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Di, 04.11.2008 | Markus Freise3 Kommentare

Hey, Arminia, wir wollen noch nicht ins Bett!

Jürgen Klinsmann hat es uns bei der Weltmeisterschaft 2006 vorgemacht. Auch Leverkusen und Hoffenheim zeigen Fußballdeutschland gerade, dass man damit ganz ganz oben mitspielen kann. Dass alles was es braucht um Erfolg zu haben, der Mut ist zu scheitern.

Machen wir uns nichts vor (also: das machen wir uns ja auch nicht wirklich), aber was Arminia Bielefeld zur Zeit fußballerisch in der Bundesliga abliefert, das ist für die erste Liga nicht mangelhaft sondern ungenügend. Stehen doch als Lohn der Mühen der Männer auf dem Feld lächerliche 8 Zähler aus 11 Spielen in der Tabelle. Das ist nun nicht nur gefühlt zu wenig. Das ist im Hinblick auf das anstehende Programm, mit Gegnern wie eben Leverkusen und Hoffenheim, der Pulverschnee einer Lawine, die uns zum Ende der Hinrunde mit allergrößter Wahrscheinlichkeit am Ende der Tabellen vergraben wird. Ohne Luft nach oben.

Wie konnte es dazu kommen? Im fünften Bundesliga-Jahr des ewig sicheren Absteigers sollte doch etwas mehr Sicherheit da sein um doch mal den Blick nach oben zu wagen. Zumindest den Blick. Aber sehen wir stattdessen einmal der Gegenwart ins Auge:

Um dort zu erkennen, was unsere Blauen so schwach macht, muss man kein Fußball-Experte sein. Die Wahrheit ist: Arminia ist müde. Müde vom ewigen Abstiegskampf. Dem steten Ringen nach Luft. Dem Trotzen aller Fußballregeln. Das dumme daran ist nur: Wir Fans sind nicht satt. Soll das echt alles gewesen sein nach fünf Jahren Erstliga? Fünf Abstiegskämpfe und sonst keine „Freude”? Denn so wie es scheint wird uns das Fußball-Schicksal im kommenden Sommer mit hungrigem Magen ins Bett „2. Bundesliga“ schicken. Montags dürfen wir dann wieder länger aufbleiben.

Wollen wir dem netten Mann auf dem Foto wirklich in die 2. Liga folgen?

Dabei ist es genau dieser Hunger, der uns vielleicht noch vor dem Abstieg bewahren kann. Der Hunger junger Spieler nach Erfolg. Der Wille von nimmermüden Kämpfern, die auf dem Platz diesen einen Meter mehr machen. Ein Dennis Eilhoff, der sich nach Bällen wirft, denen ein Hain nur gelangweilt nachgeschaut hätte. Ein Daniel Halfar, der seinen Gegner kopfschüttelnd zurücklässt, als er ihm in einem wahnwitzigen Spurt von der einen in die anderen Hälfte mal eben den Ball abläuft. Ein Robert Tesche, der sich dem Zweikampf mit Demichelis stellt und den Elfmeter rausholt. Ein Nils Fischer, der ins kalte Wasser geworfen den Wellenbrecher für Ze Roberto und Ribery gibt. Es sind solche jungen Kerle, die uns Spaß machen.

Leider werden ihre Mühen zunichte gemacht, von den Männern die der Schlachten müde sind. Einem Radim Kucera, der Gegner um Gegner enteilen lässt. Ein Rübe Kauf, der nur noch ein Schatten seiner selbst ist. Ein Thorben Marx, der die Kurve noch immer nicht kriegt. Schauen wir auf die Bank und ins Lazarett: Ersatz ist ausreichend vorhanden. Alles was unsere Altvorderen hinter den Kulissen brauchen, ist den Arsch in der Hose, auf die Jugend zu setzen.

Natürlich ist die Gefahr da, durch die Unerfahrenheit einer jungen Mannschaft abzusteigen. Aber lieber leidenschaftlich mit wehenden Fahnen in Kugelhagel untergehen als mutlos zu kapitulieren.

Herr Frontzeck, können Sie uns hören?

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3 Kommentare »

  • little james said:

    Und Herr Frontzeck, wenn Sie das hören: finden Sie einen Ersatz für Bollmann. Schnell! Ich würd nämlich auch gern weiterhin Samstags ins Stadion gehen.

  • Bateman said:

    Alles wird besser, wenn Unsympath und Buchhalternase Kentsch zum Winter 10 Mio Euro für Nachverpflichtungen bereitsstellt.

    “Wir können uns ein Spielmacher finaziell leisten”. Hallo, können wir uns es leisten, auf mehr als 8 Mio Euro Fernsehgelder zu verzichten, die uns in der 2 Liga flöten gehen, Herr Kentsch?

  • Die beste Szene vom Spiel gegen Gladbach | Blogboys said:

    [...] an der Arbeitsverweigerung der jungen Herren. Ich möchte aber diesbezüglich noch einmal auf mein letztes Arminia-Posting hinweisen. Zumindest hatte Herr Frontzeck diesbezüglich bereits ein wenig Einsicht gezeigt und [...]

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