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Mi, 05.11.2008 | Mischa-Sarim Verollet16 Kommentare

Obama!

“If there is anyone out there, that still doubts that America is a place where all things are possible, who still questions the power of our democracy – tonight is your answer.”

Mit diesen Worten begrüßt Präsident Barack Hussein Obama die Menschen und zeigt gleich in den ersten fünf Minuten seines endlich feststehenden Wahlsieges, welch großer Staatsmann heute Nacht geboren ist. Ich habe einen Kloß im Hals, während ich dieses Video gucke. Ein bewegender, ein großer, ein historischer Moment.

Natürlich wird auch Präsident Obama keine Wunder vollbringen. Aber brauchen wir Wunder? Nein. Die Welt braucht einen guten amerikanischen Präsidenten, einen amerikanischen Präsidenten, der nicht die durch hysterische deutsche Träumer auf ihn projezierte Erwartungen und fälschlicherweise in ihn gesetzte überzogene Hoffnungen erfüllt, sondern eine neue, gerechtere, demokratischere Politik einführt.

Man muss schon ein großer politischer Naivling sein, zu glauben, dass ein Präsident Obama Tabula Rasa machte nach seiner Wahl. Es ist Teil des Wahlapparats, viel zu versprechen und wenig zu halten. Aber vergessen wir nicht, dass Obama sehr viel versprochen hat, und darum selbst nur ein Bruchteil eingehalten die Aussichten Amerikas verändern wird. Und letztendlich geht es beim berechtigten Obama-Hype nicht darum, dass Obama alles anders und besser machen wird. Nein, Barack Obama gibt den Menschen Vision zurück, inspiriert sie. Er ist das, was die Menschen – und zwar weltweit – in diesen düsteren Zeiten brauchten. Hoffnung. Und er wird Amerika verändern, da bin ich mir sicher. Im Rahmen seiner Möglichkeiten, wird er den nächsten Jahren seinen Stempel aufdrücken. Kriege? Die wird es weiterhin geben. Finanzkrisen? Auch. Dissenz zwischen USA und Europa? Natürlich. Aber, und das mein Fazit dieser Nacht, die Welt wird durch Obama in eine neue Zeitrechnung geführt werden, die Post-Bush-Zeitrechnung. Und eine Welt ohne Bush in der amerikanischen Administration ist allein schon eine bessere Welt.

Eine schöne Perspektive für die USA. Eine schöne Perspektive für die Welt.

(Vorschaubild: Barack Obama, Lizenz)

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16 Kommentare »

  • admin said:

    Ich will jetzt auch Amerikaner sein!

  • el gato said:

    als ich die antrittsrede heute morgen schaute, da musste ich glatt den pathos in form von tränen laufen lassen.

    er gibt diesen, vor allen dingen jungen, menschen hoffnung.
    von der bedeutung des geschichtlichen konsenz für dei BRD her ist es wahrscheinlich noch höher als die wiedervereinigung anzusiedeln, doch diesmal mit dem unterschied, dass man wirklich blühende landschaften schaffen kann.

    he can. hopefully!

  • Jackson said:

    Meine Freude hält sich sehr in Grenzen. Der neue Präsident hat in aller Offenheit gesagt, dass er den Krieg im Afganistan verschärfen will und dass wir dabei deutlich mehr als bisher mitmachen sollen. Wer sowas gut findet, kann ja jubeln. Ich nicht. Hoffentlich kommt wenigsten für die Armen in den USA was Gutes dabei raus, dass er jetzt den Chefposten übernommen hat. Immerhin hat er die Wahl gewonnen, weil er genau diesen Anschein zu erwecken verstand.

  • el gato said:

    naja, so bitter würde ich das nun nicht sehen, da gobama nicht als “kleinstes übel” dargestellt werden sollte. die alternativen waren weitaus schlechter.

    es wird sich was ändern. und das wird positiver sein, als das, was vorher war, aber auch sicherlich weniger sein, als das, was versprochen.

    und wer ist eigentlich nicht im krieg mit afghanistan?

    das gehört doch schon zum guten ton heutzutage, um seine waffenkontigente zu testen.

    leider wahr.

