Ben Templesmith
Blogs zu lesen ist ja ein wenig wie Teekesselchen spielen. Da kommt man schnell mal von Höckschen auf Stöckschen und unversehens findet man Sachen, die man nicht erwartet hat. So gelangte ich beim tumben Surfen in Sachen Comics zuerst auf das Blog „“gelatometti“ von Jim Leen und Co. und fand dort den „Iron Gelatomettista”-Wettbewerb, bei dem sich zwei Comic-Zeichner zu einem von den Lesern festgelegten Thema innerhalb eines fixen Zeitrahmens von einer Stunde(!) auslassen und ihre Werke dann wieder von den Lesern beurteilen lassen müssen. Sozusagen Poetry Slam mit Bleistiften.
Der letzte „Iron Gelatomettista“ hatte zum Thema „Bösewichter“ und die Leser entschieden sich für „Frankensteins Monster“. Herausgefordert hatte der Comic-Artist Ben Templesmith seinen Kollegen Carlos D’Anda. Das Ergebnis war eindeutig: Templesmith hat gewonnen. Zu recht, wie die Ergebnisse zeigen.
Durch die flankierenden Postings auf Gelatomettista neugierig geworden begann ich zu stöbern und fand unter anderem das Blog von Ben Templesmith „The Ben Templesmith Blog Thing“, in dem er sehr regelmäßig über seine Arbeit schreibt und Bilder veröffentlicht – gerne auch welche über eBay versteigert (zu Preisen, die so hoch sind, dass man eines besitzen will aber nicht kann). Weiter hat mich die Reise durch die Wirren Bilder des Ben Templesmith auf seinen Flickr-Stream gebracht, wo er unzählige Bilder gepostet hat. Unter anderem seine wirklich sehr sehenswerte Serie von Portraits aller amerikanischen Präsidenten. Hier seine Skizzen dazu und das fertige Motive von Franklin D. Roosevelt:
Leider hat der die fertigen Bilder nicht sauber getagged. Also: Einfach durch den Stream klickern. Ihr kommt schon hin. Hübsch ist der Kommentar zu George W. Bush. Was ich besonders bemerkenswert finde: Templesmith stellt alle Bilder unter Creative Commons zur Verfügung. Tolle Geste.
Ich mag seine Bilder. Weil sie sich abheben, vom kangweilgen Durchschnit der heutigen Comic-Kunst. Weil sie gleichzeitig wild, aber auch melancholisch sind. Seine Vampire sehen aus wie Monster. Aber auch wie arme Seelen. „Seele“, überhaupt, das ist es: Seine Bilder haben eine Seele fernab des computerkolorierten Einerleis. Klar, seine Bilder sind auch stellenweise digital durchgestyled. Aber anders. Nicht so glattgelutscht. Mehr in der Tradition eines Neil Gaimann. Aber ohne den Gaimannschen Fehler zu machen, mehr Kunst als Comic zu machen. Ich mag Ben Templesmiths Stil. Und werde mich nun mal nach gedrucktem von Templesmith umsehen. Ich brauche ja noch ein Weihnachtsgeschenk für mich selbst …
Alle Bilder: Ben Templesmith, CC-Lizenz
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Die Doctor Who Bilder… oh my
dann nimm doch sein präsidentenbuch für dich als weihnachtsgeschenk…
hier
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