Die Boys

Zwischen Tweets und Slams finden wir die Geschichten, in denen wir Held sein dürfen. Oder auch nicht. Kommt auf den Tag an.

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Do, 06.11.2008 | Markus Freise33 Kommentare

Briefe an Göttingen

Endlich ist das mit der Präsidentenwahl da vorbei. Nicht, dass ich das nicht besonders spannend fand. Und das Ergbenis erhebend. Wenn man sich erst vorstellt, was in den „UNITED States of America“ jetzt so passiert. Da haben die bestimmt alle jetzt Fahnen an den Autos, hupen sich durch die Nacht und die Boulevard-Presse titelt „White, red, horny!”.

Was nun im Anschluss passiert ist mir dann fast gleichgültig. Ich bin kein besonders politischer Mensch. Ich mag Politik nicht. Für mich ist die Politik von heute viel zu oft wie „Reise nach Jerusalem“. Mit einem Stuhl zuviel.

Was ich jedoch noch weniger mag als Politik ist „Politische Korrektheit“, die in den 90ern mal „P.C.” hieß. Das ist das blank gelutschte Bonbon der Ironie. Das ist der Fahrradhelm einer Gesellschaft, deren einziges Problem darin zu bestehen scheint, ob man nun (da es ja akut auf der Agenda steht) „Neger“ sagen darf oder „Schwarzer“ muss und gleichzeitig schmeißt irgendsoein Schlepper im Atlantik 40 Menschen über Bord, die nicht bereit waren, mehr zu zahlen als ursprünglich vereinbart. Das steht zwar in keinem Zusammenhang. Aber das eine finde ich dringender als das andere.

Mir persönlich kam die verlogene Schlampe „P.C.“ am vergangenen Sonntag einmal wieder ins Visier. Da lass ich auf dem Göttinger Slam meinen aktuellen Text „Was ich noch mal machen möchte: Harte Drogen nehmen.“ indem es eben um jemanden geht, der harte Drogen nehmen will, dabei verhaftet wird und schließlich in einem Polizei-Bulli auf einen Haufen schwerer Jungs trifft, die darüber feilschen, wer denn zuerst an ihn „ran darf“.

Nun wusste ich nicht, bin ja politischer Asket, dass Göttingen eine „traditionelle Linke“ hat. Nun, wusste das schon. Soviel Allgemeinbildung muss sein. Wusste aber nicht, was das bedeutet und wie links Links sein kann. Stein des Anstoßes ist dabei folgender Abschnitt aus dem Text; die Szene, kurz nachdem das vermeintliche Alpha-Tier der bösen Jungs klargestellt hat, wem der Arsch des Protagonisten gehört:

„[…] Was mir meine Vorstellungskraft beschert, als sie seinen Vier-Zentner-Körper mit meinem Hinterteil kombiniert, ist nur unzureichend mit „Angst“ umschrieben. Ich würde jetzt gerne meine Freundin anrufen, und ihr sagen, dass ich sie ganz, ganz doll lieb habe. Dass mir das echt total leid tut, dass ich sie immer so sehr gedrängelt habe und keine Ruhe gegeben habe, selbst wenn sie geweint hat und mich verlassen wollte. Wenn ich sie mittendrin gefragt habe, ob wir nicht auch mal „So … in den Po“ könnten. […]”

Frankfurt hat sich beim Poetry Slam in der Fachhochschule tot gelacht. Bei den Poetry All Stars haben sie mir zugejubelt. Dem Wortpalast-Publikum in Bielefeld hat es sichtlich Spaß gemacht. Das Göttinger Poetry Slam-Publikum hat mich nur knapp nicht ins Finale geklatscht. Ganz viele finden diesen Text prima. Das freut mich und dafür möchte ich mich bedanken.

…und dann sind da „die”!

Zum Beispiel der eine, der im Anschluss an den Slam – mein mitgereister Bielefelder Poetry Slam-Kollege Micha-El Goehre und ich stehen vor der Bühne und quatschen drüber, wie sympathisch dilettantisch der Andy Strauß sich zum Sieg gepoltert hat – da kommt da der eine.  Der stand da einfach so wie so ein Typ, der irgendwo zwischen Klassenbester und Bahnhofs-Punk beim Kiffen hängen geblieben ist, sich noch grämt, dass er in Chemie nicht aufgepasst hat und deshalb nun keine Bomben ins Establishment werfen kann – nennen wir ihn also mit Code-Namen „B.“ – und fragt, ob ich „Bock auf Feedback für meinen Text“ hätte. Hatte ich. Habe ich ja immer, Bock und vor allem auf Feedback und auf meinen Text. Bockt der also los und sagt der (laut Gedankenprotokoll):

„Wie kannst du es wagen, dass du dich über die Vergewaltigung deiner Freundin lustig machst. Nur um deine Homophobie zu überspielen.” „B.”, Göttingen

Tatsächlich!

Zum Vergewaltigungs-Zeug soviel:.

