Terminator Salvation – Es geht los
Nach der ganzen Politik, der hohen Kunst und traditioneller Linker nun zu etwas viel wichtigerem:
Popcorn-Kino
2003 wurde uns mit „Terminator 3 – Rise of the Machines“ eine Fortsetzung von „Terminator 2 – Judgment Day“, einem der wegweisendsten Filme der frühen 1990er vorgesetzt; der wiederum die konsequente Fortsetzung des Genre-Meilensteins „Terminator“ von 1984 war, konnte Teil 3 in keinem Aspekt an die Qualität und den Erfolg von Teil 1 und 2 anknöpfen.

Bild: Michael Heilemann
„Qualität?“ schreit das Feuilletion jetzt sicherlich. „Ja!“ rufe ich zurück. Waren doch beide Teile Regiearbeiten von einem der Großmeister des Popcorn-Kinos, James Cameron, der sich zuvor mit „Rambo II“, „The Abyss“ und vor allem mit der großartigen Alien-Fortsetzung „Aliens“ in die Geschichtsbücher der Filmindustrie geschrieben hatte und sich Ende der 1990er mit dem gelungeen Kitsch-Epos „Titanic“ sein filmhistorisches Denkmal setzte. Beachtlich daran ist: Danach hat er nichts mehr produziert. Zumindest nichts mehr für die Kinoleinwand. Leider.
Denn wer bislang aufmerksam gelesen hat, weiß: „Terminator 3“ wurde nicht von James Cameron regisseurt; an seine Stelle trat Jonathan Mostow, der bis dahin – wenn überhaupt – nur durch die unerträgliche Weltkriegs-Action-Schmonzette „U-571“ aufgefallen war und danach auch nichts brauchbares mehr zustande gebracht hat. Das eine hätte Warnung genug sein sollen, ihn nicht auf eine der Ikonen des Action-Kinos loszulassen, das andere ist Beweis, dass man Recht gehabt hätte. Aber das ist alles doch genau so geschehen. Und so blieb einem nichts anderes, als „T3“ zu ignorieren. Einige Ausschnitte genügten, sich bestätigt zu fühlen. Oder hat den jemand geschaut?
Die „Erlösung“ ist nah
Doch wenn wir Glück haben, geht die ganze Geschichte nun doch noch glücklich aus. Bereits vor einigen Monaten wurde uns ein eher nichtssagender Teaser-Trailer der nächsten Inkarnation der Reihe mit dem Titel „Terminator Salvation“ präsentiert. Trotz seiner Kürze: Erste Anzeichen sind da, dass „T4“ endlich ein würdiger „Nachfolger“ von „T2“ sein könnte. (Man beachte die Ironiemarker im vorhergehenden Satz, da es sich eher um ein Prequel als um eine Fortsetzung handelt. Auch wenn es zeitlich nach den anderen Filmen spielt, also in der Zukunft, nach dem „Judgement Day“. Gott ist das kompliziert. Aber so sind Zeitreise-Geschichten! (Meta-Blogging: Gerade läuft „Bauer sucht Frau”. Vielleicht wäre so ein Atomschlag auch für uns was Gutes.))
Zurück in die Zukunft
Punkt Nummer 1 weshalb ich mich auf Judgement Day freue ist die Besetzung des erwachsenen John Connor durch Christian „The Dark Knight“ Bale. Einen Schauspieler, den ich sehr schätze. Schon seit „American Psycho“, spätestens seit „Batman Begins“. Der mit seinem unaufgeregtem Spiel vermutlich den perfekten John Connor geben wird, der sich ungewollt in der Rolle des Anführers einer verlorenen Welt wiederfindet. Einem Messias mit einem Maschinengewehr. So jedenfalls wurde er uns in den vorherigen Filmen dargestellt. Zum Beispiel von Kyle Reese, dem Beschützer von Sarah Connor, der laut Besetzungsliste in „T4“ ebenfalls eine tragende Rolle spielen wird. Natürlich nicht mehr von Michael Biehn gespielt. Der ist mittlerweile 52. Seine Part übernimmt der mir unbekannte Anton Yelchin.
Regie führt ein Kauz mit dem seltsamen Künstlernamen „McG“ der mir kein wirklicher Begriff war. Zeichnet sich aber als Regisseuer verantwortlich für die „Charlies Angels“-Filme. Das ist zwar kein Arthaus. Aber ordentliches Popcorn-Kino.
Das Drehbuch ist von Jonathan Nolan. Dem Nolan, der unter anderem die Drehbücher zu „The Dark Knight“ und „Memento“ geschrieben hat. So können wir uns fast sicher sein, dass uns kein Schund ala Michael Bay vorgesetzt werden wird. Ich erwarte stattdessen einen bunten Abend bester Kinounterhaltung. Wenn es einmal so weit sein wird.
