ist mit “Typen”. Zudem passt es ja schon, weil der Joker sie als Pussies bezeichnet.

    zum Comic: Grant Morrison kenne ich am ehesten von seiner Zeit bei der JLA. Große, epische Stories, manchmal verzettelt er sich. Und ob Batman ins Gras beißt? Glaube ich nicht. Wenn doch: langsam macht sowas keinen Spaß (und keine Spannung) mehr, seit sowohl bei DC als auch Marvel der Tod eher eine lästige Phase ist. Ich kenne Leute, die es schwerer haben, sich von ihrem Schnupfen zu erholen, als die Helden und Schurken von ihrem Ableben.
    Und am Status Quo rüttelt ja laut Werbung sowieso alle 2 Wochen irgendeine Storyline. Wie beim Wrestling, wo der häufigste Kommentatorensatz lauten dürfte: “History will be made tonight!”

    Und wenn einer Batmans letzte Story schreibt, dann bin das ja wohl ich! ;)

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