Zur Homophobie fiel mir dann einige Zeit später das hier ein:

Lieber „B.“,

in unserem Land darf und kann jeder denken was er will. Da seid ihr Göttinger gendergestreamten Flitzpiepen ja sicherlich meiner Meinung. Habt ihr ja auch viel für getan. (An dieser Stelle einmal: Danke, Genossen!) In der „BRD” kann sogar jeder tun was er will. So wäre es im Prinzip mein gutes Recht, Angst vor Schwulen zu haben. Und das zu äußern! Es soll ja sogar Menschen geben, die Angst vor Spinnen haben. Und das äußern! Nun setzt sich aber niemand für die Gleichberechtigung von Spinnen im Gegensatz zu Hummeln ein. Das wird so hingenommen. Im Zweifel tritt man einfach auf die Araneae (Anm.: Warum man bei solchen Diskurs-Partnern auch mal ein Fremdwort einstreuen darf: s.u.) drauf und spült sie im Klo herunter. Dabei sind Schwule im Zweifel viel gefährlicher als Spinnen! Zum Beispiel Schwule mit einem Messer. Oder einem Maschinengewehr. Oder einer Hauptstadt. Oder einer Atombombe. Hätte (habe ich ja nicht, ist ja nur theoretisch) ich Angst vor Schwulen und würde das äußern, würde ich jedoch die europäische Antikdiskrimierungsbehörde auf den Hals gehetzt bekommen und käme in ein rosarotes Guantanamo, wo ich stundenlang mit Diskussionen und Workshops gefoltert werde. Wer Spinnen nicht mag, dem droht keine Gefahr. Ist das gerecht? Sind Spinnen schlechter als Menschen? Wo ist deren Lobby?

Gruß
Das Establishment

Nun ja. Dem Vorwurf des Ennslin-Epigonen lakonisch mit einem „Du hast den Text nicht begriffen.“ aus dem Weg geeiert, begab ich mich dann Backstage in die Theatermaske. Dort hingen viele Spiegel und ganz gleich wo man stand, sah man sich. Gegenüber der Spiegel lehnte eine junge Frau mit geröteten Haaren, dickem Lippenstift und diesem Gesicht, das ich in einem meiner frühen Texte – „Die Teppichtasche“ – als „Gesicht wie tausend Jahre Tiefentherapie“ bezeichnet hatte, an der Wand und trank Kräuter-Bionade. Vermutlich war der Tee alle. Goehre und ich ließen uns kurz über das eben erlebte aus, da sprang sie ins Gefecht und äußerte:

„Ich hätte auch am liebsten gekotzt.“ Noch so eine, Göttingen

Ich sah sie an. Dachte an die Spiegel und vermutete zu verstehen was sie meinte. Sie jedoch bezog sich auf meinen Text. „Noch so eine!“ dachte ich. „Ist ja Göttingen hier. Wir haben hier eine traditionelle Linke.“ wurde ich wieder von jemandem belehrt. „Schön.“ dachte ich. Ist ja wichtig, dass sich irgendwer für Politik interessiert. Aber müssen die zum Slam kommen? Können die nicht zum Grass gehen?

Wir diskutierten ein wenig substanzlos vor uns her. Bald wird klar: Hier kommt nicht zusammen, was nicht zusammen gehört. Den Vorwurf mit der Vergewaltigung verstehe ich immer noch nicht. Schließlich findet keine Penetration statt und die Protagonistin in der Geschichte hätte ja zu jedem Zeitpunkt gehen können. Sie ist ja frei. Aber vermutlich wird es auch dafür irgendeine Folge von Gegen-Argumenten, die so verquer sind, dass man ihnen nicht mehr folgen kann und so zwar nicht einsieht aber resigniert die Auseinandersetzung beenden würde.

Backstage beim Poetry Slam in Göttingen

Backstage beim Poetry Slam in Göttingen

Bevor es aber an dem Abend dort in Göttingen soweit kommen kann, setzt sich ein Slammer aus Leipzig auf meine Seite. Erläutert, dass ja schon Goethe im Prolog zum Faust feststellte, dass sich die „Leute“ nur noch über den Umweg der „Unterhaltung belehren ließen“. Ich habe den Faust nicht gelesen und lasse das mal so stehen. Das trifft für mich sowieso nicht zu, da ich ja gar nicht belehren wollte, sondern ausschließlich unterhalten. (Eine bislang nicht verwendete Anmoderation für den Text lautet: „Ich wollte ja eigentlich auch was lustiges bringen. Aber ich mache lieber was albernes.”) Das kann aber der Leipziger nicht wissen, da er auf  Grund eines „Personenschadens“ bei der DB zu spät zum Slam kam und den Text nicht mitbekommen hatte. Das wiederum ist mir egal, weil die Goethe-Argumentation so toll ist. Ich halte die Klappe. Die komische Frau auch.

Dann wird sie weiter vom Leipziger angegangen, der sagt: „Du studierst doch was, oder?” Sie reagiert, wie solche Leute immer reagieren, wenn sie unversehens angesprochen werden: Abwehrend bis zickig. „Wer sagt das ich studiere?” „Siehst halt so aus!” „Wie sehe ich aus?” … Machen wir es kurz: Nach mehrmaligem Bohren stellt sich heraus: a) sie studiert. b) Geschlechterforschung. Menno!:

Liebe Geschlechterforscher von Göttingen,

wenn das was ihr tut so wichtig ist für die Gesellschaft: Weshalb schämt ihr euch irgendwie dafür? Hätte eure Streiterin für gegen die Vergewaltigung nicht auf den Stuhl steigen und schmettern müssen: „Ich, die Geschlechterforscherin prangere an!” Stattdessen verduckmäusert sie sich hinter nicht hinterfragten Argumenten. Hat sie gar geglaubt der Kreuzzug des Gender Mainstreams beginnt in einer Theatermaske in Göttingen?