    (mir fällt grad auf, wir sind nicht im krieg, weil wir nicht dürfen, aber dazu sollte man herrn jung befragen)

  • Mischa (author) said:

    @jackson: richtig, aber du verstehst in meinem Beitrag etwas miss. Mir ist bewusst, dass jetzt nicht überall der Frieden ausbrechen wird. Meine Euphorie hat auch weniger mit seinem politischen Programm an sich zu tun als mit der Tatsache, dass in einem bigotten Land wie Amerika tatsächlich ein schwarzer Mann Präsident werden kann und zudem mit der Aufbruchstimmung, die er vermittelt und die der gegenwärtigen Stimmung weltweit guttut. Es ist tatsächlich wieder Raum für Vision in dieser Welt.

    Eins ist klar: Es wird definitiv über kurz oder lang einen Obama-Kater geben. Grade bei seinen Berliner Groupies. Aber das wird ohnehin jedem klar gewesen sein, der sich auch nur ein bisschen mit Politik beschäftigt. Ferner dürfte jedem klar sein, dass die Amis so oder so nicht einfach aus dem Irak oder aus Afghanistan verschwinden können. Gerade die Amis haben im Irak eine große Veranstwortung übernommen und die gilt es einzulösen. In diesem Zusammenhang finde ich die Pläne eines geordneten Rückszugs gut, im Gegensatz zu einem Hals über Kopf verschwinden.

    Was Afghanistan angeht: Über seine Pläne, den Krieg zu verschärfen bin ich mit Sicherheit nicht glücklich. Aber wenn ich sehe, was sonst an politischem Potenzial zur Verfügung stand und mit welcher Hingabe er sein Präsidentenamt bekleiden möchte, mit welchem Idealismus und Leidenschaft er in diesen Job geht – ja, dann, denke ich, hat man trotz aller Unwägbarkeiten durchaus das Recht, euphorisch zu sein.

  • Mischa (author) said:

    das Ganze vertiefend: Obama muss im Weißen Haus aufräumen, wo er eine sehr schlecht geführte Politik vorfindet. Da nutzt Rhetorik wenig, da muss er dann reale Leistungen erbringen. Er muss hart anpacken. Er wird aber große Abstriche machen müssen, weil ihm Geld und Ressourcen fehlen. Vieles von dem, was er jetzt verspricht, wird er wohl nicht halten können. (Quelle)

    Was mich betrifft: Mir ist ein guter, idealistischer Präsident, der Abstriche machen muss, um ein Vielfaches lieber als ein dilletantischer Elefant im globalpolitischen Porzellanladen.

  • admin said:

    So ist der Deutsche: Acht Jahre auf Bush rumhacken, dann kommt einer der vieles besser machen will und anstatt erstmal durchzuatmen wird gleich weitergepoltert: „AAAAAAABER!“

  • Marc said:

    Meine Euphorie hat auch weniger mit seinem politischen Programm an sich zu tun als mit der Tatsache, dass in einem bigotten Land wie Amerika tatsächlich ein schwarzer Mann Präsident werden kann

    Das hört sich so ein bisschen so an, als würdest Du dich so freuen wie über einen Hund der einen Salto gemacht hat. =)

    Schönes Layout übrigens. War wohl die 75$ wert. =D

  • markus.freise said:

    Hab’ mal das Video gegen das offizielle ausgetauscht. Das ist komplett und hat eine bessere Qualität.

  • Briefe an Göttingen | Blogboys said:

    [...] ist das mit der Präsidentenwahl da vorbei. Nicht, dass ich das nicht besonders spannend fand. Und das Ergbenis erhebend. Wenn man sich [...]

  • kaeptNkaracho said:

    @ el gato: also das die wahl von obama höher anzusiedeln ist als die wiedervereinigung finde ich echt geschmacklos!

    das dies jedoch ein historischer augenblick für die usa, sogar für die ganze erde ist,stimme ich dir aber absolut zu.

    ahso: schade jungs das es das sparrenblog nicht mehr gibt ABER bisher gefällt mir euer neues projekt sogar noch besser! -weitermachen :-)

    Der König des Blogs ist tot! Lang lebe der König des Blogs

  • el gato said:

    @kaeptNkaracho: ist ja nur meine meinung, aber wenn man köpfischen grenzen mal händisch ausschaltet, dann ist dieser moment sogar noch höher anzusiedeln als fast alles und daher auch höher als eine (vergeigte) wiedervereinigung, natürlich nur unter der brücksichtigung der CHANCE(N), die man nun inne hat.

    da fällt mir auf, gibt es (außer wasser) irgendetwas, was man essen kann und was geschmacklos ist?

