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Mo, 15.12.2008 | Markus Freise1 Kommentar

The Sartorialist

Meine Feed-Reader-Hygiene sieht im wesentlichen so aus: Stolpere ich über eine Seite, die interessant ausschaut, so abonniere ich erst einmal deren Feed. Von da an knallt mir die Seite in ihrem Rythmus Posts um die Ohren, die ich mal lese und mal nicht lese.

Das geht dann so eine Weile weiter. Wenn ich dann jedoch nach gewisser Zeit – einen festen Plan habe ich da nicht – feststelle, dass ich einen abonnierten Feed gar nicht oder nur sehr, sehr wenig lese, geht er den Weg alles virtuellen: Er verschwindet aus dem Reader und damit aus meinem Leben. Man muss ja auch immer mal wieder Platz für neue Feeds haben, bevor einem passiert, was Blogboy Rouven passiert ist.

Ein Feed, den ich mal aufgeschnappt habe und von dem ich damals gedacht hätter: Der schafft das nicht, dass ist der „The Sartorialist“. Warum ich dachte, der packt’s nicht durch mein knallhartes Feed-Boot-Camp? Ganz einfach: Weil es um Mode geht! Ich habe ja für viel ein Faible aber nicht für Mode. Also, nicht, dass ich mir mal auch gerne eine schicke Buchse oder feine Schuhe kaufe. Aber so „Mode“, so „Fashion“: Ne. Da bin ich Pragmatiker und experimentieren können die Mädchen von der FH Modedesign. Ich will was anzuziehen!

Doch was der „The Sartorialist“ macht ist 1.) eine wunderbare Idee, 2.) toll umgesetzt und 3.) inspirierend.

zu 1.) Die Idee ist einfach: Anstatt die Schöpfungen irgendwelcher verkokster Mode-Designer zu beachten und abzulichten, pickt sich der „The Sartorialist“ Leute von der Straße, von denen er glaubt, dass sie interessant angezogen sind. Das kann mal sehr „Basic“ sein, mal sehr „Anders“. Aber immer echt und zu dem Zeitpunkt des Fotos von irgendwem irgendwo getragen. Damit ist „The Sartorialist“ ehrlicher als jede Modezeitung und Männerzeitung dieser Welt, die uns sagen will „1000 neue Looks für Dich!”

2.) Die Fotos sind toll. Sowohl technisch als auch kompositionell.

3.) Nicht, dass bislang irgendeine Kreation dabei war, von der ich sagen würde: Me too. Aber für einen kreativen Menschen ist das Anschauen anderer Kreativer schon inspirierend. Ach, wäre ich ein Comic-Zeichner würde jede Figur in meiner „Graphic Novel“ aussehen wie einer der Typen und der Mädels vom „The Sartorialist“.

Ach ja: Und einfach zu konsumieren ist er auch: Alle paar Tage mal ein Bild – das kann man verarbeiten.

Deshalb bleibt der „The Sartorialist“ in meinem Feed-Reader.

Und aus den gleichen Gründen, nur andersherum, sind andere längst rausgeflogen.

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