Lieben Gruß,
Mann

Und es gibt in Göttingen noch mehr zu lernen!

Zum Schluss lerne ich, dass es soweit hätte gar nicht kommen müssen. Als letzter Göttinger nimmt mich nun der Veranstalter zur Seite und belehrt mich über folgendes: In meinem Text fehlen die „Ironiemarker“.

Ich weiß gar nicht was „Ironiemarker“ sind, fange in der weiteren Belehrung noch andere Fremdwörter auf, die nur Studenten benutzen, fühle mich ungebildet und sage zu Goehre: „Komm, wir fahren zu McDonalds.“

Im Auto fragt Goehre mich dann: „Markus, was sind Ironiemarker?”

Ich bin dankbar. Wir sind ratlos.

Also nehme ich mein iPhone und frage das bunte Orakel von Google: „Ironiemarker?

Nichts. Bekomme nicht einmal die obligatorische Wikipedia-Definition. Nur ein paar Treffer in linken Foren und Blogs wo sich Diskutierende darüber auslassen, dass andere Forenteilnehmer wiederum die „Ironiemarker“ in ihren Texte vergessen hätten und dass man so – oha – die Dinge die dort stehen vielleicht wörtlich nehmen könnte. Zum Beispiel hier:

„Aber, aber, meine Damen und Herren: Kann es sein, dass in dieser Unterhaltung reihenweise Ironiemarker missachtet werden? (Und: Hat Goya Unverschämtheiten produziert?)” Quelle: www.vorspeisenplatte.de

Nach einiger Zeit finde ich heraus, dass Ironiemarker nichts anderes sind als: Anführungsstriche oder Smilies. Die intellektuelle Gehhilfe für denkfaule Menschen. Endlich erkenne ich das Göttinger Problem und will nun auch belehren:

Liebe Göttinger,

Kommunikation findet immer in einem Kontext statt. Alles gesagte und geschriebene muss in dem Zusammenhang betrachtet werden in dem es steht. Wenn zum Beispiel ein Afroamerikaner in Los Angeles zu einem anderen Afroamerikaner „Nigger“ (man beachte die Ironiemarker!) sagt, ist das Ironie. Sagt das ein Redneck in Nashville zu einem schwarzen Landarbeiter ist das Rassismus. Erzählt so ein Typ wie ich, mit Jeans, Goonies-T-Shirt, Chucks und Wohlstands-Frisur, der so gar nicht nach Vergewaltiger und Schwulenhasser ausschaut, so eine Geschichte wie die meine, so ist das Ironie. Bitte verkauft die Leute doch nicht für dumm. Das Slam-Publikum ist in der Regel reif und klug genug Agitation von Ironie zu unterscheiden und an den passenden Stellen zu lachen. Zu Schweigen. Zu protestieren.

Bitte lasst uns einfach mit eurer schlechten Laune in Ruhe.

Danke,
Markus

P.S.: Teile dieses Textes sind als Ironie zu verstehen. Das eventuelle fehlen von Ironiemarkern und eine damit vielleicht einhergehende Beleidigung deines Geschlechts ist nicht gewollt. Ich glaube an das Grundgesetz. Dafür ist es ja da.

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33 Kommentare »

  • Lars said:

    Du sprichst mir aus der Seele.

    Göttingen ist keine Stadt sondern ein Adjektiv. Im Sinne von “Nichts gegen Vegetarier, aber diese missionierenden Veganer sind mir zu göttingen.”

    Wenn man mit diesen Berufsbetroffenen mal richtig Spaß haben möchte, muß man denen nur sagen, daß man nach einem ausgiebigen Schnitzelessen gerne mal ein paar Pornos guckt.

  • markus.freise (author) said:

    Wenn man mit diesen Berufsbetroffenen mal richtig Spaß haben möchte, muß man denen nur sagen, daß man nach einem ausgiebigen Schnitzelessen gerne mal ein paar Pornos guckt.

    :-)

  • Onkel Otto said:

    Die Göttinger Szene lief noch Ende der Achztiger in lila Latzhosen rum.

  • el gato said:

    genau: GÖTTINGEN (ich hab das mal erfahren, nachdem “Katze will feiern” missverstanden worden ist und ich mir den vorwurf des “absolut rechts” anhören musste, zurecht, wie ich im nachhinein eingestehen muss, achtung würde ich nun mit html ungehen können, würde ich hier einen ironiemarker in form eines smileys einsetzten)ist, was der philosph ambivalent nennt und der arzt verrückt:

    der versuch der größtmöglichen erzeugung von toleranz durch zulassen von nur einer meinung. der IHRIGEN.

    ein paar abweichler dieser szene sind, hoffentlich auch durch die durchführung von poetry slams, mittlerweile im DUDEN nachdem sie A wie akzeptanz schon nicht verstanden haben, bei T wie Toleranz angekommen.