Bis dahin müssen wir uns mit den Happen an Infos zufrieden geben, die man uns vorwirft. Zum Beispiel ein gerade aufgetauchter Videoclip mit weiterem Bildmaterial, auf den ich über „Die Fünf Filmfreunde“ gestoßen bin. Er zeigt erstmals einige der neuen Terminatoren in Bewegung. Zum Beispiel den „Harvester“, was auf Deutsch „Ernter“ heißt. Und wenn man sieht, dass der groß ist wie ein kleiner Wolkenkratzer und am Ende seiner Arme Greifer hat und dann an „Matrix“ denkt oder „Krieg der Welten“ und nochmal: dass der „Ernter“ heißt, wird’s schaurig.
Auf dem gleichen Blog gibt es auch Konzeptzeichnungen der Maschinen.
Zwar wird geunkt, dass der Clip bald verschwunden sein könnte. Aber genau so gut kann es sich um den Anfang einer ausgeklügelten viralen Marketingkampagne ala „Dark Knight“ handeln. Man beachte im verlinkten Artikel die Bilder und die Anspielungen („Change we can’t believe in”) auf den eben beendeten Wahlkampf in den USA. Wenn das so ist, so will ich behaupten, dass ich auch bezüglich „T4“ mindestens infiziert bin. Um das Fieber ausbrechen zu lassen braucht es zwar ein paar erregende Momente mehr. Doch für den Moment genügt mir das.
Ja. Ich bin Idealist und glaube daran, dass es wieder eine Zeit für gutes Popcorn-Kino geben kann. So wie es war bevor Filme mit Sätzen wie „Scheiß Story. Aber geile Effekte.“ hochgejubelt wurden. Ja. Ich glaube, dass die Nolan-Jungs das hinkriegen können.
Die coolere „Sarah Connor“
Bis dahin werde ich mir mal „The Sarah Connor Chronicles“ anschauen. Die Serie läuft bei uns auf Premiere. Von denen habe ich aber nur Bundesliga. Gottseidank habe ich sie aber kürzlich im US iTunes-Store entdeckt und mir sofort eine Folge heruntergeladen. Bin nur leider noch nicht zum Schauen gekommen. Muss erst noch die 3. Staffel von „Heroes“ zuende bringen. Sobald ich danach mit „Sarah Connor Chronicles“ anfange und irgendwan durch bin und ich das Ergebnis für erwähnenswert halte, berichte ich hier gerne davon. (Einen Pluspunkt habe ich bereits entdeckt: Es spielt Thomas Dekker aus „Heroes“ mit. Ein toller junger Schauspieler mit so einem einnehmend melancholischen Blick.
Was ist mit Euch? Glaubt ihr, dass man nach dem verkorksten „T3“ dem „Terminator“ – sowohl auf Leinwand als auch im Fernsehen – noch eine Chance geben sollte? Oder sollte er für immer in dem Becken gefüllt mit geschmolzenem Stahl ruhen, in dem er sich am Ende von „T2“ selbst beerdigte.
Offizieller Starttermin für „Terminator Salvation“ in Deutschland ist übrigens der 28. Mai 2009.
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Mein Lieber. Mein Lieber! Charlies Angels = ordentliches Popcorn-Kino, aber Michael Bay = Schund?! Mein Lieber! The Rock! Bad Boys!! Texas Chainsaw Massacre! Keine Meisterwerke, aber auf jeden Fall ordentliches Popcorn-Kino. Insofern muss ich dich beunruhigen: McG ist definitiv in der Michael-Bay-Liga anzuordnen, was mich wiederum ob der Aussichten von T4 beunruhigt. Aber schauen wir mal. Noch ist nicht aller Tage Abend.
Morgen früh 8.10 Uhr?
PEARL HARBOR! … Und halbnackte Frauen am Strand mit Surfbrettern die Cameron Diaz heißen sind IMMER gutes Popcorn-Kino. Meine Hoffnung stützt sich auch eher auf die Autoren als auf den Regisseuer.
Der zweite Alien und alle weiteren kam nie an den ersten Film heran.
Der zweite Alien wollte das auch nie. Es ist ein ganz anderer Film aus einem ganz anderen Genre im gleichen „Universum“. „Alien“ ist ein SciFi-Suspense-Thriller erster Güte. „Aliens“ ein waschechte Action-Kracher. „Alien 3“ wiederum ein wunderbares Kammerspiel, in dem das Alien nur eine Nebenrolle spielt. „Alien 4“ ist so: „Naja, okay. Kann man machen. Immerhin spiel Winona Ryder mit.” Alles andere Filme irgendwie. Gottseidank hat auch nie jemand versucht, an Teil 1 in irgendeiner Weise anzuschließen. Also, thematisch schon. Aber nicht stilistisch.
[...] Ich wurde nicht enttäuscht. [...]
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