  • Markus Freise said:

    @el gato: Tofu.

  • kaeptNkaracho said:

    würde aber mal gerne wissen was du so für chancen siehst.
    habe mich ehrlich gesagt nur oberflächlich mit dem thema beschäftigt.
    in erster linie wird er meiner meinung die usa einem rechtstaat näher bringen.
    das der rest der welt da auch SO ein großes stück vom kuchen bekommt wage ich mal zu bezweifeln -er ist nun mal ein amerikanischer präsident und nicht das oberhaupt der weltbevölkerung.
    sicherlich begrüße ich die fast weltumspannende euphorie und aufbruchstimmung.
    bleibt zu hoffen, dass sich diese nicht so schnell verzieht wie sie gekommen ist.

  • el gato said:

    erstmal dass die fakten nun fakten sind, d. h. ein farbiger/schwarzer/afroamerikaner/kenianer zur Hälfte IST PRÄSIDENT. Vom Volke gewählt und das ohne Schmu. D.h. dass aus seiner Chance, ein Fakt geworden ist, er hat es geschafft. Das heißt, er hatte eine Chance, die er genutzt hat und daher ist es auch so, dass er nun ganz andere Voraussetzungen bei Verhandlungen an den Tag legt, vom Nichts zum Präsidenten, dass gibt soviel Selbstbewusstsein wie Tomtes Heureka auf Endlosschleife.

    Die Chancen innenpolitisch: Das (nicht nur, aber hauptsächlich farbige, latino, etc, sorry es so zu schreiben, ist aber so) geringverdiene Volk sieht, dass man es schaffen kann=Hoffnung=Aufbruch=Antrieb von Wirtschaft. Mehr Geld für Bildung.

    außenpolitisch: Allein dass RUSSLAND seine Annäherung zur Aufnahme von Gesprächen signalisiert hat, dass hätte es nie, auf diese Art und Weise unter Bush gegeben.

    Abzug der Truppen aufs dem IRAK. (Ja, die Pessimisten können sagen: die kommen aber wieder (teilweise) nach Afgahnistan, aber jeder, der nicht bei einem Krieg umkommt, ist eine Person, die er, durch den Abzug, retten)

    Das sind FAKTEN.

    Der Obama Kater und die leeren Wahlversprechen kommen natürtlich auch, aber allein die Annäherung Russlands reicht mir schon.

    So viele Möglichkeiten, Chancen und der alte Satz: “what you can do for your country” rückt wieder mehr in den Mittelpunkt eben nicht diese Rassistenscheisse unter Bush.

    Ich würde mir wünsche, dass es sowas auch mal hier geben würde.
    Einen Politiker, zu dem hochschaut und sagt: Respekt, das gibt mir Kraft, wie und was du geschafft hast. Seit Schmidt und Brandt und Spaßkanzler Schröder (mit sehr vielen Abstrichen) gab es keinen mehr.

    Obama ist wie “Nirvanas “Smells like Teen Spirit” der Politik. Einfach da und nicht mehr wegzudenken.

  • kaeptNkaracho said:

    hört sich ja erstmal ganz nett an ABER ich würde diese fakten eher als wahlversprechen deklarieren -leider und welche auswirkungen seine wahl auf das selbstbewusstsein auf die Bevölkerung hat, können wir ja mal nach 100 Tagen schauen.
    von einer annäherung russlands kann man ja wohl bisher mit nichten sprechen.
    die politiker aus der ersten reihe haben bisher keine stellung zur us wahl bezogen (ist jedenfalls mein stand der dinge)
    will ja auch kein spielverderber sein aber für mich hat diese wahl auch nicht DEN aschenputtel charakter wie alle(sorry viele) meinen.
    er studierte schließlich in harvard und dafür benötigt man auch das nötige kleingeld!

    whatever, bin froh das er gewonnen hat und dieser (wahl)zirkus nun auch mal vorbei ist.

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