    Dieser Slam wird mir ein Rätsel bleiben, die eine Hälfte des Publikums ist wirklich sehr cool und fähig im Kopf gewisse Dinge umzuschalten, während die andere Hälfte so ZERO im Kopf ist wie Coco Cola ohne Zucker.

    Vielleicht liegt es daran: Die bei HundM gekauften Klamotten können die Giftstoffe nicht mehr abgeben, da sie bereits (durch andere Giftstoffe) vernichtet worden sind.

    Bei Palmenröcken aus dem Niger und Batikshirts aus Indien bin ich mir da nicht so sicher. Und langfristig: geht alles aufs hirn.

    hach, wie ich klischees liebe.

  • Markus Freise (author) said:

    Ich sehe: Ich bin nicht alleine. Wundervoll.

  • Rouven said:

    Das ist genau die Erfahrung, die ich mit dem Che Guevara-Text in Osnabrück erlebt habe. Nach dem Vortrag meinte ein (übrigens uns bekannter Slammer) zu mir:

    “Ich bin froh, dass nicht ein Text gewonnen hat, der McDonalds befürwortet.”

    Befürwortet?

    Auf dem Slam muss mit Ironie gerechnet werden. Und sprachlich lassen sich Ironiemarker sowieso sehr schlecht umsetzen. Oder willst Du jedesmal für die Flitzpiepen (wie Max Goldt es vorschlug) anstelle der Anführungszeichen ein “Hö hö” aussprechen (oder womöglich diese schlimme Geste mit den Zeige- und Mittelfingern machen)?

  • markus.freise (author) said:

    „Höhö“ finde ich super. :-D

  • el gato said:

    eben gesehen beim salatholen, eine zeile, die sich die “andere-höhö-hälfte-des-göttinger-publikums-höho” mal einbrennen lassen sollte,d amit die welt besser wird und man ein publikum eint.

    yes, we can freunde werden.

    aus der bild. toleranztechnisch passt das ja schon mal. ich bin mir sicher, batikshirtmenschen mögen bilder.

    slamvolk ist aber auch intolerantes pack, rouven.
    auf göttingen rumhacken macht spaß. gibts eigentlich jmd, der jmd aus göttingen als freundin hat? (man beachte die doppeldeutigkeit der beiden sätze)

    was ich auch nicht verstehe ist, dass diese humvies nicht mit dem wort “ironie” umgehen können. ich meine, den film “reality bites” hat jeder intoleranzöko von hier bis zu den falkland inseln gesehen, mit oder ohne lederschuhe und da ist die definition in einem dialog zwischen wiona und diesem schönen jungen, dessen name mir grad nicht einfällt, erklärt.

    hach, klischees machen immer noch spaß.

    lebt slam, humor, wortwitz, ironie und was auch immer von klischees?

    jab!

  • Mischa said:

    Grundregel: Wenn jemand nach einem Auftritt ankommt und a) mit dir über deine Texte diskutieren möchte, b) von dir den Text erklärt haben möchte und / oder c) beides, dann folgende (von mir hinlänglich erprobte) Maßnahmen durchführen: a) einfach weggehen, b) nicht mehr aufhören zu lächeln (die traditionelle Göttinger Linke lächelt nicht, das ziemt sich nicht bei Deutschlands Vergangenheit) oder c) einfach anfangen zu kotzen.

  • brohm said:

    dass der text tatsächlich fragwürdige stellen haben könnte, ist eher keine option für euch, “oder”? entschuldigung, aber so ein kollektives städte bashing finde ich immer “langweilig”. geht aber nur mir so.

  • el gato said:

    @brohM: dann mach doch mit beim Stadtebashing, vielleicht ist es dann nicht mehr so langweilig. :-)

    die textstelle, die steht doch oben und jeder, der das nicht versteht, der gehört nicht ins publikum. es muss also an der stadt liegen. deshalb dürfen wir das. außerdem bedienen wir klischees. deshalb dürfen wir das noch mehr. göttingen spielt ja noch nicht einmal in der dritten liga!

    wer in göttingen auf dem slam schon mal war, der weiss, um was (für einen scheiss) hier es eigentlich geht…..

  • markus.freise (author) said:

    @Brohm: Viele Deiner Texte haben viele fragwürdige Stellen. :-)

  • Reggilein said:

    Göttingenbashing find ich gut!

    Gebts dem Göttingen! Und den darin vorkommenden Klemmstudenten aller Altersgruppen!

    Immer feste druff! Hahahahaaaaaa!

  • Micha-El said:

    Na “super”, jetzt “denkt” wieder “jeder”, ich wüßte nicht, was “Ironiemarker” sind”!” DU hattest doch auch “keine” Ahnung, Markus!

    Wie auch “immer”: der Slam als solcher war ziemlich paderborn, insofern kann ich selbst nicht meckern. Aber ich war schon froh, der “Diskussion” zu entkommen…

  • brohm said:

    das stimmt, meine texte haben anscheinend auch fragwürdige stellen, aber ich würde nie auf die idee kommen, ein ganzes publikum für doof zu erklären, nur weil es diese stellen mal anders hört/liest als das publikum in anderen städten. vielleicht ist das publikum in den anderen städten einfach nur nicht kritisch genug. könnte ja auch sein. ich fänd es interessant, wenn mir jemand sagen würde, dass in meinen texten sexistische/verletzende sachen drinstehen. da würde ich mir schon gedanken machen und dann tatsächlich erst mal den text auseinandernehmen.

    aber das solls jetzt auch mal wieder gewesen sein vom nörgelopa. der mochte eine zeitlang münster nicht.

