Kinders, immer schon lächeln! … oder „Killers“ hören.
Es gibt viele wunderbare Aspekte am „Kinder haben“. Man geht mehr vor die Tür, lernt viele neue Sachen (zum Beispiel Vögel unterscheiden), kommt endlich wieder dazu zu Zeichnen oder macht sich als Autor tatsächlich Gedanken darüber ein Kinderbuch zu schreiben.
Doch dann gibt es etwas, dass hält kein Erwachsener aus, der noch irgendeinen Anspruch an ein eigenes Leben hat:
Kindermusik!
Da bestehen die Melodien aus irgendeinem Gedudel, das frei jeglicher Dissoanzen ist, die besonders mir, als Freund gitarrenlastiger Musik, so wichtig sind. Oder die „Kinderliedermacher“ nehmen irgendwelche Oldies, bauen die ein wenig um und ziehen sie zuguterletzt durch den elektronischen Weichspüler. Am Ende kommt etwas heraus, dass so zuckersüß ist, wie die Glasur eines Kirmes-Apfels. Aber auch so klebrig. Mit Musik hat das noch genauso viel zu tun, wie diese Süßigkeit mit Obst.
Noch schlimmer als die Musik an sich sind jedoch zumeist die Texte – die mir erwiesenermaßen wichtig sind. Da werden einem pädagogische Weisheiten um die Ohren gehauen, dass der Super-Nanny direkt ein Floh aus der Hose hüpft. Lest selbst:
„Starke Jungs, die Können nicht nur Muskeln zeigen.
Starke Jungs, die zeigen Köpfchen und Gefühl.
Starke Jungs, woll‘n ihr Meinung nicht verschweigen.
Starke Jungs, die kommen lächelnd an ihr Ziel.”
Rolf Zuckowski, Starke Kinder
Wie tanzt man „Rolf”?
Kindermusik ist schlicht nicht zu ertragen. Außer: Randale
Natürlich kann man sich an „Randale“ festklammern. Den drei Bielefelder Jungs, die ähnlich empfunden haben müssen, als sie Eltern wurden. Drei gestandene Rockmusiker, die für ihre Kinder eine bessere Welt wollten. Also haben sie ihre Instrumente genommen und beschlossen: Das können wir besser. Die Presse sagt dazu: „Klingt wie Die Ärzte, die Ramones, die Housemartins und Johnny Cash in einer Band!”
2003 kam dann ihr Debüt „Tierparklieder aus Olderdissen“ auf den Markt und entpuppte sich als großer Erfolg. Was soll auch anderes herauskommen, wenn Reverend Jürgen alias Jochen Vahle ernstgemeinte Kindermusik macht? Endlich war da Musik, da konnten auch die Eltern mal hinhören. Texte, die vor Ironie blitzten und einem nicht mit Hammer ihre Moral und Tugend einzimmerten. Mit Zeilen wie „Helm auf, du Penner, sonst schubs ich dich vom Rad!“ waren sie da ganz auf meiner Wellenlänge. Auf die „Tierparklieder“ folgten bis heute zwei weitere Alben: „Kinderparty am Wackelpeter“ und „Der Hardrockhase Harald“.
Randale ist toll. Aber immer nur Randale ist ja auch langweilig. Was tun?
„Kinder wollen angelogen werden.”
Wer das nicht glaubt oder widersprechen will, hat keine Kinder oder kein Leben. Um es versöhnlicher auszudrücken: Es gibt Dinge, die müssen Kinder nicht wissen. Oder verstehen. Ich will das hier auch gar nicht weiter erläutern. Ich diskutiere das gerne mit jedem, der mal um 6 Uhr 15 am Morgen bei -5 Grad mit einer dreijährigen darüber argumentiert hat, ob sie jetzt einen Rock anziehen darf oder nicht. Darf sie nicht. Im Kindergarten ist „Hosentag“.
Die Lösung für das Musik-Problem hat so dann meine Schwester – Mutter von drei kleinen Kindern – gefunden. Sie hat im Auto einfach „Die Ärzte“, „Wir sind Helden“ oder „Killers“ angemacht und als ihre Kinder protestiert haben, sie wollen lieber Kinder-Musik hören hat sie einfach gesagt, das ist Kinder-Musik. Kinder sind so leichtgläubig. Zuerst haben sie nur gestaunt. Und nun singen so schon mit. Verstehen zwar die Worte nicht, aber die Phonetik. Vielleicht lernen sie jetzt ganz viele „wichtige“ Dinge nicht. Aber zumindest werden sie vielleicht eines Tages sagen können, was Bruce Springsteen schon immer wusste:
„I learned more from a three minute record, baby, than I ever learned in school.”
Bruce Springsteen, No Surrender
Vielleicht, dass das Leben eben nicht immer die Zuckerglasur auf dem Apfel ist. Vielleicht dass es Momente gibt, die klingen wie die Gitarre von Slash in „November Rain“. Vielleicht, dass Rock’n'Roll niemals sterben wird. Rolf Zuckowski schon.
Ich habe ihr das nachgemacht. Und so heißt es morgens, wenn unsere Große und ich losfahren, den Mischa abholen und sie zum Kindergarten bringen:
„Papa, können wir “Killers” hören?”
Können wir, Baby.
Können wir.
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vielleicht ihr schwächstes album, aber trotzdem eine schöne kinderplatte…
Huch. 23 Euro. Teuer!
Wenn deine Kinder jetzt schon mit den Killers aufwachsen, dann werden sie dich vermutlich in 20 Jahren dafür lieben, wenn du sie nach irgendwelcher Musik fragst. Das geht mir mit meiner Mama zumindest so, die mich heutzutage fragt, ob wir nicht The Killers hören wollen.
und am 21. november gibt’s die neue “killers”. lynn, lucy und ich freuen uns schon. wobei der papa sie gerade auf den “queen”-trip gebracht hat. das video von “i want to break free” hat’s lynn einfach angetan!
Das ist auch schöne Musik und passt prima zu „Killers“. Am 21. geht es in die Stadt und am 22. gleich nochmal. ROCKMUSIK-DAYS!
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