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Do, 25.09.2008 | Rouven Ridder2 Kommentare

Blox not dead!

Gestern Abend habe ich aus zweiter Hand von der Auffassung eines professionellen Onlinejournalisten erfahren, die da lautet, dass Blogs inzwischen tot seien. Das ist natürlich – wörtlich gesehen – Quatsch, denn mal bitte: Was mache ich hier gerade? In ein Blog schreiben. In ein Blog, dass zunehmende Besucherzahlen und Feedabonnenten besitzt.

So eine Auffassung rührt imho daher, wenn man die Ansichten des Spiegels hierüber für allzu bare Münze nimmt und die dann idealerweise genau zu den eigenen Befürchtungen hinsichtlich sinkender Auflagen passen, Vorwürfe über z.B. die “Katzenblogs” pars pro toto für die ganze Blogosphäre verwenden kann.

Kurz musste ich über Einwände nachdenken, da ich persönlich den Eindruck habe, dass die Frequenz der Beiträge der Blogs tatsächlich etwas abgenommen hat. Dieses Empfinden kann natürlich auf meiner selektiven Wahrnehmung beruhen, zumal nicht jeder die Blogs abonniert hat, die in meinem Feedreader vorhanden sind. Ein sinkender Output kann aber unmöglich mit deren Versterben gleichgesetzt werden, denn: Die Qualität steigt deutlich.

Beobachtbar ist ein Abwandern der kurzen, persönlichen Beiträge hin zu Twitter mit seinen 140 Zeichen-Nachrichten. Nicht umsonst spricht man bei der Nutzung dieses Dienstes daher auch vom “Mikrobloggen”. Das hat dann in der Regel zur Folge, dass die größeren, aufwendigeren Themen wiederum im Blog abgehandelt werden. Mikroblogging hat das Potential von Blogs nicht geschwächt, sondern durch die Ausgliederung der kleinen Newsschnippsel sogar flexibilisiert, ergänzt und durch eine große, nicht zu verachtende soziale Komponente erweitert: Man trifft sich plötzlich häufiger vis-à-vis, weiß der Twitterer durch die Nachrichten doch oft, wo sich die anderen zur Zeit aufhalten.

Ein befreundeter Blogger, der für eine große, große überregionale Zeitung arbeitet, meinte hierzu: “Das Potential von Personal Publishing ist in den Verlagen jetzt offen zu Tage getreten und man hat Angst.” Nach dem Hype wird nun gebasht.
Auf einen anderen Aspekt, der mir vorher so nicht bewusst gewesen ist, hat mich der Freund aber auch hingewiesen. Nämlich dass zur Zeit eine allgemein beobachtbare “Verschnaufpause” eingelegt wird, die Blogs derzeit eine Metamorphose durchmachen würden. Viele verändern sich vom bloßen tagesaktuellen Content an oberster Stelle hin zu einer professionelleren Präsentation: Sie werden “magaziniger” (ich bin persönlich gerade von Marcs Auftritt überrascht worden).

Es geht also voran, der nächste Schub kommt, mit einem großen Hallo!

(Foto: cvander, Lizenz)

Dieser Artikel erschien bereits, ist dem Archiv von Rouvens Privatblog entnommen und sorgte für reichlich Reaktion in der Blogosphäre (siehe hier). Hier geht’s zum Originalbeitrag.

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2 Kommentare »

  • Mischa-Sarim Verollet said:

    Haddu schön gesagt!

  • Blogs! Sie leben! …aber sie nerven total! | Blogboys said:

    [...] gelabert“ wird. Immerhin ist der Schreiber damit bereits einen Schritt weiter als seine Kollegen, die Blogs als tot erklären. Ein endloses Labern klingt schließlich durchaus lebendig. Dennoch lässt der Journalist mit dem [...]

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