  • el gato said:

    ich musste das heute abend verarbeiten, weil ich sonst schlecht schlafen kann, ich glaube ich lese das hier mal in göttingen.

    @brohm: hast du schon mal darüber nachgedacht, dass dadurch, dass du bartträger bist, du personen verletzt, die keine haare haben können? (um genau den punkt geht es in göttingen, immer!)

    —–
    wie ich einmal versucht habe einen samstagvormittag ohne klischees zu verbingen, und es mir auch wahrhaftig nicht gelungen oder aber die toleranz des göttingen ist scheisse sein.

    Ist ja gar nicht so schlecht Aufenthalt zu haben, so ein bisschen Zeit zwischen zu Hause und gestern, ein klein bisschen Abschalten, von dem was ist, war war, die Bahn zum Beispiel und nicht daran denken zu müssen, dass ein Dosenöffner und eine Dose Katzenfutter die Katze auch nur so lange anstarren kann, bis sich jmd erbarmt das Nahrungspuzzle zu lösen und ich bin es heute garantiert nicht, soll das adipositive Ding doch mal üben, vielleicht geht das ja alles irgendwann oder es klappt dann mit den Nachbarn, diesem ÖKÖ, der fastet ja auch andauernd – und lebt noch.

    Ist doch eigentlich gar nicht so schlecht Aufenthalt zu haben, denk ich mir.
    Doch. Ist es. Besonders heute, hier und wenn die Stadt Göttingen heißt.

    (laut)
    Göttingen, dass ist das recherchierte Grauen und wenn man dies belegen will, dann muss man nur das Wort Grauen googeln, da steht dann an erster Stelle die Stadt Göttingen, Nein, Göttingen ist keine Stadt, weil die Industrie bereits lieber nach Hannover übergesiedelt ist und über Hannover will sich hier garantiert keiner auslassen, weil dass ist auch keine Stadt, sondern ein Klischee und wenn man dies belegen will, dann gibt man bei Yahoo die Wörter Scheisse plus Klischee ein und prompt steht dann da an Nr. 1 die offizielle Seite von Hannover und wenn man darauf dann klickt wird man sofort auf die Seite von Göttingen weiterverlinkt und zwar so schnell im weiterlinken, dass die beiden, wahrscheinlich in Scheisse positionierten Server, auf denen die Seiten der jeweiligen Städte liegen mit einem einzigen drei Meter dicken und schwarz ummantelten Glasfaserleitung nur für sie verbunden sind, die erstens noch gar nicht erfunden ist und und zweitens nur erfunden werden wird, damit man Scheisse verbinden kann ohne dabei räumliche Distanzen mit kritischer Masse zu überbrücken.

    All diese Sachen wusste ich bereits bevor ich aus dem Zug gestiegen bin, nein musste, bzw. die Bahn, bzw. Verzögerungen im Betriebsablauf, bzw Personenschaden kurz vor Göttingen, na dann kann die Stadt ja wirklich nicht soviel bieten, mich in diese Situatiuon des Aufenthalts gebracht haben, und ja, mein Gott, vielleicht übertreibe ich ein bisschen, aber machen wir uns nichts vor: SIE SIND WAHR. Und das ist das, was in Göttingen zählt:

    DIE Wahrheit und nichts als die Wahrheit.

    Und das Göttingen Scheisse ist, dass habe ich erstmal rausgeschrien, natürlich erst leise, weil ich bin tolerant, zumindest für die ersten 30 Sekunden – Hey Baby, you will never get a second Chance to make an first impression – und dann laut und prompt hatte ich schon die Batikstasi von Göttingen, wahrscheinlich sogar noch parteipolitisch zum Erhalts des Turms von Babylon,organisiert, am Hals, mit Schuhen ohne Leder und ohne Plastik, also in Barfuss und mit Stoffohringen, für die garantiert keine Kuh sterben musste und die reihen sich so vor mir auf und ich schreie weiter “Scheissgöttingen” und der Große in der Gruppe, der einzige von den 8, der keine Gitarre hatte, aber dafür ein Tambourin mit nur noch einer Schelle, und ich wette, wenn der morgens um 6 Uhr die Vögel aufwecken geht mit seinem frei interpretierten Kamina Burana, weil: Solche Menschen schlafen nie, die haben den Schlaf nach dem ersten LSD Trip gegen den zweiten verkauft, und zwar nicht an den Teufel, weil, nein, den würden sie ja wiederfinden, sondern an den Dealer, der ist seit dem Sprung vom Intercontentinental

    oder wie sich ausdrücken:
    FLIEGEN, FLIEGEN vom babylonischen Turm Hotel Göttingen Zentrum,

    jedenfalls der Dealer ist wahrscheinlich nicht mehr auffindbar, was sogar höchstwahrscheinlich ist, egal ich schweife ab ich wollte ja zurück zur Wahrheit, der stellt sich so vor mich und sagt so:

    “Ey, was solln das?” und nickt mich am und als er das tut, da fällt ihm ein halber Zentner Sand aus seinen Dreadlocks, wahrscheinlich noch aus dem Sommerurlaub Holland 99 mit seinen Eltern, und ich sag so:

    “EY, du machst den Bahnhof dreckig und außerdem steht “Ey” da vorne und verkauft Würstchen, so sagte man zumindest auffm Dorffe, wenn man nicht wusste, wo die Bratwurstbude war und er fängt an heftiger zu nicken und man könnte fast meinen er tut das im Ein-Eintel Takt, bei der gnadenlosen Geschwindigkeit, auf die sogar Orgasmen von impotenten neidisch werden würden und er sagt so:

    Was solln der Scheiss, Göttingen ist nicht scheisse, kannst du auch noch was anderes rausschreien?

    und ich antworte ihm, jawoll, general nirvana mit ohne Hoffnung, aber dafür mit einer Schelle am Tamborin, kann ich, war ja auch nicht ohne Grund NICHT beim Bund, und ich denk kurz nach und will anfangen dass “Vater unser” in Göttingen ist Scheisse umzudichten, um mir in puncto Respekt und Glauben etwas dazuzuverdienen was mir aber spontan nicht gelingt und guck ihn an und sag so zu Ihm:

    Du hast da Dreck am Auge und er antwortet:

    “Das ist ne tätowierte Träne und ich erwider, dass das Scheisse aussieht und ich fang wieder an zu schreien, diesmal sogar hüpfend zum Takt von DEAD KENNYDIES – California über Alles, weil der Song läuft grad auf meinem IPOD und den setz ich auch nicht ab, was ich aber schon die ganze Zeit noch nicht getan habe, weil ich kann ja Lippen lesen und ich frag mich noch kurzzeitig, ob dieser 2001 gemachte VHS Kurs zum Abbau meiner Sozialstunden wegen Körperverletzung Unbeteiligter an einem unbeteiligten Ort noch wirklich ausreicht und ich grins ihn an und hüpfe und schreie und ich bekomm das Glitzern in den Augen, weil gleich gibts Schlägerei und ich habe bereits die Krallen meiner Katze mir im Zug an die Finger geklebt, wegen der Langeweile und grinse wie ein geschlachtetes Honigkuchenpferd und sag zu Ihm: Scheiss Göttingen.

    Und er versucht mich zu treten, und ich schubse ihn auf die Gleise und er knallt mit dem Kopf auf Schienen und ich denk so, dass der TYP doch wirtschaftliches Potential in sich hat, da er grad die erste Gleisstrandbar eröffnet hat und frag mich, ob er warum Blut dicker ist als Toleranz und setz meinen Kopfhörer nun doch ab und schrei die restlichen sieben Gitarrennirvanas und bewerfe sie mit Snickers und Fleisch und

    es passiert nichts.

    Und dann denk ich mir, während ich so in meinen Burger von McDonalds beisse, Müllermilch trinke, ob ich CDU wähle oder FDP am kommenden Samstag, warum ich oder wir immer wieder angeschrien werden, sobald eine Textstelle in einem unser Texte zu sehr in deinem Augen zu kritisch ist. Und dann denk ich weiter und bin stolz auf eine Fantasie, die mir beim Schreiben gelungen ist und keiner, nein wirklich niemand, geht vom einem Slam weg und nimmt die Inhalte für bare Münze. Vielleicht ist einfach nur eine Aufgabe jmd zum Lachen bringen, aber ganz sicherlich meine Begabung.

    Das hier musst du erstmal bringen.

    Oder glaubst du wirklich, dass du während dieses Textes nicht einmal gelacht hast und wenn du nun ja sagst, dann zeig ich dir, wo man die neuen Folgen von Pinocchio kaufen kann.
    Die wahrhaft Intoleranten sind diejenigen, die sich tolerant nennen.

    In diesem Sinne: Scheissgöttingen und nun fang über dich selbst an zu lachen.

  • markus.freise (author) said:

    @brohm wegen dem hier:

    das stimmt, meine texte haben anscheinend auch fragwürdige stellen, aber ich würde nie auf die idee kommen, ein ganzes publikum für doof zu erklären, nur weil es diese stellen mal anders hört/liest als das publikum in anderen städten.

    Das habe ich ja gar nicht. Ganz im Gegenteil. Das ist vielleicht nicht ganz klar ausgedrückt: Das Publikum an sich mochte den Text und hätte mich fast ins Finale geklatscht. Es waren nur eben diese beiden Flitzpiepen die was zu Nörgeln hatten. Zwei von – wenn man die vier Lesungen zusammenzählt – über 500. Da muss ich nicht drüber nachdenken. Das sind eben so Berufsnörgler. Das sind solche, die veranlasst haben, dass in Pippi Langstrumpf jetzt eine Fußnote steht: „*) Das Wort Neger wurde früher gebraucht. Heute würde man „Farbiger“ sagen“. Bei Astrid Lindgren, die sich immer für die Schwachen, die Kinder und die Entwicklungsländer eingesetzt hat. Warum steht sowas nicht bei Mark Twain? Spinner! Die will ich nicht. Und vor alllem nicht: Ernstnehmen.

  • @irsign aka kleiner Egoist said:

    “Das Publikum an sich mochte den Text und hätte mich fast ins Finale geklatscht. Es waren nur eben diese beiden Flitzpiepen die was zu Nörgeln hatten.”

    Und warum ist dann Göttingen doof, wenn es nur 2 waren?? Ich war noch nie in Göttingen und kenne auch deinen Text nicht (und ohne Kontext beurteile ich keine 2 Sätze), aber das verstehe ich jetzt wirklich nicht.

  • markus.freise (author) said:

    @@irsign: Ich war mal auf einem Auswärtsspiel in Oberhausen. Da haben wir gesungen „Oberhausen, du Arschloch!“ Da warens elf, die für Oberhausen gerade stehen mussten. Und die kamen vermutlich nicht einmal aus Oberhausen. Wenn sich also zwei Flitzpiepen dahin stellen und sich hinter einer „tradionellen Göttinger Linken“ verstecken, die sicherlich ihren verdienten Platz in der Republikanischen Ruhmeshalle verdient hat, muss Göttingen das aushalten.

    Nehmt bitte alle mein Augenzwinkern hin: ;-)

    Ich habe nichts gegen Göttingen und Göttinger an sich. Habe es bislang aber auch nur im Dunkeln gesehen. Wie ist’n das so bei Licht?

  • vert said:

    das brett vor dem kopf als waffe einsetzen.
    große tradition der klassischen gö-linken. sehr anstrengend.
    wahrscheinlich biste ungerecht, aber die einen haben es irgendwann mit göttingen, die anderen mit hamburg.
    das kann jahre dauern, bis man darüber hinweg ist.
    ich empfehle eine desensibilisierung.

  • Terminator Salvation - Es geht los | Blogboys said:

    [...] der ganzen Politik, der hohen Kunst und traditioneller Linker nun zu etwas viel [...]

  • Slam 2008 - Sebastian23 holt den Pott in den Pott | Blogboys said:

    [...] Micha Ebeling erzählte mir beim Slam in Göttingen von seiner Vermutung, dass der auf der Bühne inszenierte Dilettantismus eines Andy Strauß oder [...]

  • Tobi said:

    Hab mir jetzt alles durchgelesen, in der Hoffnung, es kommt noch was interessantes. Fehlanzeige. Von daher muss ich sagen, dass ihr, vor allem du, Markus, einen Wind um Pillepalle macht. Kommentare von Deppen muss man immer aushalten (genau so wie den hier;). Das ist wie Internet, nur in Göttingen trauen sich manche durchs Debattierclub-Studium gestählten und auf Krawall gebürsteten Würstchen halt, direkt mal die Meinung zu servieren.
    Wisst ihr, wenn ihr jahrelang auf Slams tourtet, bei denen ihr auf toll positiver Kommentarwatte gebettet nach Hause zurück geglitten seid, dann macht ihr irgendwas falsch;) (Achtung Ironiemarker)
    Was ihr mit Sicherheit falsch macht, ist, eine ganze Stadt wüst zu beschimpfen, nur weil euch zwei Idioten krumm gekommen sind. Gerade bei Schusis Erguss musst ich schon ziemlich die Stirn runzeln. Das riecht irgendwie zu sehr nach Angriff und Verletzung – aber wieso treffen euch solche Kommentare überhaupt? Ich habe solche Debatten auch schon hinter mir und kann nur sagen: Drauf scheißen. Diskutieren bringt nichts, Zitat: “jeder fest Überzeugte ist exakt ein Idiot.” Das gilt aber auch für Stadtbeschimpfer.

    Naja. Ich bin jetzt keinen Deut besser, weil ich euch hier meine Meinung serviere. Bitte entschuldigt dass. Viel lieber würde ich dich, Markus, mal wieder treffen. Und dann labern.

    Nimm dir das nicht so sehr zu Herzen. Hab zum Beispiel lieber mal den Mut, einen richtig gepfefferten Text zu schreiben, nochmal hinzufahren und dir grinsend das Buh einer ganzen Saals zuzuziehen! Na gut, das ist auch übertrieben. Was ich nur sagen will: Mit der Band habe ich viele Auftritte auf sogenannten alternativen Festivals hinter mir. Und egal, was wir machen und wie wir moderieren, immer kommen Leute an, weil sie Textstellen in den falschen Hals gekriegt haben, weil sie zu doof sind, Ironie zu bemerken, weil sie immer Gesellschaftskritik, außer an sich selbst, anbringen müssen, weil sie jede Form von Banalitäten als Angriffe missinterpretieren, weil sie nächtelang diskutieren wollen und sich sogar beim Veranstalter beschweren und auch sonst die harmlosesten Rapper mit Berliner Aggroprodukten gleichsetzen, nur weil HipHop mit seinen Klischees und Macho-Allüren ja grundsätzlich was Böses ist.
    Dieselben gehen am nächsten Abend zu Reggae-Musik feiern, deren Interpreten ganz stumpf Frauen herab setzen und Schwule beschimpfen. Da drehen sie sich fröhlich im Kreis und feiern ihre ach-so-revulotionäre Einstellung, einen kleinen, weiteren Triumph über jemanden, der garantiert nicht auf der richtigen Seite ist, weil er was Gemeines in seinem Text gesagt hat.

    Alles schon erlebt.

    Fazit: Antennen ausfahren. Wenn man merkt, dass jemand nicht locker ist, dann gar nicht erst versuchen, am Stock zu rütteln, denn dann verkrampft sich der Ringmuskel noch stärker.

  • el gato said:

    ja tobi, da mögest du recht behalten, kritik seh ich leider noch als kritik an, die mich zu sehr trifft. es ist mir auch gar nicht um mich persönlich gegangen, sondern empathisch betrachtet um die, die zu unrecht dort gedisst worden sind.

    deshalb: kritiktoleranz nach oben fahren und darunter einfach mit dem zeug leben. so gehts gut fürs herz und die seele.

    was aber tobi, wenn der ringmuskel verkrampft, dann wird durch die anspannung adrenalin frei, was schweiß und exkremente vermehrt produziert. normalerweise müsste der stock dann flutschen. ….

    aber ich weiss, was du / ihr meint.

    so. arbeit ruft. oder wie immer man das nennt

  • stephan said:

    lieber markus,

    ach, was man schönes findet, wenn man nur einmal richtig sucht.

    der göttinger slam-veranstalter hat dich übrigens nicht zur seite genommen, sondern stand die ganze zeit daneben und hat irgendwann versucht zu schlichten. dabei hat er außerdem (oh, entschuldige <- ironie) seine meinung geäußert und dabei ein fremdwort benutzt. seine meinung, die war nämlich: die ironie bestimmter textstellen ist nicht wirklich als ironie markiert gewesen. eigentlich hatte er vermutet, dass “ironiemarker” recht leicht zu verstehen ist. und dass jemand, zu einer meinung, die ihm nicht passt, sagt: “passt mir nicht” / “sehe ich anders” oder so ähnlich. dass man im nachhinein nur wegen einer meinungsäußerung hier aber als verbrämter, pseudointellektueller idiot dargestellt wird (oh, oder habe ich die ironie nicht verstanden?) ist schon etwas armselig, finde ich. sorry, wirklich, ab jetzt keine fremdwörter mehr. und auf gar keinen fall noch meinungen. tut mir wirklich, wirklich leid, dass ich mich sachlich kritisch geäußert habe und nicht jeden text, den ich höre, bedingungslos toll finde. (<- das war schon wieder ironie. das ist dadurch markiert, dass es inhaltlich dem vorangegangenen, nichtironischen satz widerspricht. nur, um noch ein bisschen belehrend aufzutreten.)

    im übrigen, liebe slammer da draußen: der göttinger slam ist ein slam wie jeder andere. eigentlich sind wir ganz freundlich. und für unser insgesamt auch wirklich freundliches publikum können wir genauso wenig wie alle anderen slammaster.

    liebste grüße, ich hoffe die tränen sind inzwischen getrocknet
    stephan

  • Rouven said:

    (dieser Kommentar hat jetzt nichts mit der Diskussion zu tun und ist an Mischa gerichtet)

    Mischa, erinnerst Du Dich an etwas?

    ;-)

  • markus.freise (author) said:

    Lieber Stephan,

    alles richtig. Alle Ironie. Und irgendwie ist das schwierig, Ironiemarker in einem gelesenen Text einzubauen, außer man hampelt die ganze Zeit mit erhobenen Fingern herum. Nur war ich eben davon ausgegangen, dass die junge Dame als Studentin clever genug ist, Ironie von „Wahrheit“ zu unterscheiden. Im Prinzip gehe ich davon aus, dass das gesamte Publikum das kann. Konnte es ja auch. Lief ja auch ganz gut für mich. Bis auf ein paar Ausreißer-Meinungen. Die natürlich erlaubt sind. Umgotteswillenistdochnurpoetryslam!!! Aber man darf doch wohl noch seine Kritiker kritisieren!? Außerdem wirst du gar nicht als pseudointellektuell dargestellt!? Und, ja: Die Tränen sind getrocknet und ein kleines bisschen war ich auch wütend, dass ich nicht einen anderen Texte gewählt hatte. Da an dem Abend ja auch klar war, dass in Göttingen auch Lyrik gegangen wäre. Ob ich damit weitergekommen wäre? Keine Ahnung. Rausfinden werde ich es wohl nie, denn wir will schon so einen Stänkerkopp noch einmal einladen. (Dieser Text ist ein Ironiemarker-Suchbild.)

    @Rouven: Ich glaube ich weiß was du meinst. Diese Sache mit dem „N-Wort? GRRR! Ich würde es so gerne verarbeiten. Aber Mischa sagt, Du bist da dran.

  • Rouven said:

    @markus: Genau die meine ich. Finger weg!

  • Der ironische Ultimo-Neger | Blogboys said:

    [...] erkannt wird (allerdings gibt’s auch unter Slambesuchern und unseren Lesern hier Ausnahmen, wie Markus jüngst feststellen durfte). Wäre ja auch noch schöner, gleich im nächsten Beitrag gegen Nazis zu [...]

  • Frühkindliche Gender-Erziehung | Blogboys said:

    [...] Haben dafür Herrscharen von Genderforschern und -forscheretten gekämpft, dass die Küche mit einer Frau ausgeliefert wird? Und wo ist der [...]

  • Dallas Supplice said:

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